Genozid

Wenn man einmal einen Blick über die Ichbezogenheit hinauswagt, kann man erkennen, beginnt man sich pötzlich wieder dafür zu interessieren, was auf der Welt so los ist — und nicht nur das, was nur in einem Abstand von 10m um einen herum passiert. Wenn man mit psychischen Problemen kämpft, meint man, nur das, was in diesem 10m-Radius vor sich geht, würde einen betreffen, dabei ist die Welt aber viel größer. Wenn man wieder so weit ist, das zu erkennen, bemerkt man plötzlich, dass der Weltzustand genauso schlimm ist, wie die psychischen Leiden, die einen selbt betreffen.

Wenn ich mir ansehe, dass im nahen Osten an den Palästinensern gerade ein Völkermord stattfindet, der vom Staat Israel praktisch ungestraft begangen wird, kommen mir solche persönlichen Probleme völlig unbedeutend, und die Beschäftigung mit diesen kleinlich und egozentrisch vor. Auf einmal wird mir klar, dass jeder, der seine Möglichkeiten nicht dazu einsetzt, sich diesen Verbrechen entgegenzustellen, sich daran mitschuldig macht. Wer dann noch behauptet, das gehe ihn nichts an, und könne nichts machen, weil er/sie ja Depressionen, Ängste, Sozialphobien, u.s.w., hat, der hat eine Heilung von diesen Symptomen überhaupt nicht verdient. Wozu will er eigentlich noch gesund werden, wenn ihm das Unrecht, das anderen zugefügt wird, am Arsch vorbei geht? Um das noch einmal klarzustellen, die Möglichkeiten, die einer hat, müssen nicht groß sein… Hauptsache, sie werden richtig genutzt! Ich z.B. verwende jetzt diesen Blog hier, den ich begonnen habe, um mich in erster Linie mit mir selbst zu beschäftigen. Das hat nichts gebracht, viel eher habe ich gemerkt, dass mir der direkte Kontakt mit Menschen viel mehr bei der Überwindung von Sozialphobie und Depressionen hilft, deshalb habe ich auch so lange nichts mehr geschrieben.

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