Wettstreit der Apokalyptiker

Angesichts der derzeitigen Lage in Deuschland und der Welt droht so mancher zu verzweifeln. Und das ist auch verständlich. Die Menschen sind gespalten: In solche, die dem von der Elite und den Medien vorgegebenen Weg folgen, und für die kritisches Denken nur noch im Nachplappern von Propaganda besteht — weil sie die Natur der Propaganda nicht erkennen können und deshalb eine fremdbestimmte Meinung für ihre eigene halten; und ich solche, bei denen das Denken noch nicht ausgemerzt werden konnte, und die deshalb mehr und mehr erkennen, unter welchem kollektiven Wahnsinn gravierenden Ausmaßes sie hier leben müssen. Das ist natürlich einfacher für die erstgenannten, üblicherweise als „Schlafschafe“ tituliert. Sie dümpeln mehr schlecht als recht durch ihr Leben, und merken nicht, dass dieses immer unfreier wird, und in welcher Gefahr sie schweben. Auch sie fühlen natürlich ein gewisses Unwohlsein, aber ihr Unterbewusstes kehrt es immer wieder erfolgreich zur Seite. Und wer es dann versucht, sie darauf aufmerksam zu machen, ist halt einfach ein böser Feind.

Wieviel schwerer haben es da doch die anderen: Sie fühlen sich allein, isoliert, wissen oft nicht mehr, worüber sie mit ihren Freunden, Bekannten, Nachbarn, Kollegen, ja oft sogar Familienangehörigen noch reden können. Sie erkennen den tiefen Riss, der da durch diese Gesellschaft geht, und der immer tiefer wird, und sie leiden oft entsetzlich darunter. Sie erkennen den Verrat, der an uns von seiten der Politik, den Medien, den Bildungseinrichtungen, begangen wird. Verständlich, dass da so mancher durchzudrehen droht. Da bleibt für die meisten dann als einzigen Ausweg nur noch die Flucht ins Internet. Hier bietet sich die Möglichkeit, die Informationen, die man sucht, zu finden, die von anderen fleißigen Menschen, denen ihr eigenes Denken nicht ausgetrieben werden konnte, gesammelt und zur Verfügung gestellt wurden. Und man kann sich anonym austauschen und Kommentare zu diesem und jenem abgeben.

Dadurch entsteht aber das Problem, sich in eine merkwürdig abgeschottete Welt zu begeben, in der man sich dann zunehmend im Kreis zu drehen beginnt. In vielen Blogs und Internetforen, in denen über die derzeitige Weltpolitik, die Situation in Europa und deren Zerstörung durch die feministische und globalistischen Ideologie, sowie das schrittweise hereinschlittern in eine totalitäres Systen diskutiert wird, scheint es mir einen immer extremer ausufernden Wettbewerb zu geben, wer die düsterste, schrecklichste, unerträglichste Zukunftsvision an die Wand malen kann. Wer noch Hoffnungen hat und positive Entwicklungen zu erkennen vermag und es wagt, diese zu äußern, gilt als Schwächling und kriegt Schimpfe. Ein gutes Beispiel ist der Kommentar von „Freeman“ zu den Präsidentschaftswahlen in Frankreich und der Wahl in Schleswig-Holstein:

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2017/05/die-eu-burger-haben-die.html

Ich meine, nichts gegen Freeman und seine fleißigen Kommentatoren, aber ihr produziert dort eine Stimmung wie aus dem Leichenschauhaus. Überall Todessehnsucht, Verzweiflung, und die Hoffnung, der Untergang möge möglichst bald kommen und qualvoll sein. Und natürlich müssen wir alle Schuld auf uns selbst laden. Wer es wagt, anzuzweifeln, dass sich die Völker allein durch Selbstverschulden von selbst vernichten, und statt dessen auf äußere Umstände wie Wahlfälschung hinweist, gilt als Versager, der die furchtbare, grausame Wahrheit (tja, was ist denn eigentlich die Wahrheit?) nichtwahr haben will. Leute, ich weiß selbst, dass es hart ist, was ihr durchmacht, aber könnt ihr euch nicht mal ein bisschen zusammen reißen? Das ist doch nicht mehr zum Aushalten! Im Nachfolgepost, wo er auf die konkreten Verdachtsfälle von Wahlfälschung verweist, scheint sich Freeman wieder etwas gefangen zu haben:

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2017/05/wurde-bei-den-franzosischen-wahlen.html

Im Jahr 2016 ging es mir auch ziemlich schlecht. Da musste ich tatsächlich täglich darüber nachdenken, wie es wohl sein wird, wenn in Deutschland die Atombomben niedergehen, oder wie es sich anfühlt, vom IS den Kopf abgeschlagen zu bekommen. Inzwischen geht es mir aber deutlich besser. Brexit und der Trump-Sieg haben gezeigt, dass nicht immer nur das Schlechtestmögliche passieren muss. Um den Sturz in Depression und Verzweiflung zu vermeiden, habe ich meine Einstellung verändert und sehe das jetzt so: Wer sein Denken nicht vollständig abgegeben hat und deshlab den Abgrund, der sich vor uns auftut, erkennen kann, hat in diesen Zeiten eine besondere Chance, sich charakterlich einen großen Schritt weiter zu entwickeln, wie man sie wohl, wenn überhaupt, nur einmal im Leben bekommt. Die anderen, die „Schlafschafe“, haben diese Möglichkeit nicht, bzw. verschenken sie. Und es besteht ja immer die Hoffnung, mehr und mehr Leute auf die andere Seite hinüber zu holen.

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