Das Systemlingsphänomen

Ein bestimmter Menschentyp, dem man in Blogs, Youtubekanälen, und manchmal sogar in echt (also offline. Dass es das überhaupt noch gibt…) begegnet, ist der sogenannte Systemling. Das Gegenstück zu ihm ist das Schlafschaf, das alles unbewusst sofort schluckt, was ihm in der Glotze in den Nachrichten und den Talkshows, und der Tagespresse vorgekaut wird, weil es sich damit sicher fühlt. Der Systemling dagegen ist deutlich besser informiert, kennt die Gegenargumente gegen die alltägliche Gehirnwäsche, kennt sich oft auch in der Verschwörungsszene aus oder war sogar mal selbst in jener. Er trifft jedoch die ganz bewusste Entscheidung, zu jeder tagesaktuellen Sachfrage immer genau das systemkonforme Narrativ zu übernehmen, egal wie glaubwürdig oder unglaubwürdig dieses auch sein mag:  Sei es nun das Thema Klimawandel, Einwanderung, Afd, Merkel, Trump, Rassismus, Geschlechterfragen, Covid19, Maskenpflicht, was auch immer. Halbwegs informierte, normale Menschen (also Menschen, die weder in die Schlafschaf-, noch in die Systemlingschublade gesteckt werden können) haben vielleicht zu einigen der genannten Themen eine eher mainstream-konforme Ansicht, zu anderen eher eine abweichende. Aber wenn du, lieber Leser, einen Menschen vor sich hast, der gut informiert scheint, aber zu allen diesen Themen eine Mainstream-Ansicht vertritt, hast du wahrscheinlich einen Systemling vor dir, und kein Schlafschaf.

Und während das Schlafschaf mit Angst, Ärger, oder Abweisung reagiert, wenn es mit Gegenargumenten konfrontiert wird, bemüht sich der Systemling darum, möglichst „cool“ zu bleiben, und da er oft ziemlich genau weiß, wo die argumentativen Schwachstellen und Widersprüche des Mainstreamnarrativs liegen, reagiert er entweder mit Schweigen, Ausweichen, oder mit an den Haaren herbei gezogenen Scheinargumenten.

Und ich gehöre jetzt auch nicht zu den Leuten, die immer gleich vermuten, dass sich hinter jedem Systemling ein Geheimdienstagent verbirgt, oder jemand, der das nur fürs Geld oder für einen tollen Job macht. (Obwohl es das natürlich auch gibt. Ein sehr mächtiges Netzwerk sogar. Ich habe geplant, zeitnah auch darüber mal was zu machen). Vielmehr glaube ich, dass es solchen Leuten oft einfach nur darum geht, sich wichtig zu machen, und ein bisschen Staub aufzuwirbeln —  ein Egotrip eben. Hauptsache, man kann den Gesprächspartner mal ein bisschen ärgern. Aber die gute Nachricht ist, dass man sich da nicht weiter groß drum kümmern muss, denn je weiter dieses System auseinander fällt, desto mehr geben sich diese Leute selbst der Lächerlichkeit preis.

Ich habe nichts dagegen, wenn ausuferndes Verschwörungsdenken kritisiert wird, das es natürlich auch gibt. Aber der vorsätzliche Systemling wirft sein Leben freiwillig weg, was schade ist! Letzlich ist es ein spiritueller Krieg, der da gerade abläuft, und dieses auch so geliebte System wird verlieren. Und selbst wenn es gewinnt, werden wir alle verlieren, auch die, die derzeit noch dessen Nutznießer sind. Wie immer empfehle ich auch hier wieder, den WEG DER MITTE einzuhalten, jenseits von unkritischem Verschwörungsdenken, aber auch jenseits von Anbiederung an das herrschende System.

Entkehrung

Schon in den letzten beiden Beiträgen hatte ich angekündigt, über dieses folgende Thema zu schreiben. Zeit, es mal in die Tat umzusetzen. Es soll darum gehen, warum ich vergangenes Jahr fast zum Atheisten geworden bin. Und warum mir die Corona-Krise dazwischen kam.

Es war so etwa um die Weihnachtszeit 2018/2019, dass ich begann, einen Typ von Youtube-Videos (und Blog-Artikeln, selbstverständlich) anzusehen, den ich davor noch nie angesehen habe, weil es mich erstens nicht interessierte, und zweitens, weil ich sogar eine gewisse Aversion dagegen hatte: „Deconversion“-Videos. Der englische Begriff deshalb, weil es diesen Typ von Videos im deutschsprachigen Netz (fast) nicht gibt. Und die wenigen, die es gibt, sind keine besonders guten. Deshalb gibt es auch kein gutes deutsches Wort für „Deconversion“. Manchmal habe ich „Entkehrung“ gelesen, aber das Wort gefällt mir nicht — ist gerade mal gut genug für den Titel dieses Blogeintrags.

Aber was ist denn nun ein Deconversion-Video? Kurz gesagt, ist es das Zeugnis eines Menschen, der die Kamera anschaltet und darüber spricht, dass er/sie früher einmal ein gläubiger Christ war, dann aber den Glauben abgelegt hat und Atheist geworden ist. Ein (heute noch) gläubiger Christ würde so einen Menschen wohl als einen vom Glauben Abgefallenen bezeichnen — sie selbst bezeichnen sich dagegen lieber als „dekonvertiert“.

Was mich fasziniert, ist der unterschiedliche Charakter von Bekehrungs-Zeugnissen und Deconversion-Zeugnissen. In ersteren erzählen Menschen davon, wie sie zum christlichen Glauben kamen — und vorher Atheisten, Okkultisten, Satanisten, und Angehörige anderer Religionen gewesen seien. Die meisten dieser Zeugnisse erzählen, dass die Bekehrung sehr schnell, oft wort-wörtlich von heute auf morgen, vonstatten ging. Meistens hatten die Erzähler mit Depressionen, Anstzuständen, dämonischen Attacken, Alkohol, Drogen oder Ähnlichem zu tun, dann bekehrten sie sich zu Jesus Christus, und von einem Augenblick auf den anderen wurden ihnen die dämonischen Zustände von Gott abgenommen. Danach sei plötzlich alles anders geworden, ihr Leben veränderte sich, sie begannen in der Bibel zu lesen, und waren „gerettet“.

Deconversion-Zeugnisse sind dagegen ganz anders. Die meisten berichten von einem langwierigen und schmerzhaften Prozess, der sich bei manchen über Jahre hinzog. Viele dieser „Dekonvertiten“ waren über Jahrzehnte bibeltreue Christen, und hatten ihr ganzes Leben darauf aufgebaut: Ihre Kirchengemeinde, machmal sogar als Prediger, ihre Familie, ihre Partner, oft sogar ihre Kinder, alles war auf ihren Glauben ausgerichtet. Es war ihr Lebensinhalt. Bis die Zweifel Schritt für Schritt zunahmen bis hin zu dem Punkt, wo es ihnen nicht mehr möglich war, weiterhin ihren Freunden und Angehörigen vorzuspielen, dass sie immer noch gläubig seien. Bis sie ihrgendwann die Konsequenzen zogen und sich von al dem trennten, oft unter schmerzlichen Opfern. Sicher habe ich auch einige Deconversion-Geschichten gesehen, die ich eher oberflächlich fand, aber einige sind wirklich tief und ergreifend, und ich halte diese Menschen für aufrichtige Wahrheitssucher. Hier ein paar Beispiele, wie gesagt, leider auf englisch:

Jeff (vom letzten Video) erklärt seinen Dekonvertierungsprozess auf seinem Kanal „Stairwary to reason“ ungefähr so (ich zitiere aus dem Gedächtnis, weil ich das betreffende Video wohl auf die Schnelle nicht wiederfinde): Er erinnerte sich an seinen Chemieunterricht in der Schule. Der Chemielehrer zeigt ein Glas mit einer roten Flüssigkeit, und gibt einen Tropfen einer anderen Flüssigkeit A dazu. Die gesamte Flüssigkeit im Glas färbt sich blau. Dann gibt der Lehrer einen Tropfen einer dritten Flüssigkeit B dazu, und die Flüssigkeit im Glas wird wieder rot. Ein weiterer Tropfen A, und es wird wieder blau. Jetzt braucht es aber zwei Tropfen von B, damit es wieder zurück nach rot umschlägt. Ein weiterer Tropfen A und es wird wieder blau. Diesmal braucht es 7 Tropfen von B um es zurück nach rot zu verwandeln. Ein Tropfen A und es wird wieder blau. Aber ab jetzt kann der Chemielehrer so viele Tropfen B dazufügen, wie er will: Die Flüssigkeit bleibt blau, und schlägt nie wieder zurück nach rot um.

So ähnlich sei es bei ihm gewesen, als seine ersten Zweifel an der absoluten Wahrheit seines früheren Glaubens gewachsen seinen: Ein Gespräch mit seinem Pastor, und alles war wieder in Butter. Aber nach einiger Zeit seien die Zweifel wieder gekommen. Diesmal musste der Pastor schon etwas mehr Überzeigungsarbeit leisten, um Jeffs Zweifel auszuräumen. Aber die Zweifen kamen erneut, verfestigten sich, nahmen klarere Konturen an, und der Pastor musste schon sein bestes geben, um sein Schäfchen wieder in die Herde zurück zu führen. Bis nach einiger Zeit die Zweifel zu einer neuen Überzeugung wurden, die Überzeugung, dass es kein Zurück mehr in den früheren Glauben geben kann. Egal, wie sich der Pastor auch anstrengt, argumentiert, überredet, droht: Jeffs Dekonversion war abgeschlossen und konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Kommen wir also nun zu der Frage, warum diese Menschen nach so langer Zeit ihren christlichen Glauben verlassen. Ein oft vorgebrachtes Strohmannargument ist, dass die Menschen lieber den naturwissenschaftlichen Erklärungen glauben, weil sie es so in der Schule und in den Medien erklärt bekommen. Also eine Weltentstehung ohne Gott, durch Urknall, Evolutionstheorie usw.. Das würden sie eher glauben, als z.B. die Erklärungen in der Bibel, mit einer 6000 Jahre alten Erde, die in 8 Tagen durch Gottes Wort erschaffen wurde. Ja, solche Fälle gibt es natürlich auch, aber es sind meistens die oberflächlicheren, die ich oben erwähnte. Auch die anspruchsvollen Dekonvertiten, wie in den oben geteilten Videos, vertreten heute ein naturwissenschaftlich-atheistisches Weltbild, owbohl sie früher an die Erklärungen der Bibel gelaubten. (Es gibt noch mehr solche Strohmannargumente, die der Sprecher von „Alone in the Wild“ im ersten Video aufzählt.) Aber die Übernehme des naturwissenschaftlichen Weltbildes war nicht der primäre Grund für ihre Abwendung vom Glauben, sondern kam erst an zweiter Stelle. Die Gründe, die an erster Stelle zum Zweifel führten, waren vielmehr die folgenden:

  • Woher kann ich wissen, dass ein Buch das unfehlbare Wort Gottes ist, nur weil dieses Buch das über sich selbst behauptet?
  • Warum entdecke ich so viele Widersprüche in diesem Buch, muss mich aber zwingen zu glauben, dass diese Widersprüche keine echten Widersprüche sind, sondern mein menschlicher Verstand einfach zu unfähig ist, um das erkennen zu können?
  • Warum soll ich mich zwingen, weiter daran zu glauben, nur aus Angst, sonst in die Hölle zu kommen? Ist das wirklich der einzige Grund? Und ist es ein guter Grund?
  • Warum erschafft Gott eine Welt, in der die große Mehrzahl der Menschen „verlogen geht“, während nur eine kleine Elite „gerettet“ wird? Ist so eine Welt nicht völlig sinnlos?
  • Wieso hat Gott zugelassen, dass es einen Widersacher (Satan) gibt? Wenn Gott der Schöpfer von allem ist, dann hat er ja auch den Teufel erschaffen!
  • Selbst wenn ich „gerettet“ werde, aber dafür viele meiner heutigen Familienangehörigen und Freunde ewig in der Hölle gefoltert werden, weil sie sich nicht „bekehrt“ haben, wie soll ich denn dann im „ewigen Leben“ glücklich sein? Das kann man doch nur schaffen, wenn man selbst ein Psychopath ist!
  • Manche gläubigen Christen sagen sogar, die Schöpfung sei sinnlos, wenn alle gerettet würden. Gerettet werden macht also keinen Spaß, wenn die anderen auch gerettet werden? Diese Leute machen ihr Heil davon abhängig, dass unzählige andere ewig in der Hölle gequält werden. Das ist eindeutig parasitäres Denken. Wie krank ist das denn?

Diese Fragen (und es gibt selbstverständlich noch viele mehr) scheinen mir die Hauptgründe zu sein. Wie gesagt, die Hinwendung zu naturalistischen, wissenschaftlichen Erklärungen unsere Herkunft kommt dann oft erst später. Denn, irgend etwas muss der Mensch ja schließlich glauben, und wenn der frühere Glaube wegfällt, muss ein neuer her.

Man kann sich nun natürlich fragen, warum die Mehrzahl der Dekonvertiten zu Atheisten wird. Schließlich gibt es ja auch christliche Überzeugungen, die rationale Lösungen für die oben genannten Probleme anbieten können, z.B.:

  • Die Lehre von der Präexistenz (also Vorexistenz) der Seele könnte erklären, warum die Menschen arm und reich, gesund und krank, behindert und nichtbehindert usw. geboren werden, weil dies als Konsequenz des Seelenzustandes vor der Empfängnis verstanden werden könnte. Dann muss man nicht annehmen, dass Gott die Menschen aus reiner Willkür so unterschiedlich erschaffen hat.
  • Die Lehre von einer Allversöhnung könnte die Möglichkeit offen lassen, dass böse Menschen nur begrenzte Zeit in der Hölle verbringen müssen, und dass sie selbst dort die Möglichkeit bekommen, sich zu verbessern. Damit könnte die Vorstellung von einem Gott, der die Verdammten aus rein sadistischer Rachsucht ohne Ende quält, ausgeräumt werden.
  • Die Lehre einer wiederholten Wiederverkörperung (Reinkarnation) würde beide oben genannten Möglichkeiten miteinander vereinen.

Nun ist es aber eine interessante Beobachtung, dass Christen, die Lehren wie die oben genannten vertreten, von bibeltreuen Fanatikern sehr viel härter attackiert werden, als Atheisten. Ersteren wird u.a. vorgeworfen, sie seien Irrlehrer, Verführer, Satanisten, Lügner, falsche Schlangen, und schlimmeres. Dagegen lautet die schlimmste „Beleidigung“, die die Bibel für Atheisten bereit hält, so:

„Der Narr spricht in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott.“

Ganz ehrlich: Damit kann ich leben. Als Narr genießt man immerhin Narrenfreiheit, und muss nicht alles blind glauben, was einem vorgesetzt wird. Den Vorwurf, ein Satanist, Lügner, oder Verführer zu sein, finde ich dagegen schon wesentlich schlimmer. Und genau das ist — so glaube ich — der Grund dafür, warum sie die meisten Dekonvertiten sich für den Atheismus entscheiden. Zudem ist der Atheismus heute in den westlichen Gesellschaften auch eine akzeptierte Weltanschauung, in die sich die Menschen, die durch so eine schwere Glaubenskrise gegangen sind, einfügen und Hilfe suchen können. Die wesentliche Hemmschwelle, die beim Übergang in ein atheistisches Weltbild überwunden werden muss, ist, zumindest die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass mit dem leiblichen Tod das Bewusstsein erlischt, und dass unsere bewusste Existenz auf die irdische Zeitspanne zwischen Zeugung und Tod begrenzt ist. Und zwar verbunden mit der Erkenntnis, dass dies nicht bedeuten würde, dass dieses Leben sinnlos ist, und dass man damit nicht zu einem unmoralischen Monster werden würde. Ich denke mal, die Mehrheit der Atheisten sind auch keine Dogmatiker, die die Möglichkeit einer Existenz jenseits der materiellen Ebene konsequent ablehnen. Die fleißige atheistische Bloggerin „Captain Cassidy“ drückte es in etwas so aus (aus dem Gedächtnis zitiert):

Wenn juckt es schon, wo er nach sinem leiblichen Tod sein wird, wenn überhaupt irgendwo, solage er nicht daran glaubt, die Verdammnis in der Hölle verdient zu haben?

Sich diese Möglichkeit einmal bewusst zu machen empfinde ich tatsächlich als bereichernd, auch wenn ich dies tatsächlich nicht so glaube. Und damit komme ich auch zu letzten Punkt dieses Blogeintrags, den ich anfangs bereits erwähnte, nämlich, warum mich die Corona-Krise davon abhielt, zum Atheisten zu werden, wie die Sprecher in den obigen vier Videos. Nun, um es kurz zu machen, die dramatischen Ereignisse, sie sich die seit Ausbruch dieser Krise abspielen, zeigen so deutlich, dass wir in einer Matrix-Welt leben, was mit die Annahme einer rein sekularen Welsicht unmöglich gemacht hat. Statt dessen wähle ich den Weg der Mitte wie ihn der Erhabene SammaSambuddha lehrte, jenseits von einem dogmatischen Glauben an eine „heilige Schrift“ und an einen allmächtigen Schöpfergott, aber auch jenseits von einem reinen Naturalismus. Damit ist nicht der „lauwarme“ Wischiwaschi-Mittelweg gemeint, in dem Sinne, dass man sich um eine Entscheidung für einen klaren Weg herumdrücken will. Sondern gemeint es ist der radikale Mittelweg, wie der Schweizer Philosoph Armin Risi sich ausdrückte, der jeweils beide Extremwege als Irrtum erkannt hat, und sich über beide hinweg setzt.

Im nächsten Blogbeitrag sehen wir uns an, was passiert, wenn Atheismus nichts mehr mit Wahrheitssuche zu tun hat, sondern zu einem Kult wird.

Ausstiegsklausel

Dies ist eine Fortsetzung zu meinen Beiträgen zum Esau-Segen. Für Hintergrundinformationen siehe hier. Diesen Kommentar schieb ich heute auf Maggie Dörrs Webseite:

Ich kann schon verstehen, warum manche offenbar ein Problem mit dem Esausegen haben. Ihr denkt euch wahrscheinlich: Warum soll ich mich auf eine alte, vermoderte Story aus dem Alten Testament berufen, obwohl ich doch selber gar nicht mehr daran glaube? Das ist aber meines Erachtens zu kurz gedacht. Es ist ja nach wie vor so, dass unsere Welt nach diesem alten Schinken organisiert ist, und das “auserwählte Volk” hat immer noch maßgeblichen Einfluss auf das Geldsystem, die Medien, das Militär usw., ob uns das passt oder nicht. Das können wir nicht einfach so wieder rückgängig machen, indem wir sagen: Ich glaub da jetzt nicht mehr dran.

Das ist so wie wenn man einen Vertrag zu seinem eigenen Nachteil unterschieben hat, weil man das Kleingedruckte nicht gelesen hat. Wenn man erstmal erkannt hat, dass man übers Ohr gehauen wurde, ist das zwar schon mal ein erster Schritt, aber dann steckt man ja trotzdem immer noch in dem Vertrag drin. Es hilft nichts, den Vertrag zu zerknüllen, in dem Müll zu schmeißen und bei sich zu denken, ich hab damit jetzt nichts mehr zu tun. Erst wenn man es geschafft hat, legal aus dem Vertrag auszusteigen, kann man ihn zur Seite legen und ist nicht mehr daran gebunden.

So verstehe ich das auch mit der Geschichte von Jacob und Esau. Sie symbolisiert, dass die Israeliten (Jacob) sich durch eine betrügerische Abmachung einen Vorteil gegenüber den anderen Völkern verschafft haben (Esau), an die beide Seiten nun gemäß den Gesetzen der Naturrechts gebunden sind. Jeffrey Daughtery, ehemaliger Pfingstler-Pastor, erklärt meiner Meinung nach besser als jeder andere, dass auch die Geschichte vom Sündenfall im Garten Eden davon erzählt, dass die Völker (Adam und Eva) sich bei den “Auserwählten” (Schlange) zu ihrem Nachteil verschuldet haben (leider auf english, und man muss den penetranten Ami-Slang abkönnen 😉 ).

Mit diesem Vertändnis könnte man sagen, dass der Esausegen quasi die “Ausstiegsklausel” aus dem Vertag ist. Erst dann kann man die Bibel zur Seite legen und braucht sich nicht mehr darum zu kümmern. Soweit mein derzeitiger Erkenntnisstand dazu.

Auch zum Thema Trump und Israel gibt´s ein gutes Video von Jeffrey.

Antwort von Maggie:

Danke, lieber Lano, für deine Mühe!

Ich kriege derzeit meine Gedanken dazu nicht klar und kann dem im Moment nicht begegnen, da es wichtigeres gibt. Nur mal soviel: Für mich sind das alles Matrix-Spielchen aus denen ich ausgestiegen bin und die ja auch gerade zusammen bricht oder man könnte sagen deinstalliert wird. Es ist wie ein Theaterstück (oder PC-Spiel), das ich während der Vorführung verlassen habe und in meine eigene Welt zurück gekehrt bin.

Nachtrag von „Lavendel“ zum Thema:

Schön, der Esausegen sozusagen als trojanisches Pferd in der Thora, um dem bösen Spuk zu gegebener Zeit ein Ende zu bereiten und alle Jakobs zu zwingen, sich zu fügen. Heute! Schließlich steht es ja in der Bibel so drin und muss erfüllt werden. Schon clever, hat Sinn und gibt Hoffnung!

Oder wie Lano Talos es bezeichnet, der Esausegen als “Ausstiegsklausel” aus dem Vertrag. Ich gehe noch etwas weiter und meine, es handelt sich in Wirklichkeit um ein Rollen-Erfahrungsspiel, dem wir vertraglich zugestimmt haben – sogar mit dem Kleingedruckten, weil es um bestimmte Erkenntnisse innerhalb der Dualität geht. Die einen haben die Opferrolle (Esau) übernommen, und die anderen die Täterrolle (Jakob), so will ich es mal bezeichnen. In der heutigen Wahrnehmung ist es zwar noch genau umgekehrt, aber die Lügen kommen jetzt hoffentlich mehr und mehr ans Licht, so dass beide Geschwister ihre jeweilige Rolle erkennen, alles miteinander bereinigen und ohne Hass oder Rachegedanken zueinander finden können.

Klar, haben wir die Nase nun gestrichen voll von Opferrolle, Betrug und dem ganzen Theater, zumal wir hier alles halbwegs durchschauen – viele andere aber noch lange nicht. Die Deinstallation des Ganzen gehört aber offenbar noch mit dazu. Und ob man die Bibel nun mag oder nicht, sie enthält dennoch soviele Weisheiten, wenn es gelingt, sie weder religionsverklärt noch -verbissen sondern metaphysisch zu betrachten. Für mich sind es multidimensionale Weisheiten, die unser Verstand allein nicht fassen kann. Zur Seite legen brauchen wir sie daher noch nicht und ich bin sicher, es gibt noch so manche unerwartete Überraschung für uns darin.

Antwort von Maggie:

Beim AT der Bibel und hier im spezifischen Fall des Esausegens, handelt es sich um einen Bund mit Jahwe, wie ja aus dem Kommentar hervorgeht. Es kann also auch nur die betreffen, die mit Jahwe im Bunde sind. Jahwe alias Thot hat die Erde verlassen und steht sicher nicht mehr hinter seinen Bündnissen.

Da ist die Rede von Bundesbruch und von Eiden auf die Bibel.
Das alles hat ja keine Gültigkeit mehr und Verträge haben wir vielseitig löschen lassen durch entsprechende Dekrete.
Aber alle Juden, Christen und Moslems halten sich dran fest. Vielleicht sollten wir eher mal in dieser Richtung schauen, ob wir das was zu bereinigen haben?

Ruhrbarone

Meike Büttner hat mit ihrem Kanal BÄMM eine gehörige Portion Wirbel ausgelöst, mit ihrer Behauptung, sie sei in ihrer Kindheit rituell missbraucht worden. Ich habe ja schon viele Shitstorms im Internet gesehen, aber so einen wie ihre Videos ausgelöst haben, noch nie. Dieser Jessie Marsson erzählt ja auch ziemlich unglaubliches Zeug. Manche glauben ihm, andere nicht. Aber bei ihm gibt’s ja auch nicht so ein Affentheater. Dabei hat er sogar einen ellenlangen Eintrag in dem anonymen Schmier-Portal Psiram. Meike hat keinen Psiram-Eintrag und wird auch nie einen bekommen, weil… aber dazu kommen wir gleich. Tatsächlich ist Meikes Geschichte widersprüchlich, und die Details passen nicht zusammen, weshalb sie von einigen angezweifelt wird. Da haben andere schon genügend drüber gesagt und geschrieben. Aber um rituellen Missbrauch und den Wahrheitsgehalt von Meikes Geschichte soll es in diesem Beitrag nicht gehen.

Früher hat Meike in den Mainstreammedien gearbeitet. Und darum soll es hier gehen. Wie schon erwähnt, haben ihre — harmlos ausgedrückt — Kritiker — schon jede Menge in Meikes Vergangenheit herum gewühlt. Was man ihnen allerdings auch nicht vorwefen kann, denn die Lebensgeschichte dieser Frau liegt im Netz ausgebreitet wie ein offenes Buch — und offenbart eben nicht nur die Widersprüche in der Geschichte, die sie in ihren Videos erzählt, sondern auch so manches andere. Darunter eben wie gesagt die Tatsache, dass sie als Journalistin tief in ein einflussreiches Mediennetzwerk in NRW eingebunden war. Auch unter ihrem früheren Pseudonym „Maike von Wegen“ (Richtig: Maike mit „ai“) ist viel zu finden. Leider sind die Leute, die sie recherchiert haben, allzu voreingenommen da rangegangen, und wer mit Vorurteilen an eine Sache heran geht, findet halt üblicherweise nur das, was einem in den Kram passt. Aber den Eingang in den Kanninchenbau, den ich gefunden habe, haben sie übersehen. Das Netz vergisst nichts, und Google findet alles… naja, alles ist übertrieben, aber zumindest eine ganze Menge. Wenn man ein bisschen systematisch sucht. Tatsächlich hat Meike selbst schon über das Netzwerk ihrer Vergangenheit gesprochen, unter anderem in dem folgenden 5-minütigen Videoausschnitt. Man muss allerdings schon etwas genauer hinhören…

Es ist tatsächlich so, wie Meike es gesagt hat: Eine überschaubare Gruppe von Menschen, die alle miteinander zu tun haben, immer wieder dieselben Namen, immer wieder dieselben Organisationen, immer wieder sich wiederholende Sachthemen: Ständig geht es um Sex, Missbrauch, Verbrechen. Wie gesagt, um diese Sachthemen soll es hier nicht gehen. Aber was auffällt, ist, dass dahinter immer eine materialistische, atheistische, wissenschaftsgläubige Weltanschauung steht. Das Buch von Katharina Heimeier, dass sie hier empfiehlt, kostet zur Zeit bei Amazon 119,95 Euro. Ganz schön teuer, vielleicht will da wirklich jemand nicht, dass es gelesen wird? Deshalb habe ich es leider auch nicht, es gibt aber z.B. dieses Interview, wo die Autorin sagt, dass die deutschen Zeitungsvereger äußerst verschwiegen sind — und das gilt sicherlich auch für den Rundfunk. Verschwiegen, das ist die Meike auch, und das liegt wohl in der Familie… Und wenn, dann äußert sie sich ziemlich kryptisch, wie in obigem Video-Ausschnitt.

Aber kryptisch schreiben, das kann ich allerdings auch, was ich im folgenden tun werde…

Was ja schon von anderen entdeckt wurde, ist, dass Meike zusammen mit einem gewissen Herrn Sebastian Bartosckek einen mittlerweile berühmt-berüchtigten Artikel in der Zeitschrift „Ruhrgestalten“ veröffentlicht hat (… schon wieder was mit „Ruhr“… offenbar das Nest dieser Sippschaft!). Das ist also nichts neues. Bekannt ist auch, dass Herr Bartoschek für den unscheinbaren, aber dennoch erstaunlich einflussreichen Regionalblog „Ruhrbarone“ schreibt. Der Blogbetreiber heißt Stefan Laurin, der in einem Blogbeitrag von 2011 selbst indirekt zugegeben hat, direkt vom israelischen Geheimdienst bezahlt zu werden. Ziemlich eindeutig ist auch die Verbindung des Ruhrbarone-Netzwerks zur sog. „Skeptiker“- (eigentlich: Pseudo-Skeptiker-) Bewegung, die in der „Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ (GWUP) organisiert ist. Die GWUP ist eine weltanschaulich materialistisch-atheistische und wissenschaftsgläubige „Gatekeeper“-Organisation, die der Wahnvorstellung unterliegt, festlegen zu können, was in Deutschland offiziell als Wissenschaft gelten darf, und was nicht. Ich erwähnte in meinem letzten Blogbeitrag, dass ich mir letztes Jahr viele englischsprachige „Deconversion-Zeugnisse“ auf Youtube angesehen habe, und habe dadurch viele kluge Atheisten kennen gelernt, die ich für aufrichtige Wahrheitssucher halte. Aber diese etablierte „Skeptiker“-Bewegung ist eine atheistische Sekte, ein Kult.

Die Weltsicht dieser Leute ist z.B. anhand von einem Ruhrbarone-Gastbeitrag ganz gut ersichtlich: Geist und Seele sind nur chemische und physikalische Prozesse in unserem Gehirn. Jede Willensentscheidung sei nur eine Illusion, weil wir letztendlich Sklaven blinder Naturgesetze seien. Auch ein Mörder könne nicht anderes tun als das, was er tut, und sei deshalb nicht verantwortlich für seine Verbrechen. Die klassische materialistisch-naturalistische Weltsicht also. Wer ein paar Jahre in meinem Blog zurück blättert, kann finden, dass ich früher öfters mal über diese Dinge geschrieben habe (die Wahl meines Blognamens deutet noch darauf hin…). Der verlängerte — illegale — Arm der GWUP ist übrigens dieses eingangs erwähnte Psiram-Portal. Und jetzt sollte auch klar werden, warum Meike dort niemals einen Eintrag verpasst bekommen wird: Weil nämlich vieles darauf hindeutet, dass die Leute, die diese Artikel schreiben, sie persönlich kennen. Die würden sich damit nur selbst outen…

Zurück zu Meikes früherer Arbeit in den Mainstreammedien. Was ihren Gegnern ja so einiges an Munition gegen sie geliefert hat, sind ihre Artikel beim „Debatten-Magazin“ The European. Schon damals offenbarte sie ihre verhängnisvolle Fähigkeit, zu triggern und Shitstorms auszulösen. Was mir ja ganz gut gefallen hat, sind ihre beiden Artikel über den damaligen Terroranschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo, weil diese Artikel, wie ich finde, genau den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Es sind auch genau die richtigen, die da in den Kommentaren aufheulen. Andere Artikel wiederum zeigen, dass Meike offenbar das Gefühl dafür fehlt, wo Grenzen zu ziehen sind.

Und dann gibt’s da noch die Artikel in denen Meike ihre damalige (wie sie sich selbst ausdrückt) ultra-linke Gesinnung zum besten gab, und auf die ihre Kritiker ebenfalls dankbar aufsprangen, um ihr einen Strick draus zu drehen. Da ist z.B. der Artikel namens „Wo sind die echten Menschen?“, in dem sie sich darüber aufregte, dass Konservative ihrer Meinung nach zu viel Raum in den Medien bekamen. Unter diesem Artikel befindet sich im Kommentarbereich eine bemerkenswerte Diskussion:

kelle european

Ist „Remus“ möglicherweise ein Insider? Interessant, was er/sie schreibt! Die genannte Birgit Kelle war ebenfalls Autorin des „European“, ist Katholikin und wirbt für ein traditionelles Familienbild. Warum will „Remus“ Frau Kelle gegen die Büttners dieser Welt antreten lassen? Wie viele gibt es denn? Auch Meike wundert sich in ihrer Antwort: Eine christlich-konservative Kelle gegen alle (vermeintlich linken und atheistischen?) Büttners? Meike ist ja auch bloß eine, und war bisher auch nur viermal in der Glotze, was für eine Büttner offenbar wenig ist… Wenigsten sprang „Herold Hansen“ ihr bei. Schon lustig, oder?

In diesem Zusammenhang ist vielleicht interessant, was Meike auf ihrem englischsprachigen Blog über ihre Großmutter schrieb. Dass sie der einzige Mensch in ihrer Kindheit war, der ihr Halt und Sicherheit gab. Dass sie ihr Geschichten aus der Bibel vorlas, obwohl sie wusste, dass die Eltern nicht wollten, dass Meike im Glauben an Gott erzogen wurde. Warum eigentlich nicht? Vielleicht, weil schon ihre Eltern Teil der „Skeptikerbewegung“ waren? Das materialistische Glaubenssystem, mit dem Meike offenbar erzogen wurde, präsentiert sie in einem Interview mit einem niederländischen Hirnforscher aus dem Jahr 2012, auf einem ihrer früheren Internetblogs. Eine interessante Beobachtung ist übrigens, dass viele Anhänger dieses Glaubenssystems auch Anhänger der Satirepartei Die PARTEI sind, nur so am Rande bemerkt. Auch Meike war in der PARTEI aktiv. Ebenso wie andere Subjekte, die dem GWUP-Umfeld nahe stehen. Ist dieses Image als Satire-Partei möglicherweise nur Tarnung, um Harmlosigkeit vorzutäuschen!?

Ach ja, und dann ist da ja noch dieser berüchtigte Artikel „Umgang mit Wutbürgern“. Obwohl Meike auch dafür mit einer Menge Dreck beworfen wurde, finden ich den Artikel doch irgendwie auf eine naive Weise ehrlich. Da schrieb für mich keine aalglatte Lohnschreiberin, die dem System in den Enddarm kriechen will. Für mich schrieb da eine eifernde Gläubige. Der Artikel war im Affekt geschrieben. Meikes Empörung darüber, das Jörg Thadeusz mit Akif Pirincci und Thilo Sarazzin gesprochen hat, war echt. Wer hat sie da dermaßen mit dieser linken Ideologie indoktriniert? Interessant ist, dass Jörg Thadeusz vom WDR es für nötig hielt, sich mit gleich drei länglichen Kommentaren rechtfertigen zu müssen, siehe Kommentarteil unter dem Artikel. Warum wohl sollte es einen Mann vom Format und Einfluss eines Jörg Thadeusz jucken, wenn sich eine junge, unbekannte, linksextreme Journalistin über ihn aufregt? Also, mir kommt es ja so vor, dass Jörg Thadeusz sehr genau wusste, wer Meike Büttner ist! Auch er ist Ruhrpottler.

Wenn es irgend etwas gibt, was ich an dem Wutbürger-Artikel heuchlerisch finde, dann sind es die Kommentare von Jörg Thadeusz. Weil er natürlich genau wusste, dass Leute wie Pirincci und Sarazzin gern mal ein bisschen auf die Kacke hauen, aber trotzdem immer schön an der Oberfläche bleiben. Dann kann er sie seinem Publikum als ungehobelte Rüpel vorführen, und sich dabei auf die Schulter klopfen, dass er auch solchen Typen die Möglichkeit gibt, sich zu äußern. Aber warum hat er nie Leute wie Daniele Ganser oder Ken Jebsen eingeladen? Wohl, weil er genau weiß, dass er denen keine Argumente entgegen setzen könnte. Den einzigen wirklich treffenden Kommentar — ganz unten auf der Seite — schrieb User „Toni-Ketzer“:

Genauso ist es!


Nachtrag 26. September 2020:

Im Folgenden gebe ich noch eine Diskussion im Kommentarbereich unter einem Video von Ingo Bading wieder, in dem er darüber spricht, dass zeitgleich in der GWUP-Zeitschrift „Der Skeptiker“ und der Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen Artikel erschienen, in denen die „False Memory“-Bewegung verteidigt wird:

Chris Chang schrieb:

Das eigentlich bizarre an der ganzen Geschichte ist, dass Meike Büttner offenbar selbst enge Kontakte mit Leuten aus diesem GWUP/Skeptiker-Umfeld pflegte. Da sie so viel mehr Spuren im Netz hinterlassen hat als „normale“ Menschen, kann man sich einigermaßen einen Eindruck verschaffen, aus welchem Umfeld sie kommt. Die Leute, die diese kritischen Videos über sie gemacht haben, haben ihre Verbindung zur GWUP selbst aufgedeckt, aber anstatt diese Spur weiter zu verfolgen, haben sie Meike dann nur noch ad hominem attackiert, weil sie offenbar ein persönliches Problem mit ihr haben. Sehr objektiv ist das jedenfalls nicht.

Dabei ist dieses GWUP/Wikipedia/Psiram-Netzwerk nicht ganz uninteressant. Eine Art Schlüsselfunktion scheint der linksextreme, antideutsche „Regional“-Blog ruhrbarone.de einzunehmen. Der Blogbetreiber namens Stefan Laurin ist als „freier Journalist“ in etlichen Zeitungen und Magazinen aufgeführt, obwohl er für manche davon noch nie einen Artikel geschrieben hat. Außerdem ist er als fleißiger Wikipedia- und Psiram-Autor enttarnt worden, möglicherweise ist er dort sogar Chef-Admin. Siehe z.B. hier:

http://de.pluspedia.org/wiki/Stefan_Laurin
und
https://antipsiram.wordpress.com/2015/10/15/stefan-laurin-der-mann-hinter-dem-denunziations-netzwerk-psiram/

Wenn man nach ihm sucht, fällt v.a. eins auf: Nirgendwo ist eine Biographie dieses Mannes zu finden. Kein Studienabschluss, keinen Berufsausbildung, nichts. Da fragt man sich schon, wie dieser Mann an so eine Machtposition heran gekommen ist, und wer ihn da hingebracht hat…

So schrecklich das ganze Thema auch ist, aber die Recherche zu diesem Ruhrbarone-Netzwerk finde ich schon spannend. Wenn man ein bisschen systematisch sucht, kann man durchaus den Eindruck gewinnen, dass Meike Büttner für diese Leute keine Unbekannte ist, und mehr noch, dass es offenbar sogar Geschwister gibt, die ebenfalls in diesem Sumpf drin stecken. Ich glaube jedenfalls, dass Meike nicht nur von der alternativen Medienszene genauestens beobachtet wird, sondern auch von gewissen Leuten auf der „anderen Seite“. Schon möglich, dass die Artikel im „Skeptiker“ und der evangelischen Sekteninformationsseite, die du verlinkt hast, eine Reaktion auf ihren Youtube-„Auftritt“ sind…

Antwort Ingo Bading:

Klasse Kommentar, dankeschön. Genau so wird es sein. Opfer sollen zu Tätern gemacht werden. Dazu werden sie auch verleitet, sich in Täter-Zusammenhängen zu bewegen, ob bewusst oder unbewusst, jedenfalls ist die Nähe einfach da. sie soll sich einfach nicht beirren und durcheinander bringen lassen von Leuten, die nicht um zwei Ecken denken können.

Antwort Chris Chang:

Ja, ich habe eine Zeit lang vergeblich versucht, die Leute dazu zu bewegen, in diese Richtung zu denken, und habe es dann aufgegeben. Du bist jetzt tatsächlich der erste, der das ähnlich sieht wie ich. Tut richig gut. 🙂 Meike Büttner selbst hält sich sehr bedeckt, was ihre Vergangenheit betrifft, selbst auf wiederholte Nachfrage. Sie scheint sich jetzt erstmal aus der Öffentlichkeit zurück gezogen zu haben. Ist vielleicht gar nicht mal so schlecht, damit sich die Aufregung ein bisschen legen kann.

Prädestination und Atheismus

Aus einer Diskussion zu einem Video von Ludwig Gartz zum Thema Prädestinationslehre:

„Zentrum für klares Denken“ schrieb:

Die ganze Dramatik des Menschheitsschicksals scheint tatsächlich seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden, vorbestimmt – und es wird aktiv seitens der Eliten ( der dafür Auserwählten) darauf hingearbeitet. Sie denken und planen nicht nur innerhalb der eigenen Generation, sondern weit voraus. So allmählich mehren sich in mir die Zweifel, ob nicht auch bereits der Ausgang feststeht und viele Menschen aufgrund von Prädestiniertheit lediglich als eine Art „Statisten“ dienen. Einige reformatorische Bewegungen (u.a Calvinisten) aber auch Augustinus sahen das ja so. Was ist das für ein Spiel und weshalb gibt es anscheinend „Wissende“ oder „Eingeweihte“ wie u.a. Tolkien oder manche Autoren der Bibel? Alexander Pyakin sagte mal, dass die „Offiziere“ ihre Anweisungen aus dem AT bezögen. Kommt eben wohl drauf an, wie man es „kommentiert“.

Meine Antwort:

Für Augustinus und Calvin hat ein Gott für jeden von uns bereits vor unserer Geburt festgelegt, wer zu den wenigen Auserwählten für das ewige Leben gehört, und wer zur großen Mehrheit derjenigen, die ewig in der Hölle gefoltert werden. Und es gibt nichts was wir tun können, um das zu ändern. Eine sinnlosere Welt kann ich mir wirklich nicht mehr vorstellen. Warum sollte ein liebender Gott so eine Welt erschaffen? Dann wäre es doch besser, er hätte überhaupt nichts erschaffen. Dagegen finde ich die Welt der säkularen humanistischen Atheisten noch wesentlich erträglicher, da sind wir zwar auch nur blinden Naturgesetzten unterworfen, aber das Ende ist immerhin für alle gleich, die Guten und die Bösen, nämlich die entgültige Auslöschung des Bewusstseins mit dem leiblichen Tod. Aber wenigstens kann man so sein Leben ohne die permanente Angst vor einem grausigen Gott verbringen.

Antwort von Zentrum für klares Denken:

Ja – nicht nur für den Verstand empörend. Ewige Hölle für begrenzte – oder gar keine – Schuld. Daher glaube ich das auch nicht, auch wenn Augustinus sicher ein kluger Mensch war. „Reinkarnation“ ist logischer und gerechter, wenn auch „unchristlich“.

Meine Antwort:

Ja, es ist das einzige was wirklich Sinn ergibt. Sicher waren sowohl Augustinus als auch Calvin kluge Menschen, aber ich denke mal, sie lehrten im „Auftrag“ gewisser Hintergrundmächte…

Antwort von Zentrum für klares Denken:

„..Genug, dem nicht mehr einzuverseelenden Machtwillen Roms wurde inzwischen heimlich der Machtwille Judas aufgepfropft, und dieser bestimmte hinfort das Wachstumsgebilde: der Papalismus ist judaisierter Cäsarismus. Wir haben hier über das Wesen des Jahwismus umso weniger etwas nachzutragen, als sich mit ihm nur der Herakleismus selbst verbesondert hat zum Herrschaftsanspruch einer nicht mehr lokalisierten Minderheit, die ihre Ziele ganz vorzugsweise mit Hilfe persönlicher und politischer List verwirklicht. Für deren Herkunft aber aus dem Machtwillen jenes gestauten Tätertums, das auch zuvor schon dem ungehemmten von Eroberern, Usurpatoren, Staatsmännern, Gewaltmenschen, Despoten usw. als Priestertum gegenübertrat, mögen hier einige Sätze desjenigen Mannes Zeugnis ablegen, der diese Willensgestaltung am genauesten und erfolgreichsten untersucht hat ….“ zitiert aus Ludwig Klages „Der Geist als Widersacher der Seele“, Seite 1243

Noch einmal Zentrum für klares Denken:

P.S.: Mit dem „Mann, der diese Willensgestaltung“ am besten erkannt hatte, war Nietzsche gemeint. Nur, um möglichen „Verwechslungen“ vorzubeugen, ha,ha…

Christine Bär schrieb an mich:

„Blinde“ Naturgesetze? ALLE NATURGESETZE sind VOLLKOMMEN, denn sie sind Gottes Werk. „IM LICHTE DER WAHRHEIT“ von Abd-ru-shin

Meine Antwort an Christine:

Ich denke mal, ich sehe das gar nicht so viel anders als du, aber so habe ich das auch nicht gemeint. Ich habe aus der Sicht der materialistischen Atheisten geschrieben, die glauben, dass wir nur das Produkt einer ziellosen biologischen Evolution sind, und dass Geist und Bewusstsein nur „Dreckeffekte“ der physikalischen und chemischen Prozesse in unserem Gehirn sind. Diese Sicht teile ich nicht, ich habe sie nur der Prädestinationslehre gegenüber gestellt, von der „Zentrum für klares Denken“ geschrieben hat. Vor allem im englischsprachigen Youtube kann man viele „deconversion“-Zeugnisse finden von Menschen, die oft Jahrzehnte lang „wiedergeborene“ Hardcore-Christen waren, und dann zu Atheisten geworden sind, weil sie die Vorstellung nicht mehr ertragen konnten, dass die Mehrzahl aller Menschen, darunter wahrscheinlich ihre Verwandten und Freunde, in eine „ewige Verdammnis“ kommen, nur weil sie sich nicht zu Jesus Christus „bekehrt“ haben. Diesen Menschen ist die Vorstellung, dass nach dem Tod alles aus ist, erträglicher, als diese „bibeltreue“ Vorstellung einer nie endenden Verdammnis, und viele sagen, dass ihnen ein schwerer Stein vom Herzen fiel, als sie ihren christlichen Glauben ablegten. Aber wie gesagt, ich lehne beide Vorstellungen ab und gehe lieber den „radikalen Mittelweg“, wie Armin Risi sich ausdrückt.

Antwort von Zentrum für klares Denken:

Die „Hölle“ ist gemäß dieses Abdrushin (Oskar Ernst Bernhard) eine Art nachtodlicher Seelenzustand, in den man bildhaft fällt (bzw. „sinkt“ – gemäß seines Gesetzes der Schwere) und auf Seinesgleichen trifft, auf lauter Seelen, die demselben Zustand verfallen sind. Aus einer Art Ekel heraus will man dann „aufsteigen“ – und sprichwörtlich nicht noch tiefer sinken oder verharren. Habe mal ein Video eines vormals depressiven Mannes gesehen, der klinisch tot gewesen war und heulend zusammenbrach (war definitiv nicht gespielt) als er sagt, dass er sich in einem solchen – furchtbaren Zustand befand – und ihn dann eine Hand rettend nach oben zog. Die Erschütterung und absolute Erleichterung und Dankbarkeit dieses Mannes war echt. Daher denke ich, dass die Gnade doch eine Rolle spielt und nicht nur eigene „Leistung“. Und das ist wohl der eigentlich christliche Gedanke.

Meine Antwort:

Genau, ein Problem sehe ich halt nur dann, wenn mir jemand eine der beiden Extrempositionen verkaufen will: Also, dass entweder AUSSCHLIESSLICH Gnade möglich ist, oder, auf der anderen Seite, dass AUSSCHLIESSLICH die eigene Leistung zählt. Auch hier ist wohl wieder der „radikale Mittelweg“ die beste Lösung.

In dem Erzählstrang waren noch ein paar mehr Kommentare, die jedenfalls nicht zu diesem Thema waren, und die ich hier deshalb weglasse. Zu den „deconversion“-Zeugnissen wollte ich demnächst mehr schreiben, auch zu der Frage, warum im deutschsprachigen Netz so etwas kaum zu finden ist. Hier das besagte Video von Ludwig Gartz, aus dem ich die Diskussion kopiert habe:

 

Weg der Mitte

Darüber habe ich letztens schon mal kurz etwas geschrieben, aber ich erachte das Thema als so wichtig, dass da noch mehr dazu gesagt werden muss. Der Weg der Mitte ist eine Lehre aus dem Buddhismus und ist etwas, was im westlichen Kulturkreis meinem Empfinden nach viel zu kurz kommt. Oft wird das Bild eines Lautenspielers verwendet: Wenn die Saiten der Laute zu stark angespannt werden, reißen sie. Wenn sie zu lasch angespannt sind, kommt kein Ton aus der Laute. Nur, wenn die Saiten stark genug angespannt werden, dass sie schwingen können, aber nicht zu stark, damit sie nicht reißen, kann man auf der Laute Musik spielen.

Aufhänger meines heutigen Blogeintrags ist, dass die Diskussion aus dem vorherigen Beitrag (Thema Gendermainstreaming und Christentum) doch noch kurz weiterging. Der Kommentarschreiber Felix Späth antwortete mir:

Die Vorstellung, dass geschlechterspezifisches Verhalten anerzogen sei, ist aus meiner Sicht in vielen Fällen geradezu offensichtlich. Ich empfehle hierzu folgenden Beitrag, der dies auf frappierende Weise deutlich macht:

https://youtu.be/nCYP9Nxw2s4

Vor diesem Hintergrund ist ein bewusster Umgang mit diesen Klischees sehr wichtig. Ansonsten bedroht dies unser aller Freiheit und die Entwicklung unserer Kinder.

Zur Sprache: Ich befürworte sicher nicht alles. Aber dass diese Fragen diskutiert werden müssen, finde ich richtig und wichtig, weil die bisherige Sprache letztlich Ausdruck einer patriarchalen heteronormativen Kultur ist, die die Mehrheit der Menschen (insbesondere: Frauen!) nur unzureichend repräsentiert.

Und Nein, das wird nicht „von oben“ verordnet. Was soll diese Aussage in einer Demokratie eigentlich bedeuten? Die Entwicklungen sind vielmehr im Ausgangspunkt aus der Zivilgesellschaft, also von „unten“ entstanden. Zum Beispiel die „Ehe für alle“ macht dies deutlich. Ohne den jahrzehntelangen Kampf von „unten“ hätten wir sie noch immer nicht, würden wir gleichgeschlechtlich orientierten Menschen noch immer ohne Grund ein Menschenrecht vorenthalten.

Herrn Kutschera kann ich nach seinen völlig verrückten und menschenverachtenden Äußerungen zur Ehe für alle nicht mehr ernst nehmen. Die Aussage, damit werde von Seiten des Staates Pädophilie gefördert, ist schon in sich widersprüchlich und bewegt sich auf dem Niveau von Herrn Latzel. Überdies begeht er ständig den Fehler, aus einem vermeintlichen Sein ein Sollen zu schließen. Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass Atheismus allein nicht reicht.

Meine Antwort darauf:

Na gut, dann kommen wir da eben nicht zusammen. Bisschen traurig macht mich nur, dass es da anscheinend nur noch zwei Standpunkte gibt, entweder

  • Bibelfundamentalismus mit Verteufelung aller Andersdenkender, oder
  • Linksliberal, gegen „rechts“, für Abtreibung, für Gendermainstreaming, für „Ehe für alle“, usw.

Wenn man wie ich den Weg der Mitte geht, steht man recht einsam auf weiter Flur. Aber im Prinzip kann’s mir ja wurscht sein. Ich glaube, ich lehne mich von jetzt an nur noch zurück mit ner Tüte Chips und nem Bier und schau mir an, welche Seite gewinnen wird. Mein Tipp geht an die Fundies.

Manch ein Christ könnte vielleicht jetzt einwenden, dass der Weg der Mitte der laue Weg sei, und auf die vielzitierte Bibelstelle Offenbarung 3,16 verweisen. Das stimmt aber nicht! Lauheit bedeutet, immer den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Der Weg der Mitte ist nicht der Weg des geringsten Widerstands, denn da hat man immer beide Extremseiten gegen sich. Die eine oder andere Extremposition anzunehmen, ist oft sogar einfacher, denn da findet man immer leicht eine Gruppe, in die man sich einfügen kann, wo man immer wieder Bestätigung finden kann, und wo man die Welt in „wir“ und „die anderen“ aufteilen kann.  

Genderideologie

Unter dem unten verlinkten Video auf dem Kanal „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ hatte ich eine interessante Diskussion mit einem anderen Kommentator über das Thema Genderideologie. Anlass des Videos ist ein Disziplinarverfahren des Kirchenausschusses der evangelischen Kirchen in Bremen gegen den Pfarrer Olaf Latzel, der in einer Predigt angeblich Homosexuelle als Verbrecher bezeichnet haben soll. Daraufhin wurde seine Kirche beschmiert und Angehörige der Schwulen- und Lesbenbewegung störten seine Gottesdienste. Hier die Diskussion:

Felix Späth:

Wenn man dem Wahn anhängt, die Bibel sei heilig und jedes Wort wahr, dann ist die Argumentation von Latzel und Vorstand jedenfalls nachvollziehbar. Das Problem ist aber eben diese Grundlage, die jedweder Evidenz entbehrt und der nicht mehr Bedeutung beigemessen werden sollte wie jedem anderen Märchen auch. Es stimmt, die Bibel ist – jedenfalls bei unbefangener, unverbildeter Betrachtung – klar und eindeutig hinsichtlich des Themas Homosexualität. Allein schon der Satz „Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide haben den Tod verdient; ihr Blut kommt auf sie selbst.“ in Lev 20,13 macht dies hinreichend deutlich. Diese Bibelstelle macht aber auch klar, dass die Bibel insoweit selbst die Hetzschrift ist. Wer dies übernimmt, hetzt, so einfach ist das. Klar, wer ernsthaft meint, dies sei „Gottes“ heiliges Wort, wer also seinen Verstand beim Lesen der Bibel ausschaltet, dem kann dies nicht als Hetze gelten. Anstatt sich zum Thema Homosexualität ein paar eigene Gedanken zu machen, die intersubjektiv überzeugen können (Ausgangspunkt der Überlegungen könnte sein: wem schadet zwischen erwachsenen Menschen gelebte Homosexualität eigentlich?), wird dann eine sogenannte „Schöpfungsordnung“ bemüht, was von geistiger Armut zeugt und sehr deutlich macht, dass Argumente fehlen. Das eigentliche, lächerliche Argument ist: es steht in der Bibel. Denn wenn die Bibel nicht wahr ist, dann gibt es auch keine Schöpfungsordnung im christlichen Sinne. Vor dem Hintergrund dieses fundamentalistischen Unsinns frage ich mich, ob die grundgesetzlich verbürgte, nur durch verfassungsimmante Schranken einschränkbare Religionsfreiheit nicht doch überschätzt ist. Ich neige zunehmend dazu, dass Ideologie (religiöses Denken ist im Kern ideologisches Denken, da es wie jede Ideologie auf nicht hinterfragbaren Dogmen beruht) nur einen geringeren Schutz verdient hat. Das entspricht aber wohl nicht unserer Verfassungsrealität, siehe Art. 4 GG.

Lano Talos:

Wenn Sie es so sehen, dann müssen Sie allerdings auch konsequent sein, und den links-grünen Genderideologen ebenfalls nur einen „geringen Schutz“ zugestehen. Und dem Islam natürlich sowieso!

Felix Späth:

Der letzte Abschnitt meiner Ausführungen war eine Frage, nicht mehr und nicht weniger. Da habe ich keine abschließende Position. Für den Koran gilt das Gleiche wie für die Bibel. Das Problem ist religiöses Denken, egal woher es kommt. Die „links-grüne Genderideologie“ ist ein rechter Kampfbegriff ohne Erkenntniswert.

Lano Talos:

Sie sind immerhin der einzige, der sich mit guten Argumenten der hier in den Kommentaren vorherrschenden bibeltreuen Sicht der Dinge entgegenstellt, deshalb antworte ich gerne. Es stimmt natürlich, dass die Bezeichnung links-grün hauptsächlich von Rechts-Konservativen verwendet wird, also lassen wir „links-grün“ mal weg. Ich bleibe aber bei meiner Behauptung, dass die Genderideologie eben genau das ist, nämlich eine Ideologie. Einmal, weil ganz klar eine politische Agenda dahinter steht, zum anderen, weil ich sie für pseudowissenschaftlich halte. Diejenigen, die diese Ideologie propagieren, bezeichnen sich selbst als „Genderwissenschaftler“. Dabei wird Gender nicht nur von religiöser Seite kritisiert, sondern durchaus auch von Atheisten, wie in Deutschland z.B. von dem Evolutionsbiologen und scharfen Kreationismuskritiker Prof. Ulrich Kutschera. Gender widerspricht nämlich nicht nur dem christlichen Weltbild („Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, und er schuf sie als Mann und Frau“), sondern auch dem der naturalistischen Evolution, nach der die Natur zwei Geschlechter hervorgebracht hat, um mit einer sexuellen Fortpflanzung so gut wie möglich zur Vermischung von Genen zu sorgen.

Sie bezeichnen in Ihrem Kommentar religiöses Denken als Ideologie, aber auch hier gilt, dass sich die Theologie selbst als Wissenschaft sieht, und nicht als Ideologie. Da gibt es nämlich durchaus Parallelen. Wenn Sie also ernsthaft über eine Einschränkung der Religionsfreiheit nachdenken, weil sie Religion als Ideologie ansehen, müsste dasselbe also auch für Gender-„Erziehung“ (ich würde eher sagen: Indoktrination) gelten.

Weiter schreiben Sie, dass religiöses Denken wie jede Ideologie auf nicht hinterfragbaren Dogmen beruht. Ja, dem stimme ich zu, auch wenn das nicht für jede Form der Religiosität der Fall ist. Aber auch hier sehe ich wieder Parallelen zu den Gender-Ideologen, die glauben, ihre Sicht sei die einzig richtige, und sie seinen deshalb berechtigt, wegen der Predigten von Pfarrer Latzel Vandalismus an der Kirche St. Martini zu betreiben, und den Gottesdienst auf abstoßende Weise zu stören. In dieser Sache stehe ich deshalb auch ganz auf der Seite von Pfarrer Latzel, auch wenn ich sein Gottesbild ablehne.

Felix Späth:

Vielen Dank für Ihr freundliches Bemühen, mir mit Argumenten zu begegnen. Mir ist nicht klar, was Sie mit „Genderideologie“ genau meinen. Die Genderwissenschaft ist übersetzt zunächst einmal die „Wissenschaft des Geschlechts“, das ist zunächst mal eine neutrale Feststellung. Ideologisch können nur konkrete Aussagen sein, die nicht hinreichend begründet sind und die als unverrückbar dargestellt werden. Ich schließe nicht per se aus, dass es solche Positionen gibt, dann müssen sie aber benannt werden.

Die Natur hat definitiv mehr zu bieten als nur die zweigeschlechtliche Fortpflanzung. Für einen ersten Einstieg empfehle ich den Wikipedia- Artikel zum Stichwort „Fortpflanzung“. Viel wichtiger erscheint mir aber, was Sie möglicherweise mit dieser These von den zwei Geschlechtern in der Natur implizieren wollen. Sie sind hier in der Gefahr, einen naturalistischen Fehlschluss zu begehen, nach dem Motto: In der Natur ist es so, also ist es gut. Von einem Sein kann man aber nicht logisch auf ein Sollen schließen. Genauso könnte ich argumentieren, dass es vielerorts in der Natur Homosexualität gibt und dass sie deshalb gut sein muss. Auch das wäre wenig überzeugend.

Sicherlich kann man die Bibel wissenschaftlich erforschen. Wenn Theologie aber mit „Bekenntnis“ verbunden wird, ist man stets in der Gefahr, bestimmte Fragen lieber doch nicht zu stellen, oder sie zu stellen, aber zwingend zu einem bestimmten Ergebnis gelangen zu müssen. Das ist dann aber keine Wissenschaft mehr.

Vandalismus und Störung von Gottesdiensten lehne ich ab. Ich lehne es aber auch ab, wenn Menschen, die niemandem etwas getan haben (Teilnehmer der CSDs), als Verbrecher bezeichnet werden. Das ist einfach nur widerlich und beleidigend. Wenn ich dann hier die ganzen religiösen Kommentare höre, die damit offenbar kein Problem haben, dann macht mich das traurig und wütend.

Lano Talos:

Genderideologie bzw. „Gendermainstreaming“ ist die Vorstellung, dass geschlechterspezifisches Verhalten anerzogen ist, dass das traditionelle Geschlechterverständnis schlecht sei, und dass man die Gesellschaft entsprechend umändern müsse, um es zu überwinden. Dazu müsse man die Kindererziehung schon in sehr frühem Alter verändern (siehe z.B. https://kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/bildungsbereiche-erziehungsfelder/geschlechtsbezogene-erziehung-sexualerziehung/1264), und sogar in die deutsche Sprache eingreifen, weil sie angeblich diskriminierend ist („Gendersprech“, was ja jetzt schon an Schulen, Unis, und Behörden verpflichtend ist). Das wird ja alles von oben verordnet, Bürger haben kein Mitspracherecht. Hier z.B. ein Aufsatz von dem Atheisten Prof. Ulich Kutschera, den ich in meinem letzten Kommentar bereits erwähnte: https://www.laborjournal.de/blog/?p=9391

Was Latzels „Verbrecher“-Zitat betrifft, ich kenne die betreffende Predigt nicht und weiß nicht, was er genau gesagt hat. Der Kirchenvorstand behauptet ja, Latzel sei aus dem Zusammenhang zitiert worden und er habe sich für Missverständnisse entschuldigt. Ich hatte ja gehofft, dass er etwas genauer darauf eingegeht, aber da kam nicht mehr viel. Leider sind auch viele Latzel-Verteidiger hier in den Kommentaren hauptsächlich damit beschäftigt, allen „Ungläubigen“ die ewige Hölle an den Hals zu wünschen, anstatt mal darüber zu informieren, wer mit den „Verbrechern“ eigentlich gemeint sein soll. Nur noch als kleine Anmerkung, ansonsten bin ich wahrscheinlich näher bei Ihnen, als Sie vielleicht meinen. Jedenfalls näher als der Mehrheit der anderen Kommentarschreiber hier.

Hier endete der Diskussionsstrang. Noch als Nachtrag: Der Einschätzung von Felix Späth, dass die Bibel eine Hetzschrift ist, hätte ich letztes Jahr noch zugestimmt. Heute würde ich sagen: Es hängt davon ab, wie man sie interpretiert. Die meisten bibeltreuen Christen würden wohl nicht zugeben, dass sie die Bibel der Zeit entsprechend auslegen, de facto tun sie es aber trotzdem. Exodus 22,17 „Eine Hexe darfst du nicht am Leben lassen“ wurde bekanntlich im Mittelalter und der frühen Neuzeit wort-wörtlich in die Tat umgesetzt. Heute werden sie diesen Vers halt irgendwie anders interpretieren, keine Ahnung wie. Ist zum Glück auch nicht mein Problem, weil ich kein bibeltreuer Christ bin.

Diktatur

Ludwig Gartz glaubt, dass es in absehnarer Zeit zu einer offenen weltweiten Diktatur kommen wird, und erklärt, warum das nicht nur schlecht ist. Ich glaube, dass er einen ziemlich guten Durchblick hat.

Prophezeiungen

Prophezeiungen können unterschiedliche Funktionen erfüllen. Sieht man einmal von Irrtümern, Wahnvorstellungen, und bewussten Irreführungen ab, schlage ich die im Folgenden genannten drei Kategorien vor. Für jede dieser Kategorien gibt es, so meine ich, Beispiele in der Bibel, die ja bekanntlich voll von Prophezeiungen ist:

  1. Ankündigung von Ereignissen, die nicht mehr kollektiv abzuwenden sind, damit einzelne die Möglichkeit haben, sich individuell auf bevorstehende Schwierigkeiten vorzubereiten. Beispiel ist die Ankündigung der Sintflut an Noah, damit er Zeit hatte, seine Arche zu bauen, um sich, seine Familie, und alle tierischen Spezies zu retten (wie auch immer die praktische Umsetzung dabei ausgesehen haben mag…).
  2. Warnung von Ereignissen, die stattfinden werden, falls die Menschen kollektiv ihr Verhalten nicht ändern, die aber abgewendet werden können, falls eine kritische Masse ihr Verhalten ändert. Beispiel aus der Bibel ist die angekündigte Zerstörung der Stadt Nivine im Buch Jona, die dann doch nicht stattfand, weil die Bewohner von Nivine von ihrem schädlichen Verhalten umkehrten und Buße taten.
  3. Prophezeiungen als „Drehbücher“ für bestimmte Ziele. Diejenigen, die diese Ziele erreichen wollen, setzen sie dabei als Prophezeiungen in die Welt, und arbeiten dann gezielt auf deren Erfüllung hin. Je mehr Menschen dann diesen Prophezeiungen glauben, desto mehr Energie steht den Urhebern für die Erfüllung ihrer Ziele zur Verfügung. Beispiel könnten möglicherweise die Ereignisse sein, die in der Offenbarung des Johannes prophezeiht wurden.

Natürlich gibt es auch außerhalb der Bibel jede Menge Prophezeiungen, die man auf diese Weise in je eine dieser 3 Kategorien einordnen kann.

Wahrheit?

Jedesmal, wenn mir jemand seine angebliche Wahrheit aufdrücken will, habe ich ein Kriterium, mit dem ich das überprüfen kann. Jesus sagt:

Ich sende euch den Geist der Wahrheit, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Wenn Jesus recht hat —  und davon gehe ich aus — dann folgt daraus im Umkehrschluss: Wenn eine vermeintliche „Wahrheit“ dich nicht frei macht, sondern dich bedrängt, nötigt, niederhalten will, oder versklavt, dann kann es unmöglich die Wahrheit sein. Nie und nimmer!!

Das heißt nicht, dass die Wahrheit immer das sein muss, was deiner Komfortzone entspricht, im Einklang mit deinem Begehren ist, oder süß in deinen Ohren klingt. Das ist die Wahrheit nur in den seltensten Fällen — vielleicht sogar nie. Wahrheit kann zunächst einmal verstörend, schmerzlich, sogar grausam sein. Aber: Letztendlich muss sie dich zur Freiheit führen. Sonst ist es nicht die Wahrheit. So einfach ist das! Wenn mir also jemand verklickern will, z.B. ein religiöser Fanatiker, wenn ich das und das tue oder glaube, obwohl es im Einklang mit meinem Herzen meinem Verstand ist, würde mich das in eine ewige Verdammnis bringen, ohne Hoffnung auf Erlösung, dann kann ich getrost davon ausgehen, dass das gelogen ist.

Naturrecht II

Ein Bekannter, der früher Esoteriker war und sich selbst als Magier bezeichnete, der aber vor ein paar Jahren zum bibeltreuen Christentum konvertierte, schreibt auf seinem Facebook-Account, dass Esoteriker — im Gegensatz zu Christen — an einen unbewussten Weltgeist glauben, den sie nach Belieben manipulieren können. Dieser Bekannte glaubte das wohl früher tatsächlich einmal: Er sah sich als Magier, der die Welt mit Hilfe seines Geistes beeinflussen kann.

Dies trifft aber bestimmt nicht auf alle Esoteriker zu. Ich würde sogar behaupten, die meisten glauben an geistige Gesetzmäßigkeiten, die man eben nicht beeinflussen kann. Man hat nur die Wahl, sich entweder im Einklang mit diesen Gesetzmäßigkeiten zu verhalten, oder gegen diese zu verstoßen. Diese geistigen Gesetzmäßigkeiten nennt man Naturrecht. Die Bibel nennt zwar den Begriff Naturrecht nicht explizit, aber wenn Jesus lehrt, was du sähst, das wirst du ernten, und, mit demselben Recht, mit dem du andere richtest, wirst du selbst gerichtet werden, sehe ich darin nichts anderes als Erläuterungen des Naturrechts. Ich glaube heute, dass auch das alte Testament in vielen Geschichten das Naturrecht lehrt.

David Icke über Covid-19 und 5G

Wer englisch kann, für den ist das folgende Gespräch mit David Icke Pflicht:

https://www.davidicke.com/article/567418/david-icke-live-london-real-today-330pm-uk

Über 2 Stunden lang, und verdammt schwere Kost. Wichtig: Wenn ihr es anseht, dann unbedingt auch die letzten 30 Minuten schauen, denn dort gibt er eine Positive Vision. Ansonsten schlägt’s schwer auf den Magen.

Aus dem Inhalt:

  • Covid-19 Tests
  • Installation von 5G während des Lock-Downs
  • 5G verhindert die Sauerstoffaufnahme im Körper und führt zu Symptomen, die dann einer Covid-19-Infektion zugeschrieben werden können
  • Zwangsimpfungen; Impfdosen werden mit Quantenpunkten versehen
  • Das einzige Ziel: Totale Kontrolle
  • Wie gesagt, besonders wichtig sind die letzten 30 Minuten: Sie haben nur Macht über uns, solage wir ihnen das glauben

Das Video wurde bereits 4 Millionen Mal gesehen. Bitte weiter verbreiten!

Google-Zensur gelockert?

Wo aber Gefahr ist,
wächst  das Rettende auch.

Friedrich Hölderlin

Oder, wie es eines meiner großen Vorbilder, der 2014 verstorbene Physiker Hans-Peter Dürr ausdrückte:

Ein fallender Baum macht viel Krach, aber einen wachsenden Wald hört man nicht.

Wir müssen aufpassen, dass wir bei dem ganzen Chaos und der Angstmache, die da derzeit von allen Seiten betrieben wird, nicht übersehen, dass auch Dinge geschehen, die uns helfen werden. Der Digitale Chronist hat z.B. recherchiert, dass Google offenbar überraschend die Zensur gelockert hat:

Wie glaubwürdig das ist, soll jeder selbst entscheiden. Wenn man es esoterisch ausdrücken will, könnte man vielleicht sagen: Bei all den dämonischen Kräften, die uns derzeit überrumpeln wollen, gibt es offenbar auch Kräfte der Gegenseite, die dafür sorgen, dass diejenigen, die die Wahrheit suchen, sie auch finden können!

Spaltung

Das neuste Audio von Emperor Caligula: „Laßt uns die Corona-Krise mit Solidarität meistern!“

Ich schrieb dazu folgenden Kommentar:

Sehr weise! Du sprichst genau das aus, was mir heute morgen plötzlich klar geworden ist. Man kann in Panik verfallen wegen dem Virus, man kann in Panik verfallen wegen einer möglichen kommenden Weltdiktatur, und beides bringt nichts. Keiner von uns kann aufhalten, was da ins Rollen gekommen ist. Jeder hat seine persönliche Ansicht, wie das alles zu verstehen ist, und die unterschiedlichen Fraktionen beschimpfen und bekämpfen sich gegenseiteig in den Foren und Kommentarteilen. Dabei ist ja genau diese Spaltung wahrscheinlich das Schlimmste, was durch diese Krise verursacht worden ist! Ich bin da in den vergangenen Tagen selbst auch drauf reingefallen. Klar, jeder von uns hat seine persönliche Meinung: Gibt es das Coronavirus wirklich, oder nicht? Ist es nur eine Grippe, oder etwas gefährlicheres? Sind die Ausgangssperren eine notwenige Maßnahme, oder steckt da etwas ganz anderes dahinter? Aber die Wahrheit ist doch: Meine eigene Meinung spielt dabei doch überhapt keine Rolle!

Kann es sein, dass da wieder einmal nur Spaltung betrieben wird, zwischen denen, die glauben, dass die Lungenseuche COVID-19 real ist (wie EC und ich), und denen, die glauben, dass es sich nur um einen Riesen-Fake handelt, um eine Diktatur einzuführen? Dass mit den freiheitsberaubenden Maßnahmen, die da umgesetzt werden, etwas Unheimliches vor sich geht, ist mir auch klar. Natürlich könnte es auch sein, dass es sich bei Meldungen wie, dass in der italienischen Stadt Bergamo die Krematorien überfüllt sind, und die Leichen von der Armee abtransportiert werden müssen, nur um Fake-News handelt. Es könnte auch sein, dass es sich bei den Notkrankenhäusern, die China in Wuhan gebaut hat, in Wirklichkeit um Konzentrationslager handelt. Jeder hat da seine Meinung dazu, aber wer hat schon handfeste Beweise für seine eigene Einschätzung der Lage? Ich jedenfalls nicht, und ich denke mal, die meisten anderen, die sich in Foren, Blogs, und Videos dazu äußern, auch nicht. Außderdem ist es doch auch völlig irrelevant, was ich oder irgendjemand anderes glaubt. Was ich für das wichtigste halte:

Leute, lasst euch nicht schon wieder einmal spalten!