„Sozialismus“: Der Kampfbegriff der Libertären

Der Sozialismus: Das Grundübel dieser Welt. Die Ursache alles Bösen. Die Ideologie des leibhaftigen Teufels. Diesen Eindruck muss man gewinnen, wenn man einige, die sich zur politischen Richtung der „Libertären“ zählen, so reden hört. Ich meine, nichts gegen die Libertären. Manche dieser Leute halte ich für kluge Leute, die oft auch großen Mut beweisen, Dinge auszusprechen, die so mancher „Sozialist“ nicht gerne hören will. Viele von ihnen mögen auch aufrichtige Wahrheitssucher sein. Aber oft sind diese „Freiheitlichen“ eben leider auch hoffnugslos ideologisch; und jede Ideologie benötigt nun einmal sein aufgebauschtes Feindbild, seine „Gegenideologie“ — eben den Sozialismus.

Wenn man etwas — ideologiefrei! — kritisieren will, muss man es erst einmal definieren. Manche haben das auch versucht, aber gerade im Fall des Sozialismus stellt sich das als gar nicht so einfach heraus. Es gab und gibt einfach so viele unterschiedliche Ausprägungen, die man unter diesem Überbegriff zusammen fassen kann, dass er einfach schon viel zu schwammig geworden ist, um noch genau sagen zu können, worum es sich dabei handelt. Neben den bekanntesten Formen, wie dem Sowjet-Kommunismus, dem Nationalsozialismus, oder dem rot-grünen Feminismus-, Gender- und Multikulti-Sozialismus, den wir derzeit in der EU haben, gab und gibt es noch zahlreiche andere Formen, die sich „sozialistisch“ schimpfen, sich aber durchaus von den drei eben genannten Formen unterscheiden. Und die meisten dieser sozialistischen Regierungen, die nach dem 2. Weltkrieg entstanden, waren den „antisozialistischen“ USA ein Dorn im Auge: Wie die Regierungen von Fidel Castro in Kuba, von Salvador Allende in Chile, oder von Gaddafi in Libyen, um nur einige zu nennen. Auch die heutige Regierung im Iran kann man als eine Art schiitischen Islam-Sozialismus bezeichen. Alle diese Regierungen wurden von der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ als Feinde angesehen, viele von ihnen durch Kriege oder von außen gesteuerte Umstürze beseitigt — mit dem Resultat, dass nach dem Sturz dieser Regime für die dort lebenden Menschen alles noch viel schlimmer wurde, als es vorher war. In Chile folgte auf Allende z.B. die ultra-neoliberale Diktatur von Augusto Pinochet, und die war ganz bestimmt nicht sozialistisch (passend dazu: http://www.nachdenkseiten.de/?p=38309). Oder in Libyen: Nach der Ermordung Gaddafis herrscht dort jetzt anarchisches Chaos, und das Land ist von Flüchtlingen aus Schwarzafrika lahmgelegt. Die Menschen dort sind sicherlich sehr dankbar für ihre Befreiung vom Sozialismus… Das Buch „Illegale Kriege“ von Daniele Ganser liefert einen guten Überblick über die vielen Kriege und Umstürze, mit denen die USA alle Regierungen, die ihnen nicht passten, ins Unglück stürzte; und fast immer waren es sozialistische Regierungen, die betroffen waren.

Eine ganz gute Erklärung des Begriffs Sozialismus habe ich auf der Plattform Wikimannia gefunden. Dort wird auf den historischen Ursprung des Wortes eingegangen, und es wird auch zugegeben, dass eine klare Definition schwierig ist (Auszug):

„Der Sozialismus ist eine der im 19. Jahrhundert entstandenen drei großen politischen Ideologien neben dem Liberalismus und Konservatismus. Der Begriff war nie eindeutig definiert, und umfasst von Parlamentarismus und Demokratie akzeptierenden sozialdemokratischen, nur reformerischen Bewegungen bis zu revolutionär enstandenen, kommunistisch-totalitären Systemen viele Varianten. [usw.]“

Weniger brauchbar finde ich dagegen die Definition, die Gerd-Lothar Reschke auf seinem Deutschland-Projekt liefert. Zwar kann ich dem ersten Abschnitt noch zustimmen (Auszug):

„Eines der Hauptmerkmale, woran man Sozialismus zielsicher erkennen kann, ist die höhere Rangordnung des Gemeinnutzes vor dem Eigennutz, des Gemeinwohls vor dem Eigenwohl, und infolgedessen auch des Gemeineigentums vor dem Privateigentum.“

Und auch das Zitat von Friedrich Nietzsche ist ganz interessant. Aber spätestend bei der Liste über die „Merkmale des Sozialismus“ wird dann klar, dass es GLR nicht darum geht, den Begriff zu definieren, sondern ihn einfach nur mit negativen Gefühlen und Konnotationen zu belegen, kurz, ihn zu diskreditieren. Um nur mal ein paar Beispiele herauszupicken:

  • „Der Neidaspekt“: Aha. Wer ist neidisch auf wen? Und warum? Eine weiterführende Erklärung wäre hilfreich.
  • „Moralisieren“: Das ist also etwas schlechtes. Aber um welche Moral handelt es sich? Und wenn man gar keine hat, ist das dann besser?
  • „Parasitäre Lebenseinstellung“: Das klingt natürlich richtig fies. Sozialismus muss also wirklich etwas ganz Schlimmes sein. Aber wer ist der Parasit? Und wer der Wirt? Kein Wort darüber.
  • „Frauenarbeit wird als Gleichberechtigung proklamiert; gleichzeitig werden die Familien zerstört und somit immer weniger Kinder auf die Welt gebracht“: Das trifft sicherlich auf den feministischen Sozialismus zu. Auf den Nationalsozialismus aber doch offenbar nicht: Da sollten die Frauen zu Hause hinter dem Herd bleiben und Kinder großziehen. GLR liefert uns also nicht, wie erhofft, eine allgemeingültige Definition des Begriffs Sozialismus, sondern nur ein begrenzte.

Fazit: Welchen Zweck erfüllt ein Begriff, den man bewusst schwammig definiert, und den man dann mit negativen Konnotationen belegt? Er lässt sich hervorragend als Kampfbegriff einsetzen; vergleichbar mit „Verschwörungstheorie“, „Rechtspopulismus“ usw.. Da keiner so genau weiß, was ein Sozialist, ein Verschwörungstheoretiker, oder Rechtspopulist eigentlich genau sein soll, kann man diese Begriffe leicht auf einen Poststrip schreiben und jedem x-beliebigen Menschen aufpappen, dessen Nase einem nicht passt.

 

Was ist los mit Trump?

Es ist etwas ruhiger geworden um Donald Trump in letzter Zeit. Die Medienhetze und die aggressiven Antifa-Proteste sind abgeflaut, und man hört gar nicht mehr so viel vom neuen US-Präsidenten. Dieser Umschwung wurde sicherlich durch den Raketenangriff auf den syrischen Militärflughafen im April eingeleitet. Mit einem gewissen Abstand kann man sich noch einmal die Frage stellen, was da mit Trump eigentlich passiert ist, dass er so plötzlich gegen seine bisherigen Leitlinien gehandelt hat. Eines ist jedenfalls klar: Der Raketenagriff war auf jeden Fall ein Akt der illegalen Agression, und die Rechtfertigung für diesen Angriff, nämlich die vermeintliche Giftgasattacke von Assad auf sein Volk, für den bis dato jegliche Beweise fehlen, war höchstwahrscheinlich wieder eine typische Kriegspropagandalüge, wie sie uns vor praktisch jedem US-Krieg serviert wurde.

Im Grunde hat Trump hier genauso gehandelt, wie wir es von Hillary Clinton erwartet hätten, hätte sie die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Ich bin aber nach wie vor der Ansicht, dass sich die Amerikaner richtig entschieden haben: Nämlich für das geringere Übel. Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass er gewonnen hat. Durch seinen Sieg wird uns einiges erspart geblieben sein. Andererseits war mir auch von Anfang an klar, dass Trump kein Friedensbringer sein wird. Dafür waren einige seiner Aussagen einfach zu unmissverständlich, z.B. als er Folter von Gefangenen verteidigte, dass er eine Atom-Bewaffnung Saudi-Arabiens unterstütze, dass er Edward Snowden für einen Verräter halte und solche Sachen. Als nach seinem Amtsantritt die Medienhetze gegen ihn immer schlimmer wurde, hatte ich bereits vermutet, dass er wahrscheinlich genau das machen wird, was alle Machthaber der letzten Jahrtausende immer gemacht haben, wenn sie in ihrem eigenen Land in Bedrängnis gekommen sind, nämlich: Einen Krieg anzetteln. Leider hatte ich damit wohl recht. Allerdings hätte ich eher gedacht, dass Trump sein Wahlkampfversprechen wahr machen und den IS platt machen würde, vielleicht sogar im Einvernehmen mit Putin und Assad. Statt dessen führte er aber das Clinton-Programm aus. Während der Lügenmainstream in Begeisterungsstürme ausbrach, befürchteten Menschen wie ich, die sich um den Frieden Sorgen machen, das schlimmste. Doch die Aufregung war noch nicht verflogen, da lenkte Trump plötzlich die Aufmerksamkeit ans andere Ende der Welt, nämlich nach Nordkorea. Was ist los mit dem Typen?

Die verschiedenen Vermutungen, die man zu der Frage finden kann, habe ich vier Gruppen zugeordnet. Für jede einzelne gibt es gute Gründe die dafür, und die dagegen sprechen:

  1. Trump, der Umfaller
    Das ist die Theorie, die ich zunächst für die wahrscheinlichste hielt. Trump ist tatsächlich als Nonkonformist in den Wahlkampf getreten, und hat es allen Widerständen des US-amerikanischen Establishments zum Trotz geschafft, sich gegen deren Kandidatin Clinton durchzusetzen. Aber dieses Establishment der Kriegstreiber mitsamt seinen Anhängeln in den Geheimdiensten, den Mainstreammedien, und in der Justiz, waren einfach zu mächtig und selbst Trump eine Nummer zu groß. Sein Versprechen, den „Washington-Sumpf“ auszutrocken, ist gescheitert. Schön illustriert ist dies in einer Karrikatur von Ben Garrison, die auch die Videomacherin Antipaganda in ihrem Kommentar zu dem Thema kürzlich zeigte. So musste Trump schließlich klein beigeben und den Globalisten weitgehende Zugeständnisse machen. Tatsächlich hat er ja vieles von dem, was er vor der Wahl sagte (z.B. dass sich die USA aus dem Syrienkonflikt heraushalten sollten), durch diese Aktion verraten.

  2. Trump, das trojanische Pferd
    Mache behaupten sogar, dass Trump schon von vorne herein nur eine Marionette des Establishments war; dass er nur als scheinbare Alternative präsentiert wurde. Schwer zu sagen. Was ich aber für einen Irrtum halte, ist der Vergleich mit Obama, den manche bringen: Auch Obama, sagen sie, wurde uns als Alternative verkauft, und später entpuppte er sich dann doch nur als Systemmarionette (der neue Song von Xavier Naidoo lässt grüßen…). Es wundert mich aber, dass diese Leute nicht das gravierede Problem bemerken, des in diesem Vergleich besteht: Während Obama uns damals von den Mainstreammedien quasi als neuer Messias präsentiert wurde, wurde Trump als der Teufel leibhaftig dargestellt. Das spricht doch eindeutig gegen diese Theorie!

  3. Trump, der naive Dilettant
    Freeman behauptete in seinem Blog, es seien Trumps Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner, die ihm zu dem Angriff auf Syrien verleitet hätten: Dass sie ihren Vater etwas von vergasten Babys vollgeheult habe und er sich deshalb — trotz jeglichen Mangels an belastbaren Beweisen — von dieser herzzerreißenden Geschichte dazu habe hinreißen lassen, mal eben so den Dritten Weltkrieg zu riskieren. Falls es tatsächlich so gewesen ist, dann ist Trump wirklich ein gemeingefährlicher Dilettant und gehört sofort entmündigt. Ich kann mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es sich so einfach verhält.

  4. Trump, das strategische Genie
    Das ist die Version, die ich tatsächlich inzwischen für die wahrscheinlichste halte, und die z.B. von Alexander Wagandt angesprochen wird: Trump liefert sich demnach hinter den Kulissen einen Machtkampf mit dem „tiefen Staat“, in dem auch viel mit Finten und Täuschungen gearbeitet wird. Der Giftgasanschlag, den man Assad in die Schuhe geschoben hat, könnte eine vom US-Geheimdienst gelegte Falle gewesen sein, mit der man eine Reaktion von Trump erzwingen wollte. Aber anstatt in diese Falle zu tappen, hatte er den Geheimdiensten den Ball weggenommen und führte eine einmalige Aktion durch, mit möglichst minimiertem Risiko, indem er sowohl die syrische Regierung, als auch die Russen im Vorfeld informierte. Es erreichten ja auch nur wenige Raketen überhaupt ihr Ziel, und diejenigen, die einschlugen, trafen nur relativ unbedeutende Ziele. Auch dieses merkwürdige Manöver, dass Trump urplötzlich die Aufmerksamkeit von Syrien abzog und nach Nordkorea lenkte, deutet darauf hin, dass er möglicherweise genau wusse, was er tat.

Sollte diese vierte Vermutung tatsächlich zutreffen, ist das auf der einen Seite ein Grund zur Hoffnung; es zeigt auf der anderen Seite aber auch, dass Trump bereit ist, mit hohem Einsatz zu pokern, und zwar extrem hohen Einsatz für uns alle. Immerhin geht es um nichts geringeres als um die Gefahr einer Eskalation zu einem großen Krieg.

Nichtwissen aushalten können

Dies ist ein Nachtrag zu dem letzten Beitrag über die Apokalyptiker. Was viele dieser Typen gemeinsam haben, ist das bewundernswerte Selbstbewusstsein, mit der sie ihre düsteren Voraussagen treffen. Als Leser bzw. Zuhörer kann man da wirklich eine Gänsehaut bekommen und denkt sich: Mann oh Mann, hier ist jemand, der jetzt schon ganz genau weiß, was in der Zukunft alles passieren wird, so selbstsicher, wie der sich anhört. Da wage ich es lieber nicht zu widersprechen, so klein und unwissend wie ich bin.

Untergangsszenarien gibt es freilich viele, und sie werden oft genüsslich grauenvoll ausgeschmückt: Da gibt es die Wirtschaftscrash-Apokalyptiker, die uns darüber aufklären, wie es sein wird, wenn über Nacht plötzlich alle Banken schließen, der Strom ausfällt, und alle Supermärkte zu haben und geplündert werden. Dann die Bürgerkriegs-Apokalyptiker, die die Vision von umherschweifenden, mordenden Islamistenhorden ausmalen. Dann diejenigen, die schon genau wissen, wann der Dritte Weltkrieg ausbricht, und wann und wo genau die Atombomben fallen werden. Und natürlich die Bibel-Apokalyptiker, die, je nach der Bibelinterpretation, die sie bevorzugen, im Detail genau wissen, was uns demnächst alles bevorsteht.

Schon gut, ich polemisiere jetzt. Zugegeben. Polemisiert werden meistens Dinge, die man nicht versteht, schrieb mir mal einer in einer Forumsdiskussion über den Geldsystemcrash. Es muss jemand gewesen sein, der alles sehr viel besser verstanden hat als ich. Sicher, sollte auch nur eines der oben genannten Szenarien eintreten, werde ich nicht mehr lachen. Versprochen. Für möglich halte ich inzwischen sowieso schon alles. Und weil es möglich ist, muss auch darüber geredet werden und es muss ernst genommen werden. Denn es liegt ja wirklich einiges im Argen. Aber ist es nicht so, ja, eigentlich immer schon so gewesen, dass wir letztendlich nicht wissen können, was in der Zukunft passieren wird? Wie kann man nur mit solcher Selbstüberschätzung behaupten, man wisse jetzt schon mit absoluter Sicherheit, dass demnächst alles den Bach runtergeht, und damit seine ohnehin schon arg gebeutelten Mitmenschen belästigen?

Meiner Meinung nach ist die Antwort auf diese Frage darin zu finden, dass es die Ungewissheit ist, die für viele Menschen schwer zu ertragen ist. Das gilt für allem in schwierigen Zeiten, in denen wir ja zweifellos leben. Zeiten, in denen vieles zusammenbricht und im Umbruch ist, und wir uns mit Problemen konfrontiert sehen, für die wir noch keine Lösung erkennen können. Man will dann wissen, wie es weiter geht, und lieber konstruiert man sich eine schreckliche Zukunftsvision, als im Zustand des Nichtwissens verharren zu müssen. Ich finde aber, wir sollten auch lernen, mit Ungewissheit leben. Was wir wissen, ist, dass wir in Deutschland in einer sehr schwierigen Lage stecken, und das es schwer werden wird. Auch davon, dass es nie mehr wieder so werden wird, wie es bis vor, sagen wir, 20 Jahren war, können wir ausgehen. Aber wie genau die Zukunft hier aussehen wird, wissen wir einfach nicht. Dass das derzeitige Lügenregime irgendwann auf die eine oder andere Weise verschwinden wird, ist gewiss. Alles andere wissen wir nicht. Die Kinder, die heute geboren werden, werden in einer völlig anderen Welt leben, die wir uns heute wahrscheinlich noch nicht einmal vorstellen können.

Und da ist noch ein anderer Aspekt, den wir nicht vergessen sollten: Es kann auch immer sein, dass sich plötzlich unsere privaten Umstände ändern: Der Verlust eines Familienangehörigen oder engen Freundes, eine Krankheit, Ereignisse, die plötzlich unser gesamtes Leben über den Haufen werfen, und die wir ebenfalls nicht vorhersagen können. Wenn uns so etwas geschieht, werden die äußeren politischen Umstände auf einmal gar nicht mehr wichtig erscheinen und sie geraten aus dem Blickfeld. Schon allein deshalb lohnt es sich für jeden einzelnen, schon jetzt seine Einstellung zu ändern, und nicht darauf zu warten, bis so etwas passiert.

Wettstreit der Apokalyptiker

Angesichts der derzeitigen Lage in Deuschland und der Welt droht so mancher zu verzweifeln. Und das ist auch verständlich. Die Menschen sind gespalten: In solche, die dem von der Elite und den Medien vorgegebenen Weg folgen, und für die kritisches Denken nur noch im Nachplappern von Propaganda besteht — weil sie die Natur der Propaganda nicht erkennen können und deshalb eine fremdbestimmte Meinung für ihre eigene halten; und ich solche, bei denen das Denken noch nicht ausgemerzt werden konnte, und die deshalb mehr und mehr erkennen, unter welchem kollektiven Wahnsinn gravierenden Ausmaßes sie hier leben müssen. Das ist natürlich einfacher für die erstgenannten, üblicherweise als „Schlafschafe“ tituliert. Sie dümpeln mehr schlecht als recht durch ihr Leben, und merken nicht, dass dieses immer unfreier wird, und in welcher Gefahr sie schweben. Auch sie fühlen natürlich ein gewisses Unwohlsein, aber ihr Unterbewusstes kehrt es immer wieder erfolgreich zur Seite. Und wer es dann versucht, sie darauf aufmerksam zu machen, ist halt einfach ein böser Feind.

Wieviel schwerer haben es da doch die anderen: Sie fühlen sich allein, isoliert, wissen oft nicht mehr, worüber sie mit ihren Freunden, Bekannten, Nachbarn, Kollegen, ja oft sogar Familienangehörigen noch reden können. Sie erkennen den tiefen Riss, der da durch diese Gesellschaft geht, und der immer tiefer wird, und sie leiden oft entsetzlich darunter. Sie erkennen den Verrat, der an uns von seiten der Politik, den Medien, den Bildungseinrichtungen, begangen wird. Verständlich, dass da so mancher durchzudrehen droht. Da bleibt für die meisten dann als einzigen Ausweg nur noch die Flucht ins Internet. Hier bietet sich die Möglichkeit, die Informationen, die man sucht, zu finden, die von anderen fleißigen Menschen, denen ihr eigenes Denken nicht ausgetrieben werden konnte, gesammelt und zur Verfügung gestellt wurden. Und man kann sich anonym austauschen und Kommentare zu diesem und jenem abgeben.

Dadurch entsteht aber das Problem, sich in eine merkwürdig abgeschottete Welt zu begeben, in der man sich dann zunehmend im Kreis zu drehen beginnt. In vielen Blogs und Internetforen, in denen über die derzeitige Weltpolitik, die Situation in Europa und deren Zerstörung durch die feministische und globalistischen Ideologie, sowie das schrittweise hereinschlittern in eine totalitäres Systen diskutiert wird, scheint es mir einen immer extremer ausufernden Wettbewerb zu geben, wer die düsterste, schrecklichste, unerträglichste Zukunftsvision an die Wand malen kann. Wer noch Hoffnungen hat und positive Entwicklungen zu erkennen vermag und es wagt, diese zu äußern, gilt als Schwächling und kriegt Schimpfe. Ein gutes Beispiel ist der Kommentar von „Freeman“ zu den Präsidentschaftswahlen in Frankreich und der Wahl in Schleswig-Holstein:

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2017/05/die-eu-burger-haben-die.html

Ich meine, nichts gegen Freeman und seine fleißigen Kommentatoren, aber ihr produziert dort eine Stimmung wie aus dem Leichenschauhaus. Überall Todessehnsucht, Verzweiflung, und die Hoffnung, der Untergang möge möglichst bald kommen und qualvoll sein. Und natürlich müssen wir alle Schuld auf uns selbst laden. Wer es wagt, anzuzweifeln, dass sich die Völker allein durch Selbstverschulden von selbst vernichten, und statt dessen auf äußere Umstände wie Wahlfälschung hinweist, gilt als Versager, der die furchtbare, grausame Wahrheit (tja, was ist denn eigentlich die Wahrheit?) nichtwahr haben will. Leute, ich weiß selbst, dass es hart ist, was ihr durchmacht, aber könnt ihr euch nicht mal ein bisschen zusammen reißen? Das ist doch nicht mehr zum Aushalten! Im Nachfolgepost, wo er auf die konkreten Verdachtsfälle von Wahlfälschung verweist, scheint sich Freeman wieder etwas gefangen zu haben:

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2017/05/wurde-bei-den-franzosischen-wahlen.html

Im Jahr 2016 ging es mir auch ziemlich schlecht. Da musste ich tatsächlich täglich darüber nachdenken, wie es wohl sein wird, wenn in Deutschland die Atombomben niedergehen, oder wie es sich anfühlt, vom IS den Kopf abgeschlagen zu bekommen. Inzwischen geht es mir aber deutlich besser. Brexit und der Trump-Sieg haben gezeigt, dass nicht immer nur das Schlechtestmögliche passieren muss. Um den Sturz in Depression und Verzweiflung zu vermeiden, habe ich meine Einstellung verändert und sehe das jetzt so: Wer sein Denken nicht vollständig abgegeben hat und deshlab den Abgrund, der sich vor uns auftut, erkennen kann, hat in diesen Zeiten eine besondere Chance, sich charakterlich einen großen Schritt weiter zu entwickeln, wie man sie wohl, wenn überhaupt, nur einmal im Leben bekommt. Die anderen, die „Schlafschafe“, haben diese Möglichkeit nicht, bzw. verschenken sie. Und es besteht ja immer die Hoffnung, mehr und mehr Leute auf die andere Seite hinüber zu holen.

Warum ich nicht beim „March for Science“ mitmarschiert bin

Jeder, der im Wissenschaftsbereich arbeitet, ist wohl wie ich in den letzten Wochen mit Werbung für den „March for Science“ bombadiert worden, der am gestrigen Samstag, den 22. April 2017 in zahlreichen Universitätsstädten in Deutschland und anderswo stattfand. In den letzten Tagen kamen fast täglich Spam-Emails rein, in denen man aufgefordert wurde, doch bitte mitzumachen, und wie wichtig es doch sei, als Wissenschaftler oder an der Wissenschaft Interessierter für seine Interessen einzustehen. Nachdem ich mich ein bisschen mit dem Hintergrund dieser Veranstaltung beschäftigt habe, bin ich jedoch leider zu der Schlussfolgerung gelangt, dass dort ganz und gar nicht meine Interessen vertreten werden, ganz im Gegenteil. Viel eher scheint es sich dabei um eine typische Anti-Trump Veranstaltung zu handeln, die aus den von George Soros finanzierten „Women’s Marches“ hervorgegangen ist, und in der es eben gerade nicht um eine Reformation im Wissenschaftsbereich geht, sondern darum, den Status Quo beizubehalten.

Mein Eindruck ist, dass es sich vielmehr um eine Belehrungsverantaltung für die Öffentlichkeit handelt, bei der die Menschen aufgefordert werden sollen, doch bitte dem von der Mainstream-Wissenschaft vorgegebenen „Konsens“ Glauben zu schenken, und dass es irgendwie moralisch verwerflich sein, diesen Konsens anzuzweifeln oder kritisch zu hinterfragen — also eher ein „March against Science“, weil die Menschen dazu gebracht werden sollen, wissenschaftliches Denken zu unterlassen, und das lieber den dafür (teilweise schlecht) bezahlten „Experten“ zu überlassen.

  • Hauptschwerpunkt des „March for Science“ scheint mir die Zementierung der öffentliche Meinung zum Thema Klimawandel zu sein. Die inzwischen zahlreichen, gut fundierten Stimmen namhafter Wissenschaftler (bin hin zu Nobelpreisträgern), die nicht glauben, dass eine menschengemachte Klimaerwärmung angeblich zweifelsfrei bewiesen sei, sollen tabuisiert und aus der öffentlichen Diskussion heraus gedrängt werden.
  • Natürlich darf der Klassiker nicht fehlen, der alte Kampf zwischen Evolutionstheoretikern und Kreationisten. Wer sich ernsthaft — d.h. ohne Vorurteile — mit der Darwinschen Evolutionstheorie auseinander setzt, kann durchaus zu dem Schluss kommen, dass es sich dabei eben gerade nicht um eine wissenschaftliche Theorie handelt, sondern um eine bloße Hypothese über die Entstehung des Lebens, die auf nicht beweisbaren Annahmen beruht. Das trifft zwar auch auf die biblische Schöpfungslehre zu, aber warum soll man dann die Menschen zwingen, an das eine zu glauben und an das andere nicht? Neben den beiden Extremen Darwinismus und Bibel-Kreationismus gibt es darüber hinaus aber auch noch die „Intelligent Design“-Theoretiker, die mit durchaus wissenschaftlichen Methoden offensiv an die Frage heran gehen, ob bloßes zufälliges Durcheinanderschütteln von Molekülen ausreicht, um das Leben zu erklären; diese werden aber fast vollständig tot geschwiegen.
  • Ebenfalls aus der wissenschaftlichen Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen werden sollen natürlich die üblichen Verdächtigen: Impfkritiker, Abtreibungsgegner, Homöopathen und andere Praktizierende alternativer Heilmethoden, Leute, die über „Chemtrails“ reden, und… und… und… Kurz: Alle, die nicht alles gleich für bare Münze nehmen was ihnen von den Wissenschaftspriestern erzählt wird, sondern sich eigene Gedanken machen. Sorry, aber das alles ist nicht mein Interesse, und kein Grund für mich, bei dem Zirkus mitzumachen.

Gerne mitmachen würde ich dagegen, wenn es beim „March for Science“ z. B. um Forderungen gehen würde wie:

  • dass es Wissenschaftlern in Deutschland wieder möglich sein sollte, an einem Ort eine langfristige Stelle zu bekommen und eine Familie gründen zu können, ohne sich von Dreijahresvertrag zu Dreijahresvertrag hangeln zu müssen, und bis zu 50% ihrer Zeit damit verbringen zu müssen, um öffentliche Forschungsgelder zu betteln („Proposal schreiben“).
  • dass die Hochschulbildung in Deutschland verbessert wird, indem z.B. an den Universitäten wie in den USA Dozentenstellen eingerichtet werden, in denen ausgebildete Wissenschaftler Studenten lehren können, ohne eigene Forschung machen zu müssen und sich permanent um Veröffentlichen in wissenschaftlichen Fachjournalen kümmern zu müssen. Das war mal mein Traumjob gewesen, kann ich aber leider nicht machen, weil es so etwas in Deutschland nicht gibt.
  • dass echte Pseudowissenschaften, wie diese „Gender-Studies“, nicht mehr mit Steuergeldern gefördert werden und endlich aus den Universitäten verschwinden, weil sie da nichts zu suchen haben.

Saarland

Ab und zu macht Gerd-Lothar Reschke ja mal ein paar ganz brauchbare Videos. Gut fand ich, was er als Reaktion auf die Landtagswahl im Saarland sagte, wo die Saarländer zu großer Mehrheit genau die Kriminellen gewählt haben, die die furchtbaren Zustände in Deutschland erst geschaffen haben.

https://www.reschke.de/20170326_glr_deutschland_kann_man_vergessen.php

Wahrscheinlich wird er den Link wieder einmal bald vom Netz nehmen, deshalb hier die Zusammenfassung in drei Sätzen: Jeder, der sich noch eigene Gedanken macht und erkennt, wie die Menschen hier von der „Obrigkeit“ betrogen werden, hat den Wunsch, dass sich etwas verändert. Die Realität zeigt aber, dass mindestens 80% der Deutschen keine Veränderung wollen. Deshalb müssen sich die übrigen, die ihre Freiheit nicht komplett aufgeben wollen, diese bittere Wahrheit schlucken, und trotz allem ihren eigenen Weg weiter gehen. So in etwa.

Jeder, der schon einmal versucht hat, seine Mitmenschen über die Verhältnisse hier aufzuklären, weiß, dass es fast unmöglich ist, an ein einzelnes Schlafschaf mit Argumenten heranzukommen. Solange jemand glaubt, alles, was auch nur geringfügig von der in den GEZ-Medien veröffentlichten Darstellung abweicht, sei „Verschwörungstheorie“ oder „rechts“, ist Hopfen und Malz verloren. Als Ergebnis fühlt sich der Aufklärer dann innerlich wütend, ausgelaugt, und entmutigt. Wenn das schon bei einem einzelnen so ist, wie soll man dann 80% der Menschen in Deutschland umstimmen können? Das geht einfach nicht. Von daher stimmt es schon: Man sollte sich diese Energie lieber für sein eigenes Leben aufheben, anstatt für zum Scheitern verurteilte Aufklärungsversuche, aber auch für Jammereien und Selbsthass für die vermeintliche Dummheit der Deutschen.

Leider findet man in den Kommentaren unter dem GLR-Beitrag auch promt wieder die typischen deutschen Selbsthasser, die genau das bestätigen, was ich in meinem letzten Blogbeitrag über den deutschen Selbsthass schrieb. „Kein Mitleid mit diesem Volk“ schrieb einer über das Volk, aus dem er selber hervorgeht: Wenn er für sich selbst kein Mitleid hat, ist das natürlich sein eigenes Ding — aber mit wem hat der dann Mitleid, wenn nicht mit Deutschen? Mit den Amerikanern? Den Chinesen? Den Franzosen? Den Eritreern? So ein Blödsinn. Auch Reschke selbst ist ein Selbsthasser: „Deutschland kann man vergessen“ meint er… Aha, dann können wir den Herrn Reschke also auch vergessen; warum macht er dann überhaupt noch weiter mit seinen Videos???

Noch schlimmer ist es auf Freemens Blogbeitrag zum selben Thema:

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2017/03/deutschland-hat-das-stockholmsyndrom.html

Den Kommentatoren unter dem Blogeintrag kann man ja schon den Schaum vorm Mund sehen vor lauter Selbsthass. Sollen sie sich doch über die Deutschen aufregen, bis sie den Verstand verlieren! Wie ich schon in meinem letzten Beitrag schrieb: Die Schlafschafe und CDU-Wähler sind nicht das Hauptproblem, vor dem wir hier stehen, sondern es ist der Deutsche Selbsthass. Liebe Saarländer, schade, dass ihr euch so stark selbst schadet, aber trotzdem vielen Dank, dass ihr diese Selbsthasser aus der Reserve gelockt habt, damit wir erkennen können, dass sie ein Problem sind. Ich hätte nicht übel Lust, bei der kommenden Bundestagswahl CDU zu wählen, den Stimmzettel zu fotografieren (obwohl das verboten ist), und das Foto auf Facebook zu stellen, nur, um diese Typen zu ärgern.

Vom deutschen Selbsthass

Ich komme mehr und mehr zu der Auffassung, dass der wahre Grund für die katastrophalen Zustände in Deutschland weder die EU-Krise, noch die „Flüchtlinge“, noch das Geldsystem, noch der Islam, noch Erdogan, ja nicht einmal Angela Merkel ist, sondern einzig und allein der allgegenwärtige deutsche Selbsthass. Es scheint sich dabei um eine Art ansteckenden Virus oder einen Parasiten zu handeln, der ursprünglich von den Siegermächten des 2. Weltkriegs im Rahmen eines „Umerziehungsprogramms“ in unsere Hirne gepflanzt wurde, und sich inzwischen sehr erfolgreich über praktisch alle politischen Richtungen und Weltanschauungen ausgebreitet hat. Das gibt’s wirklich ausschließlich in Deutschland!

Die klassische Variante

Dies ist die „offizielle“ Variante der deutschen Bundesregierung, umgesetzt von ihrem eigenen Schlägertrupp („Antifa“), und großzügig finanziert von George Soros und Co. Die Geschichte vom ewig Tätervolk, das sich für immer schuldig fühlen und für alle anderen zahlen muss, oder andernfalls so schnell wie möglich auf die eine oder andere Weise zum Verschwinden gebracht werden soll, kennt mittlerweile wohl wirklich jeder. Deshalb lohnt sich auch nicht, darüber noch viele Worte zu verschwenden.

Darüber hinaus hat der deutsche Selbsthass-Virus noch zahlreiche weitere Mutationen und Varianten hervorgebracht:

Die links-grüne Variante

Diese ist der klassischen Variante noch ziemlich nahe: Die Deutschen sind latent rassistisch, sexistisch, homophob, fremdenfeindlich, und faschistoid. Davon können sie nur geheilt werden, indem man sie mit so vielen Migranten wie möglich ausdünnt, die aber auch möglichst unintegrierbar sind, damit sie nicht am Ende auch noch anfangen, sich wie Deutsche zu verhalten. Diese Migranten haben zwar auch alle oben genannten Eigenschaften, aber weil sie ja keine Deutschen sind, ist das ok.

Die transatlantischen Variante

Auch diese ist nah an der klassischen Variante: Die Deutschen dürfen sich nie mehr selbst regieren, sonst ersteht das Dritte Reich wieder auf. Deshalb müssen sie auf ewig ein Dasein als Vasallen der USA fristen. Natürlich müssen sie sich auch bereitwillig als Kanonenfutter an sämtlichen Krisenherden dieser Welt, die von der USA erst geschaffen wurden, hergeben.

Die Antwort auf die transatlantische Variante ist:

Die antimilitaristische Variante

Deutschland hat sich an vielen Kriegen überall auf der Welt beteiligt, und die Deutschen haben nichts dagegen getan. Deshalb müssen sie jetzt zur Strafe alle Flüchtlinge aufnehmen, die durch diese Kriege produziert wurden, und sind selbst Schuld, wenn diese Flüchtlinge ihnen dann die Köpfe abschlagen.

Eng verwandt mit der antimilitaristischen Variante ist:

Die antikapitalistische Variante

Deutschland hat jahrzehntelang über Agrar-, Pharma- und Rohstoffkonzerne die Dritte Welt ausgebeutet und davon profitiert. Um das wieder gut zu machen, müssen die Deutschen jetzt die gesamte Dritte Welt bei sich zu Hause aufnehmen und ihnen alles zurück geben, was sie ihnen genommen haben.

Jetzt kommen wir zu den Mutationen, die sich etwas weiter von der klassischen Variante weg entwickelt haben.

Die systemkritische Variante

Die Deutschen sind obrigkeitsgläubige, faule Schlafschafe, die sich bereitwillig von den Politikern und den Medien belügen lassen. Sie lassen sich freiwillig betrügen, bestehlen und ausnutzen, und wählen ihre eigenen Volksverräter immer wieder selber. Deshalb habe sie auch nichts besseres verdient als das, was sie jetzt bekommen.

Eine Unterart der systemkritischen Variante ist

Die libertäre Variante

Die Deutschen sind Sozialisten (ein ganz böses Schimpfwort!). Sie haben Angst vor Freiheit und sind unselbständig. Sie drücken sich davor, Eigenverantwortung zu übernehmen, und sehnen sie sich nach einem starken Staat, der sie versorgt und ihnen alles abnimmt. Deshalb sind sie selber Schuld, wenn sie von diesem Staat letztlich nur betrogen und ausgenommen werden.

Eine verirrte Form der systemkritischen Variante ist

Die Neonazi-Variante

Die Deutschen sind verweichlichte Feiglinge, die nicht mehr die Eier haben, zuzugeben, wie toll doch alles unter dem Adolf war. Ach, würde er doch heute noch leben, und den Deutschen den richtigen Weg zeigen können!

Und zum krönenden Abschluss hier die am weitesten verbreitete Variante:

Die Schlafschaf-Variante

Die Deutschen sind undankbare Nörgler, die unsere armen Politiker als Volksverräter, und unsere armen Medien also Lügenmedien beschimpfen. Dabei geben sich diese hochkompetenten und seriösen Leute doch alle Mühe, um nur das Beste für uns zu tun. Wie furchtbar, dass so viele Deutsche jetzt dieser schrecklichen AfD hinter laufen! Aber zum Glück gibt es ARD und ZDF, die mir täglich sagen, wie ich darüber denken soll. Dafür zahle ich dann auch gerne meine GEZ-Gebühren.

DISCLAIMER:
Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte es eine selbsthassende Gruppe, Partei, oder Glaubensgemeinschaft geben, die hier nicht erwähnt ist, bitte ich das vielmals zu entschuldigen.

Youtube-Experiment

Nach langer Zeit schreibe ich wieder einmal in meinen — mittlerweile fast zehn Jahre alten — „Willensfreiheitsblog“. Das Thema Willensfreiheit ist mir heute nicht mehr so wichtig wie früher, aber ich belasse es einfach einmal bei diesem Namen. Eigentlich hatte ich den Blog schon quasi aufgegeben, aber wieder etwas zu schreiben ist ein bisschen so, wie nach Hause zu kommen, wo man sich sicher fühlt.

In diesem Beitrag möchte ich eine kurze Bilanz meines Experiments mit meinem Youtube-Kanal ziehen, auf den ich im vorigen Beitrag hingewiesen habe. Es war ein etwa 3-monatiges Experiment, in dem ich Gesichtsvideos öffentlich geschaltet habe, und in denen ich das Zeitgeschehen auf eine Weise kommentierte, wie ich es in meinem unmittelbaren Umfeld nicht tun kann. Ich outete mich mit meinem Gesicht auf direkte Weise als „Dissident“. Dissidenten findet man inzwischen auf Youtube schon ziemlich viele, was auch wichtig ist. Wenn man die Videos auf Youtube durchsucht, scheint man mit einem großen Überangebot konfrontiert. Trotzdem ist des Anteil derjenigen, die sich öffentlich unabhängig äußern, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung verschwindend gering. Das Überangebot kann also gar nicht groß genug sein…

Jeder hat für sich selbst zu verantworten, wie weit er zu gehen bereit ist. Manche zeigen ihr Gesicht, andere nicht. Manche sprechen besonders heikle Themen an, andere halten sich damit eher zurück. Manche bieten ein breites Themenspektrum an, andere konzentrieren sich auf einen ganz bestimmten Themenbereich. Es ist ein Wagnis mit ungewissem Ausgang und es ist wichtig, sich sehr genau zu überlegen, was man in der Öffentlichkeit von sich preisgibt, und inwieweit man bereit ist, dafür auch persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen.

Zurück zu meinem eigenen Experiment. In den ersten drei Monaten lud ich zunächst einige Vidos hoch, in denen ich hauptsächlich auf politische Themen einging, was mich gerade beschäftigte. Ich bereitete mich auf die einzelnen Vidoes nicht allzu viel vor, und sprach in einer eher stockenden Weise, mit längeren Pausen zwischen den Wörtern. Ich merkte, wie schwer es mir fällt, über Dinge zu sprechen, über die wir von der Gesellschaft zu schweigen erzogen worden sind. Es ist, wie eine jahrelange, intensive Konditionierung zu durchbrechen (das Schreiben fällt mir da deutlich leichter). Da ich nicht viel für meinen Kanal warb, und wahrscheinlich auch wegen der nicht gerade flüssigen Sprechweise, waren die Klickzahlen gering, und Feedback gab es nur vereinzelt. Trotzdem hatte ich zunächst keine Probleme damit. Auch die Angst, von Freunden/Kollegen/Vorgesetzten entdeckt zu werden, konnte ich zunächst im Zaum halten. Erst vor ein paar Tagen setzte bei mir plötzlich ein starkes Unbehagen sein, sogar begleitet von körperlichen Symptomen (Nackenstarre). Ich verstand das als Signal, dass ich mich mit meinen Gesichtsvideos überfordert hatte, so dass ich die Videos wieder von der öffentlich Youtube-Liste genommen habe, bis auf zwei Audios, in denen ich mich nicht zeige. Lediglich ein Video mit dem Titel „Der Kampf gegen die Entmutigung, mit den Videos weiterzumachen“ habe ich wieder zugänglich gemacht, als Zeichen, dass ich diesen Kampf noch nicht aufgegeben habe. Allerdings bin ich darauf nur „hinter dem Vorhang“ zu sehen…

Vielleicht werde ich die Videos, die ich von der Youtube-Listung ausgeschlossen habe, hier nach und nach wieder auf diesem Blog verlinken. Mein Gesicht werde ich allerdings erst einmal nicht mehr zeigen. Auch neue Videos wird es sicherlich wieder geben. Videos haben sicherlich eine größere Reichweite — wer liest schon noch Blogs, vor allem, wenn sie in Tagebuchform geschrieben sind? Trotzdem ist mir jetzt klar geworden, dass ich meinen „Hauptauftritt“ wieder hier im Willensfreiheitsblog haben möchte.

Ach ja, herzlichen Dank an das Feedback eines Lesers, der mir riet, wieder zu meinen alten Themenbereichen Quantenphysik, Wissenschaft, Spiritualität/Religion/Esoterik (oder wie auch immer man das nennen soll) zurückzukehren, anstatt mich zu sehr in eine Rolle als „Dissident“ hinein zu manövrieren. Ich nehme diesen Ratschlag ernst: Warum soll ich nicht wieder das machen, wo ich gut bin, und den anderen das überlassen, wo sie besser sind?