Kernkompetenz

In letzter Zeit habe ich in meinem Tagebuch recht viel über Politisches geschrieben. Es liegt ja auch wirklich einiges im Argen. Trotzdem habe ich mir darüber Gedanken gemacht, dass ich mich lieber auf meine „Kernkompetenz“ konzentrieren sollte, und diese liegt eindeutig im Bereich der Naturwissenschaften (und deren Unzulänglichkeit); in diesem Bereich gibt es genug, wo Kritik dringend nötig ist. Von Politik dagegen habe ich nicht so die Ahnung, und vor allem habe ich sie niemals aktiv betrieben, weshalb ich mir wohl in letzter Zeit ein paar gravierende Fehleinschaetzungen geleistet habe, z. B. was die Hamburger Bürgerinitiative gegen die 6-jährige Grundschule betraf. Ich hatte mich nicht aureichend ueber die Hintergründe dieser Bürgerinitiative und deren Initiator informiert, sonst hätte ich wohl schon vorher Links wie diese (http://www.biteback.de/hamburger-volksentscheid-was-man-ueber-dr-walter-scheuerl-wissen-sollte-3534) gefunden. Das zeigte mir, wie wichtig es ist, sich auf jeden Fall beide Seiten einer Medaille anzusehen, egal, ob man nun vom Fach ist oder nicht. Dazu kam, dass bei meinem vorangeheden Eintrag ueber die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht ein Blogger den Kommentar schrieb, doch wenigstens an Heiligabend eine „Feuerpause“ einzulegen. Das war so zu sagen ein Wink mit dem Zaunpfahl von aussen (auch wenn es wohl gar nicht so gemeint war; es stimmte ja auch), eine Synchronizität, die mir bestätigte, dass ich die politischen Themen etwas in den Hintergrund stellen sollte, selbst wenn ich mir einigermaßen sicher bin, richtig zu liegen. Es sollte nicht zur Sucht werden.

Ich könnte von nun an also nur noch über Physik, Klimaforschung, Gehirnforschung, Computerwissenschaft usw. schreiben. Das Problem dabei ist aber, dass ich davon ausgehe, dass die empirische Wissenschaft mit ihren eng gefassten Regeln nur ein Werkzeug für politische und wirtschaftliche Interessen ist. Davon sollen die Wissenschaftler, die an den Unis und Forschungsinstituten (ob nun staatlich oder privat) an ihren Karrieren arbeiten und deshalb ihren Geldgebern aus Politik und Wirtschaft gefallen wollen, nichts wissen – oder noch schlimmer: Selbst wenn sie es ahnen, sollen sie darüber nicht frei reden duerfen, ohne ihren guten Ruf und ihre Karriere zu gefährden. Innerhalb der üblichen Grenzen wissenschaftlicher Diskussionen ist das gar nicht ansprechbar. Dadurch wird das Ganze letztlich doch wieder politisch, ob man will oder nicht. Ich schrieb bereits in http://willensfreiheit.blog.de/2010/12/14/vier-regeln-physiker-10185971/ , das die Regeln, die in der Uni-Physik erfüllt werden müssen, zum Teil (vielleicht sogar vollständig?) aus politischen Gründen aufgestellt wurden.

In der Klimaforschung weiss z.B. jeder, dass es Klimaskeptiker gibt und kennt mehr oder weniger ihre Argumente, aber die Atmosphäre – besser noch würde es Gruppengeist nennen – die in dieser „Community“ herrscht, lässt eine offene Diskussion darüber gar nicht zu, selbst wenn sie diesen Skeptikerargumenten kritisch bis ablehnend gegenübersteht. Man spricht einfach nicht drüber. Das wäre in etwa so, als wenn man in einer feinen Gesellschaft einen Furz lassen würde, wenn ich mich mal so ausdrücken darf. Viele gehen mit dieser Situation so um, dass sie sich alle Mühe geben, zu glauben, dass diese Klimaskeptiker alle Spinner seien, oder mit Millionen von der Ölindustrie gesponsert werden. Sie wollen den Gedanken nicht ertragen müssen, dass sie gegen ihren Willen für eine Gehirnwäschelobby arbeiten. Ich schaffe das nicht mehr einreden – mein Manko, so wie ich mich selbst einschätze, ist ein anderes: Ich bin leider nicht der Mutigste. Darum schreibe ich ja auch „halb-anonym“ (Wer mich als Freund einlädt, sieht meinen vollen Namen; so kann man es ja bei blog.de einstellen). Mir ist der Gedanke ehrlich gesagt nicht ganz geheuer, dass mich Freunde und Kollegen, mit denen ich über viele Themen einfach nicht spreche, und die vielleicht verärgert reagieren könnten, mich mit Google finden können. In diesem Punkt muss ich an mir selbst arbeiten.

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