„Sozialismus“: Der Kampfbegriff der Libertären

Der Sozialismus: Das Grundübel dieser Welt. Die Ursache alles Bösen. Die Ideologie des leibhaftigen Teufels. Diesen Eindruck muss man gewinnen, wenn man einige, die sich zur politischen Richtung der „Libertären“ zählen, so reden hört. Ich meine, nichts gegen die Libertären. Manche dieser Leute halte ich für kluge Leute, die oft auch großen Mut beweisen, Dinge auszusprechen, die so mancher „Sozialist“ nicht gerne hören will. Viele von ihnen mögen auch aufrichtige Wahrheitssucher sein. Aber oft sind diese „Freiheitlichen“ eben leider auch hoffnugslos ideologisch; und jede Ideologie benötigt nun einmal sein aufgebauschtes Feindbild, seine „Gegenideologie“ — eben den Sozialismus.

Wenn man etwas — ideologiefrei! — kritisieren will, muss man es erst einmal definieren. Manche haben das auch versucht, aber gerade im Fall des Sozialismus stellt sich das als gar nicht so einfach heraus. Es gab und gibt einfach so viele unterschiedliche Ausprägungen, die man unter diesem Überbegriff zusammen fassen kann, dass er einfach schon viel zu schwammig geworden ist, um noch genau sagen zu können, worum es sich dabei handelt. Neben den bekanntesten Formen, wie dem Sowjet-Kommunismus, dem Nationalsozialismus, oder dem rot-grünen Feminismus-, Gender- und Multikulti-Sozialismus, den wir derzeit in der EU haben, gab und gibt es noch zahlreiche andere Formen, die sich „sozialistisch“ schimpfen, sich aber durchaus von den drei eben genannten Formen unterscheiden. Und die meisten dieser sozialistischen Regierungen, die nach dem 2. Weltkrieg entstanden, waren den „antisozialistischen“ USA ein Dorn im Auge: Wie die Regierungen von Fidel Castro in Kuba, von Salvador Allende in Chile, oder von Gaddafi in Libyen, um nur einige zu nennen. Auch die heutige Regierung im Iran kann man als eine Art schiitischen Islam-Sozialismus bezeichen. Alle diese Regierungen wurden von der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ als Feinde angesehen, viele von ihnen durch Kriege oder von außen gesteuerte Umstürze beseitigt — mit dem Resultat, dass nach dem Sturz dieser Regime für die dort lebenden Menschen alles noch viel schlimmer wurde, als es vorher war. In Chile folgte auf Allende z.B. die ultra-neoliberale Diktatur von Augusto Pinochet, und die war ganz bestimmt nicht sozialistisch (passend dazu: http://www.nachdenkseiten.de/?p=38309). Oder in Libyen: Nach der Ermordung Gaddafis herrscht dort jetzt anarchisches Chaos, und das Land ist von Flüchtlingen aus Schwarzafrika lahmgelegt. Die Menschen dort sind sicherlich sehr dankbar für ihre Befreiung vom Sozialismus… Das Buch „Illegale Kriege“ von Daniele Ganser liefert einen guten Überblick über die vielen Kriege und Umstürze, mit denen die USA alle Regierungen, die ihnen nicht passten, ins Unglück stürzte; und fast immer waren es sozialistische Regierungen, die betroffen waren.

Eine ganz gute Erklärung des Begriffs Sozialismus habe ich auf der Plattform Wikimannia gefunden. Dort wird auf den historischen Ursprung des Wortes eingegangen, und es wird auch zugegeben, dass eine klare Definition schwierig ist (Auszug):

„Der Sozialismus ist eine der im 19. Jahrhundert entstandenen drei großen politischen Ideologien neben dem Liberalismus und Konservatismus. Der Begriff war nie eindeutig definiert, und umfasst von Parlamentarismus und Demokratie akzeptierenden sozialdemokratischen, nur reformerischen Bewegungen bis zu revolutionär enstandenen, kommunistisch-totalitären Systemen viele Varianten. [usw.]“

Weniger brauchbar finde ich dagegen die Definition, die Gerd-Lothar Reschke auf seinem Deutschland-Projekt liefert. Zwar kann ich dem ersten Abschnitt noch zustimmen (Auszug):

„Eines der Hauptmerkmale, woran man Sozialismus zielsicher erkennen kann, ist die höhere Rangordnung des Gemeinnutzes vor dem Eigennutz, des Gemeinwohls vor dem Eigenwohl, und infolgedessen auch des Gemeineigentums vor dem Privateigentum.“

Und auch das Zitat von Friedrich Nietzsche ist ganz interessant. Aber spätestend bei der Liste über die „Merkmale des Sozialismus“ wird dann klar, dass es GLR nicht darum geht, den Begriff zu definieren, sondern ihn einfach nur mit negativen Gefühlen und Konnotationen zu belegen, kurz, ihn zu diskreditieren. Um nur mal ein paar Beispiele herauszupicken:

  • „Der Neidaspekt“: Aha. Wer ist neidisch auf wen? Und warum? Eine weiterführende Erklärung wäre hilfreich.
  • „Moralisieren“: Das ist also etwas schlechtes. Aber um welche Moral handelt es sich? Und wenn man gar keine hat, ist das dann besser?
  • „Parasitäre Lebenseinstellung“: Das klingt natürlich richtig fies. Sozialismus muss also wirklich etwas ganz Schlimmes sein. Aber wer ist der Parasit? Und wer der Wirt? Kein Wort darüber.
  • „Frauenarbeit wird als Gleichberechtigung proklamiert; gleichzeitig werden die Familien zerstört und somit immer weniger Kinder auf die Welt gebracht“: Das trifft sicherlich auf den feministischen Sozialismus zu. Auf den Nationalsozialismus aber doch offenbar nicht: Da sollten die Frauen zu Hause hinter dem Herd bleiben und Kinder großziehen. GLR liefert uns also nicht, wie erhofft, eine allgemeingültige Definition des Begriffs Sozialismus, sondern nur ein begrenzte.

Fazit: Welchen Zweck erfüllt ein Begriff, den man bewusst schwammig definiert, und den man dann mit negativen Konnotationen belegt? Er lässt sich hervorragend als Kampfbegriff einsetzen; vergleichbar mit „Verschwörungstheorie“, „Rechtspopulismus“ usw.. Da keiner so genau weiß, was ein Sozialist, ein Verschwörungstheoretiker, oder Rechtspopulist eigentlich genau sein soll, kann man diese Begriffe leicht auf einen Poststrip schreiben und jedem x-beliebigen Menschen aufpappen, dessen Nase einem nicht passt.

 

Was ist los mit Trump?

Es ist etwas ruhiger geworden um Donald Trump in letzter Zeit. Die Medienhetze und die aggressiven Antifa-Proteste sind abgeflaut, und man hört gar nicht mehr so viel vom neuen US-Präsidenten. Dieser Umschwung wurde sicherlich durch den Raketenangriff auf den syrischen Militärflughafen im April eingeleitet. Mit einem gewissen Abstand kann man sich noch einmal die Frage stellen, was da mit Trump eigentlich passiert ist, dass er so plötzlich gegen seine bisherigen Leitlinien gehandelt hat. Eines ist jedenfalls klar: Der Raketenagriff war auf jeden Fall ein Akt der illegalen Agression, und die Rechtfertigung für diesen Angriff, nämlich die vermeintliche Giftgasattacke von Assad auf sein Volk, für den bis dato jegliche Beweise fehlen, war höchstwahrscheinlich wieder eine typische Kriegspropagandalüge, wie sie uns vor praktisch jedem US-Krieg serviert wurde.

Im Grunde hat Trump hier genauso gehandelt, wie wir es von Hillary Clinton erwartet hätten, hätte sie die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Ich bin aber nach wie vor der Ansicht, dass sich die Amerikaner richtig entschieden haben: Nämlich für das geringere Übel. Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass er gewonnen hat. Durch seinen Sieg wird uns einiges erspart geblieben sein. Andererseits war mir auch von Anfang an klar, dass Trump kein Friedensbringer sein wird. Dafür waren einige seiner Aussagen einfach zu unmissverständlich, z.B. als er Folter von Gefangenen verteidigte, dass er eine Atom-Bewaffnung Saudi-Arabiens unterstütze, dass er Edward Snowden für einen Verräter halte und solche Sachen. Als nach seinem Amtsantritt die Medienhetze gegen ihn immer schlimmer wurde, hatte ich bereits vermutet, dass er wahrscheinlich genau das machen wird, was alle Machthaber der letzten Jahrtausende immer gemacht haben, wenn sie in ihrem eigenen Land in Bedrängnis gekommen sind, nämlich: Einen Krieg anzetteln. Leider hatte ich damit wohl recht. Allerdings hätte ich eher gedacht, dass Trump sein Wahlkampfversprechen wahr machen und den IS platt machen würde, vielleicht sogar im Einvernehmen mit Putin und Assad. Statt dessen führte er aber das Clinton-Programm aus. Während der Lügenmainstream in Begeisterungsstürme ausbrach, befürchteten Menschen wie ich, die sich um den Frieden Sorgen machen, das schlimmste. Doch die Aufregung war noch nicht verflogen, da lenkte Trump plötzlich die Aufmerksamkeit ans andere Ende der Welt, nämlich nach Nordkorea. Was ist los mit dem Typen?

Die verschiedenen Vermutungen, die man zu der Frage finden kann, habe ich vier Gruppen zugeordnet. Für jede einzelne gibt es gute Gründe die dafür, und die dagegen sprechen:

  1. Trump, der Umfaller
    Das ist die Theorie, die ich zunächst für die wahrscheinlichste hielt. Trump ist tatsächlich als Nonkonformist in den Wahlkampf getreten, und hat es allen Widerständen des US-amerikanischen Establishments zum Trotz geschafft, sich gegen deren Kandidatin Clinton durchzusetzen. Aber dieses Establishment der Kriegstreiber mitsamt seinen Anhängeln in den Geheimdiensten, den Mainstreammedien, und in der Justiz, waren einfach zu mächtig und selbst Trump eine Nummer zu groß. Sein Versprechen, den „Washington-Sumpf“ auszutrocken, ist gescheitert. Schön illustriert ist dies in einer Karrikatur von Ben Garrison, die auch die Videomacherin Antipaganda in ihrem Kommentar zu dem Thema kürzlich zeigte. So musste Trump schließlich klein beigeben und den Globalisten weitgehende Zugeständnisse machen. Tatsächlich hat er ja vieles von dem, was er vor der Wahl sagte (z.B. dass sich die USA aus dem Syrienkonflikt heraushalten sollten), durch diese Aktion verraten.

  2. Trump, das trojanische Pferd
    Mache behaupten sogar, dass Trump schon von vorne herein nur eine Marionette des Establishments war; dass er nur als scheinbare Alternative präsentiert wurde. Schwer zu sagen. Was ich aber für einen Irrtum halte, ist der Vergleich mit Obama, den manche bringen: Auch Obama, sagen sie, wurde uns als Alternative verkauft, und später entpuppte er sich dann doch nur als Systemmarionette (der neue Song von Xavier Naidoo lässt grüßen…). Es wundert mich aber, dass diese Leute nicht das gravierede Problem bemerken, des in diesem Vergleich besteht: Während Obama uns damals von den Mainstreammedien quasi als neuer Messias präsentiert wurde, wurde Trump als der Teufel leibhaftig dargestellt. Das spricht doch eindeutig gegen diese Theorie!

  3. Trump, der naive Dilettant
    Freeman behauptete in seinem Blog, es seien Trumps Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner, die ihm zu dem Angriff auf Syrien verleitet hätten: Dass sie ihren Vater etwas von vergasten Babys vollgeheult habe und er sich deshalb — trotz jeglichen Mangels an belastbaren Beweisen — von dieser herzzerreißenden Geschichte dazu habe hinreißen lassen, mal eben so den Dritten Weltkrieg zu riskieren. Falls es tatsächlich so gewesen ist, dann ist Trump wirklich ein gemeingefährlicher Dilettant und gehört sofort entmündigt. Ich kann mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es sich so einfach verhält.

  4. Trump, das strategische Genie
    Das ist die Version, die ich tatsächlich inzwischen für die wahrscheinlichste halte, und die z.B. von Alexander Wagandt angesprochen wird: Trump liefert sich demnach hinter den Kulissen einen Machtkampf mit dem „tiefen Staat“, in dem auch viel mit Finten und Täuschungen gearbeitet wird. Der Giftgasanschlag, den man Assad in die Schuhe geschoben hat, könnte eine vom US-Geheimdienst gelegte Falle gewesen sein, mit der man eine Reaktion von Trump erzwingen wollte. Aber anstatt in diese Falle zu tappen, hatte er den Geheimdiensten den Ball weggenommen und führte eine einmalige Aktion durch, mit möglichst minimiertem Risiko, indem er sowohl die syrische Regierung, als auch die Russen im Vorfeld informierte. Es erreichten ja auch nur wenige Raketen überhaupt ihr Ziel, und diejenigen, die einschlugen, trafen nur relativ unbedeutende Ziele. Auch dieses merkwürdige Manöver, dass Trump urplötzlich die Aufmerksamkeit von Syrien abzog und nach Nordkorea lenkte, deutet darauf hin, dass er möglicherweise genau wusse, was er tat.

Sollte diese vierte Vermutung tatsächlich zutreffen, ist das auf der einen Seite ein Grund zur Hoffnung; es zeigt auf der anderen Seite aber auch, dass Trump bereit ist, mit hohem Einsatz zu pokern, und zwar extrem hohen Einsatz für uns alle. Immerhin geht es um nichts geringeres als um die Gefahr einer Eskalation zu einem großen Krieg.

Nichtwissen aushalten können

Dies ist ein Nachtrag zu dem letzten Beitrag über die Apokalyptiker. Was viele dieser Typen gemeinsam haben, ist das bewundernswerte Selbstbewusstsein, mit der sie ihre düsteren Voraussagen treffen. Als Leser bzw. Zuhörer kann man da wirklich eine Gänsehaut bekommen und denkt sich: Mann oh Mann, hier ist jemand, der jetzt schon ganz genau weiß, was in der Zukunft alles passieren wird, so selbstsicher, wie der sich anhört. Da wage ich es lieber nicht zu widersprechen, so klein und unwissend wie ich bin.

Untergangsszenarien gibt es freilich viele, und sie werden oft genüsslich grauenvoll ausgeschmückt: Da gibt es die Wirtschaftscrash-Apokalyptiker, die uns darüber aufklären, wie es sein wird, wenn über Nacht plötzlich alle Banken schließen, der Strom ausfällt, und alle Supermärkte zu haben und geplündert werden. Dann die Bürgerkriegs-Apokalyptiker, die die Vision von umherschweifenden, mordenden Islamistenhorden ausmalen. Dann diejenigen, die schon genau wissen, wann der Dritte Weltkrieg ausbricht, und wann und wo genau die Atombomben fallen werden. Und natürlich die Bibel-Apokalyptiker, die, je nach der Bibelinterpretation, die sie bevorzugen, im Detail genau wissen, was uns demnächst alles bevorsteht.

Schon gut, ich polemisiere jetzt. Zugegeben. Polemisiert werden meistens Dinge, die man nicht versteht, schrieb mir mal einer in einer Forumsdiskussion über den Geldsystemcrash. Es muss jemand gewesen sein, der alles sehr viel besser verstanden hat als ich. Sicher, sollte auch nur eines der oben genannten Szenarien eintreten, werde ich nicht mehr lachen. Versprochen. Für möglich halte ich inzwischen sowieso schon alles. Und weil es möglich ist, muss auch darüber geredet werden und es muss ernst genommen werden. Denn es liegt ja wirklich einiges im Argen. Aber ist es nicht so, ja, eigentlich immer schon so gewesen, dass wir letztendlich nicht wissen können, was in der Zukunft passieren wird? Wie kann man nur mit solcher Selbstüberschätzung behaupten, man wisse jetzt schon mit absoluter Sicherheit, dass demnächst alles den Bach runtergeht, und damit seine ohnehin schon arg gebeutelten Mitmenschen belästigen?

Meiner Meinung nach ist die Antwort auf diese Frage darin zu finden, dass es die Ungewissheit ist, die für viele Menschen schwer zu ertragen ist. Das gilt für allem in schwierigen Zeiten, in denen wir ja zweifellos leben. Zeiten, in denen vieles zusammenbricht und im Umbruch ist, und wir uns mit Problemen konfrontiert sehen, für die wir noch keine Lösung erkennen können. Man will dann wissen, wie es weiter geht, und lieber konstruiert man sich eine schreckliche Zukunftsvision, als im Zustand des Nichtwissens verharren zu müssen. Ich finde aber, wir sollten auch lernen, mit Ungewissheit leben. Was wir wissen, ist, dass wir in Deutschland in einer sehr schwierigen Lage stecken, und das es schwer werden wird. Auch davon, dass es nie mehr wieder so werden wird, wie es bis vor, sagen wir, 20 Jahren war, können wir ausgehen. Aber wie genau die Zukunft hier aussehen wird, wissen wir einfach nicht. Dass das derzeitige Lügenregime irgendwann auf die eine oder andere Weise verschwinden wird, ist gewiss. Alles andere wissen wir nicht. Die Kinder, die heute geboren werden, werden in einer völlig anderen Welt leben, die wir uns heute wahrscheinlich noch nicht einmal vorstellen können.

Und da ist noch ein anderer Aspekt, den wir nicht vergessen sollten: Es kann auch immer sein, dass sich plötzlich unsere privaten Umstände ändern: Der Verlust eines Familienangehörigen oder engen Freundes, eine Krankheit, Ereignisse, die plötzlich unser gesamtes Leben über den Haufen werfen, und die wir ebenfalls nicht vorhersagen können. Wenn uns so etwas geschieht, werden die äußeren politischen Umstände auf einmal gar nicht mehr wichtig erscheinen und sie geraten aus dem Blickfeld. Schon allein deshalb lohnt es sich für jeden einzelnen, schon jetzt seine Einstellung zu ändern, und nicht darauf zu warten, bis so etwas passiert.

Wettstreit der Apokalyptiker

Angesichts der derzeitigen Lage in Deuschland und der Welt droht so mancher zu verzweifeln. Und das ist auch verständlich. Die Menschen sind gespalten: In solche, die dem von der Elite und den Medien vorgegebenen Weg folgen, und für die kritisches Denken nur noch im Nachplappern von Propaganda besteht — weil sie die Natur der Propaganda nicht erkennen können und deshalb eine fremdbestimmte Meinung für ihre eigene halten; und ich solche, bei denen das Denken noch nicht ausgemerzt werden konnte, und die deshalb mehr und mehr erkennen, unter welchem kollektiven Wahnsinn gravierenden Ausmaßes sie hier leben müssen. Das ist natürlich einfacher für die erstgenannten, üblicherweise als „Schlafschafe“ tituliert. Sie dümpeln mehr schlecht als recht durch ihr Leben, und merken nicht, dass dieses immer unfreier wird, und in welcher Gefahr sie schweben. Auch sie fühlen natürlich ein gewisses Unwohlsein, aber ihr Unterbewusstes kehrt es immer wieder erfolgreich zur Seite. Und wer es dann versucht, sie darauf aufmerksam zu machen, ist halt einfach ein böser Feind.

Wieviel schwerer haben es da doch die anderen: Sie fühlen sich allein, isoliert, wissen oft nicht mehr, worüber sie mit ihren Freunden, Bekannten, Nachbarn, Kollegen, ja oft sogar Familienangehörigen noch reden können. Sie erkennen den tiefen Riss, der da durch diese Gesellschaft geht, und der immer tiefer wird, und sie leiden oft entsetzlich darunter. Sie erkennen den Verrat, der an uns von seiten der Politik, den Medien, den Bildungseinrichtungen, begangen wird. Verständlich, dass da so mancher durchzudrehen droht. Da bleibt für die meisten dann als einzigen Ausweg nur noch die Flucht ins Internet. Hier bietet sich die Möglichkeit, die Informationen, die man sucht, zu finden, die von anderen fleißigen Menschen, denen ihr eigenes Denken nicht ausgetrieben werden konnte, gesammelt und zur Verfügung gestellt wurden. Und man kann sich anonym austauschen und Kommentare zu diesem und jenem abgeben.

Dadurch entsteht aber das Problem, sich in eine merkwürdig abgeschottete Welt zu begeben, in der man sich dann zunehmend im Kreis zu drehen beginnt. In vielen Blogs und Internetforen, in denen über die derzeitige Weltpolitik, die Situation in Europa und deren Zerstörung durch die feministische und globalistischen Ideologie, sowie das schrittweise hereinschlittern in eine totalitäres Systen diskutiert wird, scheint es mir einen immer extremer ausufernden Wettbewerb zu geben, wer die düsterste, schrecklichste, unerträglichste Zukunftsvision an die Wand malen kann. Wer noch Hoffnungen hat und positive Entwicklungen zu erkennen vermag und es wagt, diese zu äußern, gilt als Schwächling und kriegt Schimpfe. Ein gutes Beispiel ist der Kommentar von „Freeman“ zu den Präsidentschaftswahlen in Frankreich und der Wahl in Schleswig-Holstein:

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2017/05/die-eu-burger-haben-die.html

Ich meine, nichts gegen Freeman und seine fleißigen Kommentatoren, aber ihr produziert dort eine Stimmung wie aus dem Leichenschauhaus. Überall Todessehnsucht, Verzweiflung, und die Hoffnung, der Untergang möge möglichst bald kommen und qualvoll sein. Und natürlich müssen wir alle Schuld auf uns selbst laden. Wer es wagt, anzuzweifeln, dass sich die Völker allein durch Selbstverschulden von selbst vernichten, und statt dessen auf äußere Umstände wie Wahlfälschung hinweist, gilt als Versager, der die furchtbare, grausame Wahrheit (tja, was ist denn eigentlich die Wahrheit?) nichtwahr haben will. Leute, ich weiß selbst, dass es hart ist, was ihr durchmacht, aber könnt ihr euch nicht mal ein bisschen zusammen reißen? Das ist doch nicht mehr zum Aushalten! Im Nachfolgepost, wo er auf die konkreten Verdachtsfälle von Wahlfälschung verweist, scheint sich Freeman wieder etwas gefangen zu haben:

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2017/05/wurde-bei-den-franzosischen-wahlen.html

Im Jahr 2016 ging es mir auch ziemlich schlecht. Da musste ich tatsächlich täglich darüber nachdenken, wie es wohl sein wird, wenn in Deutschland die Atombomben niedergehen, oder wie es sich anfühlt, vom IS den Kopf abgeschlagen zu bekommen. Inzwischen geht es mir aber deutlich besser. Brexit und der Trump-Sieg haben gezeigt, dass nicht immer nur das Schlechtestmögliche passieren muss. Um den Sturz in Depression und Verzweiflung zu vermeiden, habe ich meine Einstellung verändert und sehe das jetzt so: Wer sein Denken nicht vollständig abgegeben hat und deshlab den Abgrund, der sich vor uns auftut, erkennen kann, hat in diesen Zeiten eine besondere Chance, sich charakterlich einen großen Schritt weiter zu entwickeln, wie man sie wohl, wenn überhaupt, nur einmal im Leben bekommt. Die anderen, die „Schlafschafe“, haben diese Möglichkeit nicht, bzw. verschenken sie. Und es besteht ja immer die Hoffnung, mehr und mehr Leute auf die andere Seite hinüber zu holen.