Vom deutschen Selbsthass

Ich komme mehr und mehr zu der Auffassung, dass der wahre Grund für die katastrophalen Zustände in Deutschland weder die EU-Krise, noch die „Flüchtlinge“, noch das Geldsystem, noch der Islam, noch Erdogan, ja nicht einmal Angela Merkel ist, sondern einzig und allein der allgegenwärtige deutsche Selbsthass. Es scheint sich dabei um eine Art ansteckenden Virus oder einen Parasiten zu handeln, der ursprünglich von den Siegermächten des 2. Weltkriegs im Rahmen eines „Umerziehungsprogramms“ in unsere Hirne gepflanzt wurde, und sich inzwischen sehr erfolgreich über praktisch alle politischen Richtungen und Weltanschauungen ausgebreitet hat. Das gibt’s wirklich ausschließlich in Deutschland!

Die klassische Variante

Dies ist die „offizielle“ Variante der deutschen Bundesregierung, umgesetzt von ihrem eigenen Schlägertrupp („Antifa“), und großzügig finanziert von George Soros und Co. Die Geschichte vom ewig Tätervolk, das sich für immer schuldig fühlen und für alle anderen zahlen muss, oder andernfalls so schnell wie möglich auf die eine oder andere Weise zum Verschwinden gebracht werden soll, kennt mittlerweile wohl wirklich jeder. Deshalb lohnt sich auch nicht, darüber noch viele Worte zu verschwenden.

Darüber hinaus hat der deutsche Selbsthass-Virus noch zahlreiche weitere Mutationen und Varianten hervorgebracht:

Die links-grüne Variante

Diese ist der klassischen Variante noch ziemlich nahe: Die Deutschen sind latent rassistisch, sexistisch, homophob, fremdenfeindlich, und faschistoid. Davon können sie nur geheilt werden, indem man sie mit so vielen Migranten wie möglich ausdünnt, die aber auch möglichst unintegrierbar sind, damit sie nicht am Ende auch noch anfangen, sich wie Deutsche zu verhalten. Diese Migranten haben zwar auch alle oben genannten Eigenschaften, aber weil sie ja keine Deutschen sind, ist das ok.

Die transatlantischen Variante

Auch diese ist nah an der klassischen Variante: Die Deutschen dürfen sich nie mehr selbst regieren, sonst ersteht das Dritte Reich wieder auf. Deshalb müssen sie auf ewig ein Dasein als Vasallen der USA fristen. Natürlich müssen sie sich auch bereitwillig als Kanonenfutter an sämtlichen Krisenherden dieser Welt, die von der USA erst geschaffen wurden, hergeben.

Die Antwort auf die transatlantische Variante ist:

Die antimilitaristische Variante

Deutschland hat sich an vielen Kriegen überall auf der Welt beteiligt, und die Deutschen haben nichts dagegen getan. Deshalb müssen sie jetzt zur Strafe alle Flüchtlinge aufnehmen, die durch diese Kriege produziert wurden, und sind selbst Schuld, wenn diese Flüchtlinge ihnen dann die Köpfe abschlagen.

Eng verwandt mit der antimilitaristischen Variante ist:

Die antikapitalistische Variante

Deutschland hat jahrzehntelang über Agrar-, Pharma- und Rohstoffkonzerne die Dritte Welt ausgebeutet und davon profitiert. Um das wieder gut zu machen, müssen die Deutschen jetzt die gesamte Dritte Welt bei sich zu Hause aufnehmen und ihnen alles zurück geben, was sie ihnen genommen haben.

Jetzt kommen wir zu den Mutationen, die sich etwas weiter von der klassischen Variante weg entwickelt haben.

Die systemkritische Variante

Die Deutschen sind obrigkeitsgläubige, faule Schlafschafe, die sich bereitwillig von den Politikern und den Medien belügen lassen. Sie lassen sich freiwillig betrügen, bestehlen und ausnutzen, und wählen ihre eigenen Volksverräter immer wieder selber. Deshalb habe sie auch nichts besseres verdient als das, was sie jetzt bekommen.

Eine Unterart der systemkritischen Variante ist

Die libertäre Variante

Die Deutschen sind Sozialisten (ein ganz böses Schimpfwort!). Sie haben Angst vor Freiheit und sind unselbständig. Sie drücken sich davor, Eigenverantwortung zu übernehmen, und sehnen sie sich nach einem starken Staat, der sie versorgt und ihnen alles abnimmt. Deshalb sind sie selber Schuld, wenn sie von diesem Staat letztlich nur betrogen und ausgenommen werden.

Eine verirrte Form der systemkritischen Variante ist

Die Neonazi-Variante

Die Deutschen sind verweichlichte Feiglinge, die nicht mehr die Eier haben, zuzugeben, wie toll doch alles unter dem Adolf war. Ach, würde er doch heute noch leben, und den Deutschen den richtigen Weg zeigen können!

Und zum krönenden Abschluss hier die am weitesten verbreitete Variante:

Die Schlafschaf-Variante

Die Deutschen sind undankbare Nörgler, die unsere armen Politiker als Volksverräter, und unsere armen Medien also Lügenmedien beschimpfen. Dabei geben sich diese hochkompetenten und seriösen Leute doch alle Mühe, um nur das Beste für uns zu tun. Wie furchtbar, dass so viele Deutsche jetzt dieser schrecklichen AfD hinter laufen! Aber zum Glück gibt es ARD und ZDF, die mir täglich sagen, wie ich darüber denken soll. Dafür zahle ich dann auch gerne meine GEZ-Gebühren.

DISCLAIMER:
Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte es eine selbsthassende Gruppe, Partei, oder Glaubensgemeinschaft geben, die hier nicht erwähnt ist, bitte ich das vielmals zu entschuldigen.

Youtube-Experiment

Nach langer Zeit schreibe ich wieder einmal in meinen — mittlerweile fast zehn Jahre alten — „Willensfreiheitsblog“. Das Thema Willensfreiheit ist mir heute nicht mehr so wichtig wie früher, aber ich belasse es einfach einmal bei diesem Namen. Eigentlich hatte ich den Blog schon quasi aufgegeben, aber wieder etwas zu schreiben ist ein bisschen so, wie nach Hause zu kommen, wo man sich sicher fühlt.

In diesem Beitrag möchte ich eine kurze Bilanz meines Experiments mit meinem Youtube-Kanal ziehen, auf den ich im vorigen Beitrag hingewiesen habe. Es war ein etwa 3-monatiges Experiment, in dem ich Gesichtsvideos öffentlich geschaltet habe, und in denen ich das Zeitgeschehen auf eine Weise kommentierte, wie ich es in meinem unmittelbaren Umfeld nicht tun kann. Ich outete mich mit meinem Gesicht auf direkte Weise als „Dissident“. Dissidenten findet man inzwischen auf Youtube schon ziemlich viele, was auch wichtig ist. Wenn man die Videos auf Youtube durchsucht, scheint man mit einem großen Überangebot konfrontiert. Trotzdem ist des Anteil derjenigen, die sich öffentlich unabhängig äußern, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung verschwindend gering. Das Überangebot kann also gar nicht groß genug sein…

Jeder hat für sich selbst zu verantworten, wie weit er zu gehen bereit ist. Manche zeigen ihr Gesicht, andere nicht. Manche sprechen besonders heikle Themen an, andere halten sich damit eher zurück. Manche bieten ein breites Themenspektrum an, andere konzentrieren sich auf einen ganz bestimmten Themenbereich. Es ist ein Wagnis mit ungewissem Ausgang und es ist wichtig, sich sehr genau zu überlegen, was man in der Öffentlichkeit von sich preisgibt, und inwieweit man bereit ist, dafür auch persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen.

Zurück zu meinem eigenen Experiment. In den ersten drei Monaten lud ich zunächst einige Vidos hoch, in denen ich hauptsächlich auf politische Themen einging, was mich gerade beschäftigte. Ich bereitete mich auf die einzelnen Vidoes nicht allzu viel vor, und sprach in einer eher stockenden Weise, mit längeren Pausen zwischen den Wörtern. Ich merkte, wie schwer es mir fällt, über Dinge zu sprechen, über die wir von der Gesellschaft zu schweigen erzogen worden sind. Es ist, wie eine jahrelange, intensive Konditionierung zu durchbrechen (das Schreiben fällt mir da deutlich leichter). Da ich nicht viel für meinen Kanal warb, und wahrscheinlich auch wegen der nicht gerade flüssigen Sprechweise, waren die Klickzahlen gering, und Feedback gab es nur vereinzelt. Trotzdem hatte ich zunächst keine Probleme damit. Auch die Angst, von Freunden/Kollegen/Vorgesetzten entdeckt zu werden, konnte ich zunächst im Zaum halten. Erst vor ein paar Tagen setzte bei mir plötzlich ein starkes Unbehagen sein, sogar begleitet von körperlichen Symptomen (Nackenstarre). Ich verstand das als Signal, dass ich mich mit meinen Gesichtsvideos überfordert hatte, so dass ich die Videos wieder von der öffentlich Youtube-Liste genommen habe, bis auf zwei Audios, in denen ich mich nicht zeige. Lediglich ein Video mit dem Titel „Der Kampf gegen die Entmutigung, mit den Videos weiterzumachen“ habe ich wieder zugänglich gemacht, als Zeichen, dass ich diesen Kampf noch nicht aufgegeben habe. Allerdings bin ich darauf nur „hinter dem Vorhang“ zu sehen…

Vielleicht werde ich die Videos, die ich von der Youtube-Listung ausgeschlossen habe, hier nach und nach wieder auf diesem Blog verlinken. Mein Gesicht werde ich allerdings erst einmal nicht mehr zeigen. Auch neue Videos wird es sicherlich wieder geben. Videos haben sicherlich eine größere Reichweite — wer liest schon noch Blogs, vor allem, wenn sie in Tagebuchform geschrieben sind? Trotzdem ist mir jetzt klar geworden, dass ich meinen „Hauptauftritt“ wieder hier im Willensfreiheitsblog haben möchte.

Ach ja, herzlichen Dank an das Feedback eines Lesers, der mir riet, wieder zu meinen alten Themenbereichen Quantenphysik, Wissenschaft, Spiritualität/Religion/Esoterik (oder wie auch immer man das nennen soll) zurückzukehren, anstatt mich zu sehr in eine Rolle als „Dissident“ hinein zu manövrieren. Ich nehme diesen Ratschlag ernst: Warum soll ich nicht wieder das machen, wo ich gut bin, und den anderen das überlassen, wo sie besser sind?

Eine Unterweisung der Söhne Korach, vorzusingen

Wie muss man sich als anständiger Mensch in diesen dunklen Zeiten in Deutschland, Europa und der Welt fühlen? Eine gute Beschreibung fand ich in der Bibel im Psalm 44 (hier zitiert ab Vers 10):

Warum verstoßest du uns denn nun und lassest uns zuschanden werden
und ziehst nicht aus mit unserm Heer?
Du lässest uns fliehen vor unserem Feind,
daß uns berauben, die uns hassen.
du gibst uns dahin wie Schlachtschafe
und zerstreust und unter die Heiden.
Du verkaufst dein Volk um ein Nichts
und hast mit ihrem Kaufgeld nichts gewonnen.
Du machst uns zur Schmach bei unserm Nachbarn,
zu Spott und Hohn bei denen,
die um uns her sind.
Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden,
läßt die Völker das Haupt über uns schütteln.
Täglich ist meine Schmach mir vor Augen,
und mein Antlitz ist voller Scham,
weil ich sie höhnen und lästern höre
und muß die Feinde und Rachgierigen sehen.

Dies alles ist über uns gekommen;
und wir haben doch dich nicht vergessen,
an deinem Bund nicht untreu gehandelt.
Unser Herz ist nicht abgefallen
noch unser Schritt gewichen von deinem Weg,
daß du uns so zerschlägst am Ort der Schakale
und bedeckst und mit Finsternis.
Wenn wir den Namen unseres Gottes vergessen hätten
und unsre Hände aufgehoben zum fremden Gott:
würde das Gott nicht erforschen?
Er kennt ja unsres Herzens Grund.

Doch um deinetwillen werde wir täglich getötet
und sind geachtet wie Schlachtschafe.
Wache auf, Herr! Warum schläfst du?
Werde wach und verstoß uns nicht für immer!
Warum verbirgst du dein Antlitz,
vergipsest unser Elend und unsre Drangsal?
Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube,
unser Leib liegt am Boden.
Mache dich auf, hilf uns
und erlöse uns um deiner Güte willen!

Reicht es, sich bei Gott über die Situation, in der wir stecken, zu beschweren, und ihn um Hilfe anzuflehen, wie es die Söhne Korach tun? Wahrscheinlich nicht. Ich glaube eher, dass es der Gott in uns selber ist, der hier gemeint ist. Dazu ein erschütterndes, aufrüttelndes Video zur Ukraine aus der Sicht eines Christen bei kla.tv!

Seelenwanderung und Lügenmedien

Im Gegensatz zu manchen Anhängern eines spirituellen „Nondualismus“ bin ich Vertreter eines knallharten Geist-Materie-Dualismus (viele werde hier wahrscheinlich schon zu lesen aufhören). Natürlich müssen Geist und Materie irgendwo auf einer höheren Ebene trotzdem miteinander verknüpft sein, aber bevor man dazu irgend etwas aussagen kann, halte ich es für sinnvoll, diese beiden Gegensätze erst einmal getrennt zu betrachten. Dem heutigen Mainstream-Menschen ist dabei der Bereich der Materie wesentlich geläufiger. Unsere Körper, sowie die Körper aller anderen Lebewesen der Erde, die Erde selber, bis hin zu allen Sternen und Himmelskörpern des Universums, so glauben wir, bestehen aus Materie. Die moderne Naturwissenschaft seit Isaac Newton war sehr erfolgreich, die Struktur und Umwandlung der Materie immer besser aufzuschlüsseln, und so besitzen wir heute unvorstellbar viel mehr Wissen über das materielle Universum als jede andere menschliche Zivilisation vor uns.

Es gab und teilweise gibt jedoch Kulturen, die sich für die materielle Welt nur wenig interessierten, die sich aber statt dessen auf die Erforschung des Geistes spezialisiert haben. Dazu haben sie verschiedene, teils ziemlich unterschiedliche Methoden entwickelt: Von langen Meditation in Klostern und Tempeln, über das Einnehmen bewusstseinserweiternder Pflanzen- und Pilzgifte, bis hin zu endlosen gregorianischen Gesängen reichte die Palette. Den Überlieferungen zufolge gewannen sie dabei Wissen über Seelenwanderungen, außersinnliche Wahrnehmung, jenseitige Welten, die Sphären der Götterwelt und der erleuchteten Wesen, den Sinn des Universums, und ähnliche Dinge, die eindeutig dem Bereich des Geistigen, und eben nicht des Materiellen zuzuordnen sind. Diesen Kulturen fehlte zwar unser heutiges Wissen über die physikalische Welt, aber sie waren Experten auf dem Feld des Geistes. Unsere Kultur dagegen ist auf diesem Wissensfeld weitgehend verkümmert, denn niemand (oder sagen wir besser: kaum jemand) kann die oben genannten Methoden mehr anwenden: Ein moderner Mensch, der nicht einmal mehr für 5 Minuten von seinem Smartphone lassen kann, kann keinen monate- bis jahrelangen Aufenthalt in einem abgeschiedenen Kloster überleben; bewusstseinserweiternde Drogen sind verboten; und singen können auch immer weniger Menschen. Aus Ersatz wurden seither die Methoden der materialistischen Naturwissenschaft fataler Weise auf Bereiche ausgeweitet, die eigentlich dem Einzugsgebiet des Geistes angehören sollten: Nehmen wir z.B. die Psychologie, die Kosmologie, die Hirnforschung, die Sprachwissenschaft, aber auch die Politik- und Wirtschaftswissenschaft. Diese Wissensfelder wurden dadurch des Geistes beraubt und immer weiter verwässert.

Nennen wir einmal ein Beispiel für eine Kultur, die sich praktisch ausschließlich auf den Geist spezialisiert hat: Tibet. Meines Wissens nach haben die tibetischen Buddhisten viele Wörter mit subtil unterschiedlichen Bedeutungen, die sich im Deutschen allesamt am besten mit dem Wort „Geist“ übersetzen lassen; so ähnlich wie viele Eskimovölker viele verschiedene Wörter für „Schnee“ haben: Ein Hinweis darauf, womit sie sich die betreffende Kultur am besten auskennen. Die Tibeter haben ihre „Forschungsergebnisse“ über die Funktionsweise des Geistes und die Wanderung der Seele durch verschiedene Leben und Welten, die sie in tiefen Meditationen erhielten, in vielen Büchern publiziert, von denen eines der populärsten das sog. Tibetische Totenbuch (TT) ist. Ob das, was dort darüber, was mit der Seele nach dem Tod passiert, steht, stimmt, wie z.B. das Eintauchen in einen Zwischenzustand, Wiedergeburt in einem neuen (menschlichen bzw. tierischen) Körper usw., können wir mit der uns heute zur Verfügung stehenden Naturwissenschaft nicht nachprüfen: Da jene die Seele des Menschen nur bis hin zu den physikalischen Prozessen im materiellen Gehirn kennt, das bekanntlich mit dem Tod stirbt, hat sie zu den jenseitigen Sphären, wie sie im TT beschrieben werden, keinen Zugang. Die naturwissenschaftliche Methode hat ihre Grenzen. Sie kann — wahrscheinlich prinzipiell — nicht erklären, wo Bewusstsein herkommt, obwohl es dieses zweifellos gibt. Das erwarte ich aber auch nicht von ihr, weil ich es nicht für ihre Aufgabe halte.

Falls die alten Tibeter tatsächlich eine Methode zur Verfügung hatten, um Seelenwanderung zu erforschen, würde ich umgekehrt auch nicht verlangen, dass diese Methode auf Bereiche anwendbar sein muss, die ihrerseits von der Naturwissenschaft erforscht werden können. So, wie die heutige Naturwissenschaft zu einem Großteil der im TT aufgestellten Behauptungen keinen Zugang hat, so hatten umgekehrt die alten Tibeter keinerlei Vorstellung von der uns heute zugänglichen naturwissenschaftlichen Methodik. So sind z.B. im TT aus heutiger Siche völlig falsche Erklärungen über die Entwicklung des menschlichen Embryos, aber auch über die geographischer Lage der Kontinente, auf denen Seelen wiedergeboren werden können, gegeben. Unter http://www.bodhibaum.net/bardo/bardo-teilIII.htm heißt es:

Die Schilderung der embryonalen Phase folgt den klassischen indischen Vorstellungen. Danach wird nicht die Gestalt des Embryo beschrieben, sondern die Konsistenz seines Körpers (Dünnflüssigkeit, Dickflüssigkeit) festgehalten. Es schien mir nicht gerechtfertigt, diese Vorstellung gegen die im Westen übliche auszutauschen und damit den ursprünglichen Inhalt des Textes zu verändern.
Ähnliches gilt für die Schilderung der verschiedenen Kontinente, in die der Tote bei der Suche nach einem neuen Körper eintreten mag. Es sind dies nicht die Kontinente, wie sie im Westen bekannt sind, sondern Welten-Kontinente, die durch ringförmige Meere voneinander getrennt sind. Zum Verständnis des Bardo-thödol ist es nicht nötig, hierbei länger zu verweilen. Man muß sich nur vor Augen halten, daß dies Elemente sind, die dem Weltbild des klassischen Indiens angehören. (Vgl. dazu: W. Kirfel: Die Kosmographie der Inder, Bonn 1920.)

Ich sehe keinen Grund, warum die Tibeter durch reine Introspektion in der Lage gewesen sein sollten, Wissen über die Kontinente zu erlangen. Dazu braucht man eine weltumspannende Seefahrt, astronomisches Wissen (zur Bestimmung des geographischen Breitengrades) und ziemlich genaue Uhren (zur Bestimmung des Längengrades). Nichts davon hatten die Tibeter zur Verfügung. Ähnliches gilt für das Wissen über die Gestalt eines menschlichen Embryos: Dazu braucht man entweder Ultraschall oder Kernspintomographie, oder man muss den Embryo töten und aus dem Mutterleib herausnehmen. Letzteres hätten die Tibeter wohl wegen ihres Glaubens abgelehnt. Da sie dieses Wissen also nicht anderweitig bekommen konnten, beriefen sie sich auf die damals verfügbare indische „Wissenschaft“. In meinen Augen ist das durchaus legitim.

Nun kann man jedoch — zu Recht — einwenden, dass nachprüfbar falsche Aussagen über die materielle Welt in alten Schriften wie dem TT ihre Glaubwürdigkeit herabsetzen: Wenn dort Theorien zu finden sind, die mittels der heutigen naturwissenschaftlichen Methodik als falsch erkannt werden können, so wäre auch die Glaubwürdigkeit jener Schriften über jene (geistigen) Bereiche, zu denen die Naturwissenschaft keinen Zugang hat, erschüttert — oder zumindest herabgesetzt. Werner Spat schreibt gar auf seinem Blog:

Wer überprüfbar lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er mal unüberprüfbare Wahrheit spricht.

Zum einen ist es meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt, von einer Methode des Wissenserwerbs zu verlangen, dass sie auf alle denkbaren Sorten von Wissen — ob geistiger oder materieller Natur — anwendbar sein soll; ich glaube auf der anderen Seite auch viele Aussagen der materialistischen Hirnforscher über die physikalischen Prozesse im Gehirn, obwohl deren Erklärungen über die Funktionsweise des Geistes völlig gaga sind. Und zum anderen würde ich den alten Tibetern nicht unterstellen, dass sie zur Entwicklung des Embryos oder zur Geographie der Erde absichtlich gelogen haben. Sie konnten es mangels der uns heute zugänglichen naturwissenschaftlichen Methodik eben einfach nicht besser wissen.

Was hat das ganze jetzt mit den Lügenmedien zu tun? Nun, auf sie trifft Werner Spats Satz zweifellos zu: Sie haben wiederholt nachweisbar gelogen, und deshalb glauben ihnen immer mehr Menschen selbst dann nicht mehr, wenn sie ab und an einmal die (unüberprüfbare) Wahrheit schreiben. Persönlich würde ich jedenfalls dem tibetischen Totenbuch trotz der heute bekannten Fehler 1.000.000-mal mehr Glauben schenken als der BILD-Zeitung, und immerhin 1000-mal mehr als der ZEIT, der FAZ und der Süddeutschen.

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Mein besonderer Dank geht an Werner Spat und an Michael Klinneter, die mich ermutigten, über dieses Thema zu schreiben.

Nachtrag zu Gerd-Lothar Reschke

Zu meinem letzten Beitrag über die Diskussion zwischen Hans-Joachim Heyer und Gerd-Lothar Reschke (GLR) habe ich im Kommentarteil überraschend Feedback von GLR bekommen. Zwar habe ich nur einen kleinen Mini-Blog, der vielleicht sporadisch mal von anderen besucht wird, die oft wohl nur ein einziges Mal einen Blick darauf werfen, aber natürlich gibt jeder ab und an mal seinen eigenen Namen in Google ein, und so wird der besprochenen den Beitrag natürlich schnell finden. Und natürlich wird er darauf dann auch reagieren, denn mein Beitrag war polemisch und enthält auch einige Unterstellungen an die Person, wie mir beim wiederholten Lesen selbst aufgefallen ist. Das hätte mir eigentlich klar sein müssen.

Warum habe ich mich dazu wieder mal hinreißen lassen? So etwas ist mir schon öfter passiert, und erst im Nachhinein fällt mir es dann auf, jedes mal gefolgt von einem Schuldgefühl. Ob sich dieses Muster bei mir jemals ändern wird, weiß ich nicht, aber ich versuche, das hier in diesem Nachtrag zu rekapitulieren, und den Grund für mein Verhalten zu finden. GLR weist mich in seinem Kommentar auf (er schreibt gar: traurige) Missverständnisse in meinem Beitrag hin. Da ich zunächst nicht wissen konnte, worin diese Missverständnisse bestehen, aber keine ungeklärten Missverständnisse öffentlich im Netz stehen lassen wollte, war meine erste Reaktion, den Beitrag in der jetzigen Form entfernen, und statt dessen einen Nachtrag hinein zu schreiben. Das hätte ich für legitim gehalten, da ich früher bereits schon Einträge heraus genommen hatte, die ich im Nachhinein unpassend empfand. Da GRL jedoch inzwischen — was ich nun wirklich nicht erwartet hätte, und wofür ich ihm auch herzlich danken möchte — in einer ausführlichen Antwort auf die Missverständnisse eingegangen ist, möchte ich den Beitrag jetzt doch so stehen lassen, wie ich ihn online geschaltet hatte.

Ich werde Gerd-Lothar Reschkes Antwort noch mehrmals durchlesen müssen, aber bis jetzt habe ich nichts gefunden, wogegen ich mich irgendwie wehren müsste. Das betrifft nicht einmal den Abschnitt über den Sozialismus-Vorwurf, den er — wenn ich es richtig verstanden habe — allein aus meiner Verlinkung der Nachdenkseiten und meines Bezuges auf Hans-Joachim Heyer abgeleitet hat. Was ist das überhaupt, ein „Sozialist“? Hierzu hat er mir freundlicher Weise eine Sammlung aus Videos und Artikeln zusammen gestellt, zu finden im Kommentarteil zum letzten Beitrag. Damit kann ich dann für mich selbst entscheiden, ob ich ein Sozialist bin oder nicht.

Ein paar wichtige Erklärungen konnte ich durchaus aus der Antwort heraus holen. Das betrifft v.a. Gerd-Lothars Aussagen zu seinen — wie ich annehme — wichtigsten beiden Themengebieten, nämlich die Ich-Thematik und das Falschgeldsystem, die er einer Innen- bzw. Außenansicht zuordnet. Diese basieren auf seinen eigenen, unmittelbar realen Erfahrungen (für das erstere im Jahr 2001 und das letztere im Jahr 2007), die man, ähnlich wie das Wissen über den Geschmack einer Banane, gar nicht verstehen kann, wenn man sie nicht selbst gemacht hat. Das bedeutet aber auch, jemand, der diese Erfahrung nicht kennt, kann das entweder nur so annehmen, oder eben nicht.

Einen Abschnitt aus meinem Beitrag hat er noch hervorgehoben:

Warum spricht er immer wieder von „Eigenverantwortlichkeit“, und beschwert sich über das Fehlen derselben bei seinen Mitmenschen (außer sich selbst), wenn es doch gar kein „eigenes“ ich gibt, für das man Verantwortung übernehmen kann? Warum wirft er allen anderen (außer sich selbst) vor, dass sie an der üblen Situation, in dem sich die Gesellschaft zur Zeit befindet (und da würde ich ihm sogar durchaus Recht geben), selbst Schuld seien, wenn es doch gar keinen handelnden Entscheider gibt, der sich für das eine oder das andere entscheiden könnte? Ohne Handlungen und Entscheidungen für das eine und gegen das andere gibt es keine Schuld, weder gegenüber anderen noch sich selbst (die oben erwähnten materialistischen Wissenschaftler scheinen das übrigens — im Gegensatz zu Reschke — erkannt zu haben). Für mich ergibt das einfach von hinten bis vorne überhaupt keinen Sinn!
Das ist die interessanteste und ergiebigste Passage. Ich finde es gut, daß einer — man könnte sagen: endlich — darauf gekommen ist, diesen Punkt anzusprechen.

Ja, das ist tatsächlich der Punkt, der mir persönlich am meisten zu schaffen macht. Es geht um das Thema Schuld, und v.a. um Schuldvorwürfe (die manchmal auch ziemlich implizit sein können). Wenn man jemandem Schuld an etwas vorwirft, impliziert man dabei, dass so etwas wie Schuld tatsächlich existiert, was wiederum bedeutet, dass man dem anderen unterstellt, dass er auch anders hätte handeln können, und moralisch auch anders hätte handeln müssen. Deshalb mein Vergleich mit diesen Hirnforschern, die offiziell behaupten, wissenschaftlich erwiesen zu haben, dass wir keine Wahlfreiheit haben, es deshalb auch keine Schuld gäbe, und dass diese Erkenntnis zukünftig im Strafrecht zu berücksichtigen sei. Trotzdem wimmelt es in derselben Gesellschaft, die jene „wissenschaftlichen Erkenntnisse“ verteidigt, von impliziten Schuldzuweisungen (z.B. dass man als Deutscher geboren ist, dass man den Mainstream-Medien nicht mehr verstraut, usw.). Das passt nicht zusammen. Meine Vorstellung ist deshalb, dass es eine Ebene geben muss, in der Dinge wie Willensfreiheit, Schuld, Moral, Gut und Böse tatsächlich existieren — vielleicht sogar im Sinne der alten, vermufften Religionen und spirituellen Traditionen; deshalb auch meine Wahl für die Namensgebung meines Blogs. Gerd-Lothar wird das vermutlich — ich unterstelle hier doch noch mal — für rührend naiv halten. Seine unter weiter führenden Erklärungen zu Dualität und Nondualität sind sehr tiefsinnig, und für mich (trotz mehrmaligen Lesens) schwierig zu verstehen. Ob sich das vielleicht einmal ändern wird, weiß ich nicht.

Auf jeden Fall habe ich gemerkt, dass da etwas für mich fremdartiges in GLRs Welt ist. Wahrscheinlich was es das, was mich (unbewusst) dazu verleitet hat, in meinem letzten Beitrag auf Konfrontationskurs zu gehen, trotz meines — wie ich sagen muss — Respektes zu Gerd-Lothar. Ob es richtig war, diesen letzten Beitrag zu schreiben, weiß ich immer noch nicht, aber immerhin ist mir dadurch klar geworden, dass durch eine direkte Kommunikation wesentlich mehr rüber kommt, als durch blosses Konsumieren von Videos und Blogbeiträgen.

Heyer vs. Reschke

Auf den Blogs, die ich mir regelmäßig ansehe, werden im Kommentarteilen (soweit diese existieren; dazu später mehr…) oft harte Diskussionen ausgefochten — manchmal niveauvoll, manchmal weniger. Im allgemeinen beteilige ich mich nur selten an Diskussionen, richtig aktiv war ich eigentlich nur einmal vor ca. 10 Jahren, auf dem damaligen Parsimony-Forum von Hans-Joachim Heyer (HJH) (diese Parsimony-Foren gibt es schon seit einigen Jahren gar nicht mehr). Die interessanteste und niveauvollste Diskussion, die meiner Meinung nach jemals im deutschsprachigen Netz ausgetragen wurde, war die zwischen Hans-Joachim und dem mittlerweile nicht mehr ganz unbekannten „Schamanen“ (jedenfalls nannte er sich damals mal selbst so; ob er das immer noch tut, weiß ich nicht) Gerd-Lothar Reschke (GLR). Das war zwar noch „vor meiner Zeit“, aber glücklicherweise hat Hans-Joachim diese Diskussion auf seiner Homepage gerettet, so dass sie bis heute überlebt hat. Die Konversation zieht sich durch mehrere Seiten, siehe diese beiden Links hier, sowie die weiterführenden Links: http://www.hanjoheyer.de/Kritik.html und http://www.hanjoheyer.de/Reschkeforum.html . Eingefleischten Reschke-Fans kann ich nur empfehlen, sich diese Konversationen einmal durchzulesen. Einen weiteren Kontaktversuch zwischen den beiden gab es meines Wissens nach nie mehr — sie machten beide auf ihre eigene Weise weiter. Ja schlimmer noch, sie verlinken noch nicht einmal mehr auf ihren gegenwärtigen Internetpräsenzen aufeinander. Wobei es bei mir doch eher so rüber kam, dass es GLR war, der HJH auf eine Weise abserviert hatte, die ich nicht ganz in Ordnung fand. Eine wahrhaft merkwürdige Episode in der deutschen Netzgeschichte… Außerdem ist diese Diskussion, soweit ich weiß, das einzige Fragment im Internet, das eine wirkliche Diskussion des „Sprachgiganten“ GLR mit einer anderen Person (die zumindest ich ebenfalls als Sprachgigant ansehe) wiedergibt — alles andere auf GLRs zahlreichen Seiten sind Monologe und Selbstgespräche.

Aber HJH ist nicht der einzige, der diese Behandlung erfuhr, anderen erging es nicht besser: Einst war Reschke ganz begeistert von Oliver Janich (den ich auch ganz gut finde, auch wenn ich nicht viel mit seinem radikalen Libertarismus anfangen kann), der ganz ähnliche Ansichten vertritt wie er, aber der war dann auch nix. Später fand er den Jürgen Elsässer gut (das tu ich übrigens auch), um ihn kurze Zeit später mit Goebbels zu vergleichen (sonst geht’s dir schon noch gut, Gerd-Lothar?). Vielleicht gibt es noch wesentlich mehr Opfer des „Reschke-ismus“, die schon lang in der Versenkung verschwunden sind.

Warum interessiere ich mich überhaupt noch für diesen alten Schmonz? Weil es helfen könnte, die aktuelle Situation besser zu verstehen, indem ich die in vielen Punkten völlig entgegengesetzten Denkweisen von GLR und HJH einmal schriftlich gegenüberstelle — obwohl beide ursprünglich denselben Ausgangspunkt haben, nämlich die Suche nach der Wahrheit und Selbsterkenntnis. Wie ich in den spärlichen Einträgen in meinem Blog versucht habe aufzuzeigen, ist mir persönlich dabei Hans-Joachims Welt wesentlich näher. Inzwischen hat Reschke seine Hauptpräsenz auf der Seite www.wertperspektive.de. Er macht heute hauptsächlich (aber nicht nur) Videos politischen Inhalts (von dem ich mir vielleicht jedes dritte bis vierte ansehe) und hängt mit seiner Kritik am Geldsystem im weitesten Sinne der sog. „libertären“ Ideologie an. Im Unterschied zu wahrscheinlich den meisten Reschke-Zuschauern kenne ich GLR durch die oben verlinkten Seiten und Diskussionen mit HJH noch aus der Zeit, bevor er begann sich über Politik zu äußern, und Jahre bevor er begann, Videos zu machen. Seine wesentliche These war damals seine „Erkenntnis“, dass es kein „Ich“ gebe, und dass die Vorstellung, ein selbständig Handelnder zu sein, eine Illusion sei. In der besagten Diskussion versuchte Hans-Joachim, Widersprüche in diesem Konzepts aufzuzeigen (Reschke würde seinerseits wahrscheinlich leugnen, dass es sich um ein Konzept handelt, da er das Wort „Konzept“ generell nicht mag) und wies auf deren Ähnlichkeit mit den Aussagen der materialistischen Hirnforscher wie z.B. Gerhard Roth, Thomas Metzinger oder Wolf Singer hin. Obwohl dieser Vergleich meiner Meinung nach hinkt, und sich Reschke für dieses Thema nicht die Bohne zu interessieren scheint, trifft dies jedoch in einigen Punkten zu: Auch diese Hirnforscher behaupten, bewiesen zu haben, dass es kein „Ich“ gäbe, und da das Gehirn ein geschlossenes physikalisches System sei, das einfach nur „von selbst“ funktioniere, gäbe es keinen freien Willen und deshalb auch keinen Handelnden. Die Gründe für diese ähnlichen Schlussfolgerungen könnten aber unterschiedlicher kaum sein: Den erwähnten Herrn Professoren geht es darum, ihre Karriere und ihr Professorengehalt zu sichern, und sie tun das, indem sie als Mitläufer im Strom des materialistischen Mainstreams mit schwimmen — sie wissen einfach, was die Mächtigen gerne hören wollen, und setzen ihre überragende Intelligenz dafür ein, dies möglichst effektiv zu tun. GLR dagegen kann man diesen Vorwurf wirklich nicht machen… Er hat keine Angst davor gegen den Mainstream anzuschwimmen. Oder besser gesagt, er hat den Mut, sich dieser Angst entgegenzustellen — seine wahrscheinlich größte Gemeinsamkeit mit HJH.

Aber warum teilt Reschke dann dieses — im Endresultat — zugegebenermaßen sehr ähnliche Weltbild der materialistischen Wissenschaftler? Ich tippe auf eine gewissen Sturheit, wie ich im Folgenden versuche darzulegen. Um noch einmal klar zu sagen, ich schreibe hier über Äußerungen von ihm, die schon über 10 Jahre zurücklegen. Heute beschäftig sich GLR mit ganz anderen Dingen. Man könnte also meinen, dass er seine damaligen Vorstellungen noch einmal überdacht, verändert oder revidiert hat. Aber wenn ich das aus einigen seiner letzten Videos richtig entnommen habe, scheint das keineswegs der Fall zu sein (die Diskussion zwischen HJH und GLR wäre heute wahrscheinlich immer noch genau gleich abgelaufen). Warum gehe ich darauf überhaupt noch ein? Weil mich die Widersprüche, in die GLR sich ständig verwickelt, stören. Warum spricht er immer wieder von „Eigenverantwortlichkeit“, und beschwert sich über das Fehlen derselben bei seinen Mitmenschen (außer sich selbst), wenn es doch gar kein „eigenes“ ich gibt, für das man Verantwortung übernehmen kann? Warum wirft er allen anderen (außer sich selbst) vor, dass sie an der üblen Situation, in dem sich die Gesellschaft zur Zeit befindet (und da würde ich ihm sogar durchaus Recht geben), selbst Schuld seien, wenn es doch gar keinen handelnden Entscheider gibt, der sich für das eine oder das andere entscheiden könnte? Ohne Handlungen und Entscheidungen für das eine und gegen das andere gibt es keine Schuld, weder gegenüber anderen noch sich selbst (die oben erwähnten materialistischen Wissenschaftler scheinen das übrigens — im Gegensatz zu Reschke — erkannt zu haben). Für mich ergibt das einfach von hinten bis vorne überhaupt keinen Sinn! Und vor allem: Warum ist er so überzeugt davon, alles so viel besser zu durchschauen als alle anderen? Sorry, aber ich kann da eigentlich nur eines dahinter erkennen: Ein dickes EGO, aufgeblasen wie ein Luftballon!

Damit das gleich klar ist, ich würde hier nicht darüber schreiben, wenn ich GLRs Arbeit nicht für einen Lichtblick in der heutigen Zeit halten würde, und mir die Videos nicht zumindest gelegentlich ansehen würde. Normalerweise könnte man so etwas im Kommentarteil bzw. im Forum eines entsprechenden Webauftritts anbringen, aber wer die Reschke-Seiten kennt, weiß, dass die Kommentarfunktion dort arretiert ist; und zwar auf der Position „OFF“ — was natürlich sein Recht ist. Lustig ist aber, dass GLR mehrmals kurzzeitig versucht hat, Kommentare zuzulassen, aber schon nach kurzer Zeit immer wieder merken musste, dass ihm die Kommentatoren einfach zu doof sind. Hätte ich dort etwas geschrieben, wäre es wahrscheinlich auch schnell als Spam deklariert und gelöscht worden, vermute ich — ich bezweifle, dass ich das von GLR geforderte Niveau erreichen könnte. Deshalb mag es vielleicht nicht gerade die feinste Art sein, in meinem eigenen Blog über ihn zu stänkern, aber auf der anderen Seite sehe ich auch nicht ein, dies wegen seines empfindlichen Egos nicht zu tun. Eine Kommentarfunktion abzuschalten schützt halt nicht davor, nicht über andere Wege kritisiert werden zu können.

Das soll aber alles nicht heißen, dass GLR nicht auch manchmal eigene Fehler eingesteht: Wie z.B. die Tatsache, dass der von ihm über lange Zeit immer wieder vorhergesagte „Crash“ des „Falschgeldsystems“ (seine Wortschöpfung), der bis heute nicht eingetreten ist. Was selbstverständlich nicht heißt, dass dieser nicht doch noch kommen kann. Ein solcher Zusammenbruch wäre schlimm, aber sicherlich immer noch besser als ein jahrhundertelang andauerndes globales Terrorregime: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende könnte man sagen…

Gerd-Lothar scheint durchaus Publikum zu haben, seine Leser- und Hörerschaft liegt im vierstelligen Bereich, schätze ich. Dagegen hat Hans-Joachim nach eigener Aussage nur ca. 40 regelmäßige Leser, einer davon bin wohl ich. Das finde ich schade, aber HJHs eigener Aussage zufolge macht er seine Seiten absichtlich nur so schwer zitierbar, um seinen Leserkreis klein zu halten. Außerdem sind viele Texte auch nur schwer zu verstehen, wenn man die dahinter stehenden Theorien nicht kennt — und sich durch alle seine Seiten durchzuarbeiten, braucht schon etwas Zeit… Trotz allem möchte ich an dieser Stelle loswerden, dass ich die Arbeit dieser beiden Streithähne für unschätzbar wichtig halte, gerade in diesen schwierigen Zeiten. Eine Zusammenarbeit scheint jedoch ausgeschlossen. Beide haben ihr eigenes, eigenwilliges Erklärungemodell für die Ursachen der Schwierigkeiten. Bei GLR ist es das Falschgeldsystem, bei HJH die materialistische Philosophie der geheimen Elite, der „Herrn der Welt“. Beide Ideen wären sicherlich kombinierbar in dem Sinne, dass das Falschgeldsystem das Symptom einer materialistischen Philosophie ist, die alles geistige, jenseitige, moralische für nichtexistent erklärt. Letzteres geht tiefer und ist umfassender; GLR reagiert darauf jedoch allergisch bzw. scheint dies abzulehnen.

So — jetzt habe ich über 2 Wochen an diesem Blogeintrag geschrieben, und lange überlegt, ob ich ihn online stellen soll. Er geht jetzt einfach mal online. Ob das richtig ist oder nicht, weiß ich nicht, ich weiß nur, dass ich diesen beiden Typen nicht das Wasser reichen kann, und das wahrscheinlich auch nie können werde.

Frieden mit Russland

Aus aktuellem Anlass:

Wenn Merkel und Holland sich jetzt schon gegen den Willen der USA um Friedensgespräche mit Russland bemühen, muss es schon sehr schlimm stehen! Was jetzt getan werden muss, um einen großen Krieg in Europa zu verhindern:

* Keine Waffenlieferungen nach Kiew!!
* Anerkennung der Unabhängigkeit der ostukrainischen Provinzen durch die EU
* Sofortiges Ende der antirussischen Propaganda in den Medien, und es muss endlich klar ausgesprochen werden, dass es die Amerikaner sind, die den Konflikt in der Ukraine absichtlich eskalieren lassen wollen!

Im Treibhaus

Der aktuelle Fall des Klimaforscher Lennart Bengtson hat mich zum Nachdenken gebracht. Prof. Bengtson ist ein renommierter Wissenschaftler und ist ein sehr freundlicher und höflicher alter Mann. Was geschah, ist folgendes: Es ist bekannt und unumstritten, dass es – im Gegensatz zu den 1980er Jahren – in den letzten ca. 15 Jahren keine nennenswerte globale Erwärmung des Klimas mehr gegeben hat. Das hat sogar das britische Met Office Hadley Centre, eine Art Hauptquartier der Klimawissenschaft (wie überhaupt fast alle wissenschaftlichen „Autoritäten“ ihren Sitz in Groß-Britannien haben) hat das bestätigt. Prof. Bengston ist der Meinung, dass diese Tatsache nicht genügend in dem diesjährig erschienenen IPCC-Bericht erwähnt wurde. Er vermutet, dass in den Klimamodellen, auf die sich der IPCC-Bericht bezieht, der Einfluss der Treibhausgase (v.a. CO2) auf die Temperaturänderung in der bodennahen Atmosphäre überschätzt wird, und wollte dieser Frage gerne auf wissenschaftliche Weise nachgehen. Anscheinend stelle er jedoch fest, dass alle dem Mainstream entsprechenden Forschungsinstitute kein Interesse an dieser Art von Fragestellung haben, vermutlich weil sie um ihre Reputation fürchten, wenn sie sich mit so etwas auseinander setzen. Deshalb entschloss er sich, mit der „Global Warming Policy Foundation GWPF“ Kontakt aufzunehmen, bei der er Unterstützung für sein Anliegen fand. Das Problem ist jedoch, dass diese Organisation klimaskeptisch ist. Daraufhin wurde Lennart Bengtson so stark angefeindet, u.a. sogar von seinen früheren Kollegen, dass er nach eigenen Angaben um sein Leben fürchtete und deshalb die GWFP wieder verließ. (Das passt irgendwie überhaupt nicht zusammen mit dem ewigen Gejammer der Mainstream-Klimatologen, dass es doch so schwer sei, die Leute davon zu überzeugen, dass die menschengemachte Klimakatastrophe vor der Tür steht, und dass sie ständig gegen eine Wand anreden müssten… keiner nehme sie ernst…Grad letzte Woche musste ich mir das wieder in einer Podiumsdiskussion anhören.)

Man könnte natürlich sagen, wie Hans von Storch, dass es sich bei der GWPF um eine (anglo-amerikanische Interessen (würg!) vertretende) politische Organisation handelt, die deshalb keinen guten Partner für wissenschaftliche Forschung abgibt. Aber wenn man einmal genauer darüber nachdenkt, ist das kein gutes Argument, denn auch wenn man Mainstream-Forschung betreibt, ist man letztendliche auf Gelder politischer Organisationen angewiesen (zum Beispiel dem Bundesministerium für Bildung und Forschung). Wissenschaft und Politik sind nicht voneinander zu trennen! Oder anders ausgedrückt, wissenschaftliche Betätigung ist immer politisch, denn sie bestimmt, wie wir die Welt wahrnehmen — sie beeinflußt unser Bewusstsein.

Für mich bedeutet das ganze folgendes: Wir sind inzwischen so weit gekommen, dass selbst die angesehendsten Leute am Ende ihrer Karriere vom „Konsens-System“ abgeschossen werden. Selbst wenn man ein absoluter Duckmäuser ist, und immer schön nachplappert was die Systemlinge hören wollen, ist man vorm Abschluss nicht mehr sicher. Ich glaube, wir leben inzwischen in derart schwierigen Zeiten, dass man die Angst vorm Abweichen vom vorgezeichneten Weg überwinden muss. Duckmäusertum kann man sich einfach nicht mehr leisten. Ich gehöre auch zu diesen ängstlicheren Menschen, aber das hindert mich trotzdem nicht mehr daran, solche Zeilen hier in meinen Blog zu schreiben.

Siehe auch:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/streit-in-klimaforschung-um-lennart-bengtsson-a-969841.html

Magie des Schreibens

Gelegentlich kann einem der eigene Mist so vorkommen, als sei er so hartnäckig, dass die ganze Welt in der Katastrophe versinken würde, falls er (der Mist) sich eines Tages komplett auflösen würde. Bei mir ist der Mist-Komplex vereinfacht so auszudrücken, dass ich nicht (oder nur unter großer Anstrengung und mit einer gewissen Misserfolgsquote) in der Lage bin, ein eigenes Gesprächsthema zu beginnen, sobald ich in einer Menschengruppe bin — während ich es ebenfalls als schwer empfinde, dem Gesprächsthema der anderen zu folgen, und deswegen auch kaum daran teilnehmen kann. Gestern hatte ich einen Streit deswegen mit der Familie — er hieß, es sei nur eine Ausrede bzw. ein Schuldvorwurf, als ich sagte, mich würden diese Gesprächsthemen nicht interessieren. Ich würde mich nur nicht verändern wollen. Ich solle dann eben ein eigenes Gesprächsthema erschaffen. Was mir, wenn ich ehrlich bin, in meinem momentanen Gemütszustand (und aller meiner bisherigen Erfahrung nach) kaum erreichbar erscheint.

Angesichts der Tatsache, dass ich, seit ich mich erinnern kann, immer wieder durch dieselben Erfahrungen hindurch gehe, kommt es mir so vor, als ob ich schon alles ausprobiert hätte, um diese Situation zu verändern… dabei ist das sicherlich gar nicht der Fall! Warum ändere ich nicht ein paar meiner Gewohnheiten, von denen ich weiß, dass sie nicht nützlich sind? Auch das Erschaffen neuer Gewohnheiten könnte hilfreich sein, z.B. das regelmäßige, öffentliche Schreiben. Allein schon das Wissen um die Tatsache, dass das Geschriebene für jedermann lesbar ist (egal ob es nun gelesen wird oder nicht) gibt dem Geschriebenen schon eine stärkere, man könnte sagen magischere, Veränderungskraft, als wenn es nur gedacht, oder auch nur unveröffentlicht geschrieben ist. Tatsächlich macht man sich beim öffentlichen Schreiben auch viel mehr Gedanken, in wie weit man etwas von sich selber preisgeben will, und wieviel davon man dem Leser zumuten mag. Das gibt dem Geschriebenen mehr Gewicht.