Warum ich nicht beim „March for Science“ mitmarschiert bin

Jeder, der im Wissenschaftsbereich arbeitet, ist wohl wie ich in den letzten Wochen mit Werbung für den „March for Science“ bombadiert worden, der am gestrigen Samstag, den 22. April 2017 in zahlreichen Universitätsstädten in Deutschland und anderswo stattfand. In den letzten Tagen kamen fast täglich Spam-Emails rein, in denen man aufgefordert wurde, doch bitte mitzumachen, und wie wichtig es doch sei, als Wissenschaftler oder an der Wissenschaft Interessierter für seine Interessen einzustehen. Nachdem ich mich ein bisschen mit dem Hintergrund dieser Veranstaltung beschäftigt habe, bin ich jedoch leider zu der Schlussfolgerung gelangt, dass dort ganz und gar nicht meine Interessen vertreten werden, ganz im Gegenteil. Viel eher scheint es sich dabei um eine typische Anti-Trump Veranstaltung zu handeln, die aus den von George Soros finanzierten „Women’s Marches“ hervorgegangen ist, und in der es eben gerade nicht um eine Reformation im Wissenschaftsbereich geht, sondern darum, den Status Quo beizubehalten.

Mein Eindruck ist, dass es sich vielmehr um eine Belehrungsverantaltung für die Öffentlichkeit handelt, bei der die Menschen aufgefordert werden sollen, doch bitte dem von der Mainstream-Wissenschaft vorgegebenen „Konsens“ Glauben zu schenken, und dass es irgendwie moralisch verwerflich sein, diesen Konsens anzuzweifeln oder kritisch zu hinterfragen — also eher ein „March against Science“, weil die Menschen dazu gebracht werden sollen, wissenschaftliches Denken zu unterlassen, und das lieber den dafür (teilweise schlecht) bezahlten „Experten“ zu überlassen.

  • Hauptschwerpunkt des „March for Science“ scheint mir die Zementierung der öffentliche Meinung zum Thema Klimawandel zu sein. Die inzwischen zahlreichen, gut fundierten Stimmen namhafter Wissenschaftler (bin hin zu Nobelpreisträgern), die nicht glauben, dass eine menschengemachte Klimaerwärmung angeblich zweifelsfrei bewiesen sei, sollen tabuisiert und aus der öffentlichen Diskussion heraus gedrängt werden.
  • Natürlich darf der Klassiker nicht fehlen, der alte Kampf zwischen Evolutionstheoretikern und Kreationisten. Wer sich ernsthaft — d.h. ohne Vorurteile — mit der Darwinschen Evolutionstheorie auseinander setzt, kann durchaus zu dem Schluss kommen, dass es sich dabei eben gerade nicht um eine wissenschaftliche Theorie handelt, sondern um eine bloße Hypothese über die Entstehung des Lebens, die auf nicht beweisbaren Annahmen beruht. Das trifft zwar auch auf die biblische Schöpfungslehre zu, aber warum soll man dann die Menschen zwingen, an das eine zu glauben und an das andere nicht? Neben den beiden Extremen Darwinismus und Bibel-Kreationismus gibt es darüber hinaus aber auch noch die „Intelligent Design“-Theoretiker, die mit durchaus wissenschaftlichen Methoden offensiv an die Frage heran gehen, ob bloßes zufälliges Durcheinanderschütteln von Molekülen ausreicht, um das Leben zu erklären; diese werden aber fast vollständig tot geschwiegen.
  • Ebenfalls aus der wissenschaftlichen Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen werden sollen natürlich die üblichen Verdächtigen: Impfkritiker, Abtreibungsgegner, Homöopathen und andere Praktizierende alternativer Heilmethoden, Leute, die über „Chemtrails“ reden, und… und… und… Kurz: Alle, die nicht alles gleich für bare Münze nehmen was ihnen von den Wissenschaftspriestern erzählt wird, sondern sich eigene Gedanken machen. Sorry, aber das alles ist nicht mein Interesse, und kein Grund für mich, bei dem Zirkus mitzumachen.

Gerne mitmachen würde ich dagegen, wenn es beim „March for Science“ z. B. um Forderungen gehen würde wie:

  • dass es Wissenschaftlern in Deutschland wieder möglich sein sollte, an einem Ort eine langfristige Stelle zu bekommen und eine Familie gründen zu können, ohne sich von Dreijahresvertrag zu Dreijahresvertrag hangeln zu müssen, und bis zu 50% ihrer Zeit damit verbringen zu müssen, um öffentliche Forschungsgelder zu betteln („Proposal schreiben“).
  • dass die Hochschulbildung in Deutschland verbessert wird, indem z.B. an den Universitäten wie in den USA Dozentenstellen eingerichtet werden, in denen ausgebildete Wissenschaftler Studenten lehren können, ohne eigene Forschung machen zu müssen und sich permanent um Veröffentlichen in wissenschaftlichen Fachjournalen kümmern zu müssen. Das war mal mein Traumjob gewesen, kann ich aber leider nicht machen, weil es so etwas in Deutschland nicht gibt.
  • dass echte Pseudowissenschaften, wie diese „Gender-Studies“, nicht mehr mit Steuergeldern gefördert werden und endlich aus den Universitäten verschwinden, weil sie da nichts zu suchen haben.
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