Schuldgefühle

Jetzt habe ich schon so lange keinen neuen Eintrag mehr hier geschrieben! Es ging mir einfach in letzter Zeit immer wieder so, dass ich Dinge anfing, aber dann schon nach sehr kurzer Zeit wieder aufgegeben habe, da mir einfach die Energie fehlte, es zu verwirklichen. Dass dasselbe mit diesem Blog ebenfalls passiert, möchte ich nicht. Die Gefahr ist da, aber das einzige, was man dagegen tun kann, ist, trotzdem weiterzuschreiben. Sicherlich würde es mich freuen, wenn es ein paar Leute gibt, die meine Einträge lesen, vielleicht sogar den einen oder anderen Kommentar dazu abgeben, aber wenn das nicht passiert, ist mir das auch recht. Auch wenn es niemand liest, dann schreibe ich eben für mich. Ab und zu habe ich in meinem Leben auch schon Tagebuch geführt, aber immer nur für mich selbst. Wenn das jetzt wieder so ist, auch ok!

Dieses Wochenende ging mir die Frage durch den Kopf, warum ich in meinem bisherigen Leben so viele gute Chancen verspielt habe. Der Grund ist, dass ich die Guten Dinge zwanghaft, aus Schuldgefühlen heraus, immer freiwillig den Anderen überlassen habe. Ich könnte viele Geschichten aus meinem Leben erzählen, wo ich so gehandelt habe. Das geschah wie gesagt stets zwanghaft, und das zu überwinden, wird ein hartes Stück Arbeit. Warum ich so handele ist mir noch nicht vollständig klar, aber im Wesentlichen hängt es mit einem sehr tief sitzenden Schuldgefühl zusammen, das nicht so ohne weiteres einfach abzuschalten ist. Es ist stets das Gefühl, das Gute selbst nicht verdient zu haben, und es dann den anderen zu überlassen, die diese Probleme nicht haben, und es sich dann wie selbstverständlich einfach nehmen. Die ganze Sache kam erst am Freitag wieder hoch, da ich, ohne richtig vorher drüber nachzudenken, eine sehr schöne Wohung in der Hamburger Innenstadt einem Kollegen überlassen habe. Genaugenommen könne ich immer noch versuchen, die Wohung zu bekommen, aber das würde bedeuten, das Wort zu brechen, als ich zu ihm sagte, wenn er wirklich Ineresse daran hat, würde ich sie ihm überlassen. Das ist jetzt eine Gewissnesfrage. Hätte ich es nicht gesagt, hätte ich ohne Gewissensprobleme versuchen können, die Wohnung zu bekommen. Das mir so etwas immer wieder passiert, ist sehr schmerzlich, es ist wie ein Mechanismus, der da immer wieder abläuft, und es kann nicht mehr so bleiben.

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