Naturrecht

Der Grundsatz „Was du nicht willst was man die tu, das für auch keinem anderen zu“, verbunden mit dem Gesetz von Saat und Ernte (= „Karmagesetz“) als „Durchsetzungsinstanz“, reicht völlig aus, um eine Ethik zu begründen, die die Welt zum Paradies machen könnte. Damit wird die Vorstellung von einem strafenden Schöpfergott komplett überflüssig.

So schrieb ich kürzlich unter einem Video des Zentrums für klares Denken.

Der skeptische Leser wird jetzt möglicherweise einwenden, warum die Welt dann nicht schon seit langem ein Paradies geworden ist? Hier könnte man, unter anderem, die folgenden vier Gründe anführen:

  1. Weil die Existenz eines Gesetzes von Saat und Ernte von materialistischen Atheisten bestritten wird, da sie die Vorstellung ablehnen, dass es neben physikalischen Gesetzmäßigkeiten auch noch geistige Gesetze geben könnte,
  2. weil die Existenz eines Gesetzes von Saat und Ernte von fundamentalistischen Theisten abgelehnt wird, da sie befürchten, dass ein solches die Vorstellung von einem außerkosmischen Schöpfergott unnötig machen wüde (was ja tatsächlich auch stimmt),
  3. weil es jede Menge falsch verstandene Vorstellungen von Karma und Wiedergeburt gibt, unter anderem im hinduistischen und buddhistischen Kulturkreis, aber auch in der westlichen Esoterik und im Okkultismus. Als Beispiel sei hier die Rechtfertigung des Kastensystems in Indien mit der Karmalehre genannt (was der Erhabene Buddha allerdings korrigierte).
  4. Selbst wenn man diese Gesetze richtig versteht — sofern dies überhaupt möglich ist — erfordert es wahrscheinlich immer noch sehr viel Disziplin und Training, um sie im eigenen Leben umzusetzen und zu verwirklichen .

Natürlich ist mir bewusst, dass das alles noch lange kein Beweis ist, dass ein Gesetz von Saat und Ernte existiert. Vielmehr geht es mir hier darum, dass das Argument, dass die Welt seit Jahrtausenden nicht besser geworden ist, und kein Ende des Elends abzusehen ist, eben auch kein Beweis für das Gegenteil ist.

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2 Gedanken zu “Naturrecht

  1. Zuerst die Frage, wer behauptet eigentlich, dass die Welt nicht besser geworden ist oder besser geworden ist? Ein System, ein Mensch? Daraus folgt die nächste Frage, kennt dieses System oder der Mensch die absolute Wahrheit? Würde er sie kennen, würde er dann tatsächlich sich nach dem Schema, besser oder schlechter richten?

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    • Hi, es ging mir darum, dass ich manchmal Kommentare lese, wo Leute behaupten, so etwas wie Karma könne es nicht geben, denn wenn es möglich wäre, sich nach dem Karmagesetz ethisch zu „optimieren“, dann müsste der Zustand der Welt ja über die Jahrtausende immer besser geworden sein. So ähnlich, in meinen eigenen Worten zusammen gefasst. Ich glaube aber, dass dieses Argument nicht stichhaltig ist. Tatsächlich bin ich da am ehesten von buddhistischen Vorstellungen von Karma geprägt. Eigentlich schon seit 15 Jahren, obwohl ich da bisher nie öffentlich drüber geschrieben habe. Auch deshalb, weil ich fürchtete, dass das missverstanden oder abgelehnt wird. Aber vielleicht werde ich das ja demnächst mal. Ich habe mal bei dir gelesen, dass Crowley die buddhistische Denkschule als die „schwarze Schule“ bezeichnete. Ich denke, dann bin ich ein Anhänger der schwarzen Schule. Ich kann da nicht anders…

      Ach so, zu deiner Frage, wer die absolute Wahrheit kennt.. also, ich jedenfalls nicht 🙂 Zur Wahrheitsfindung scheint mir aber eine Kombination aus zwei Methoden geeignet: Die wissenschaftliche Herangehensweise, und Introspektion/Meditation.

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