Fefe sucht einen Klimaforscher

Der Blogger Fefe alias Felix von Leitner schrieb am 12. Juni diesen Blogeintrag:

Ich glaube, wir müssen mal eine Sendung über den Klimawandel machen. Es geht mir darum, dass mir in Gesprächen immer wieder Argumente begegnen, die ich gerne mal sammeln und damit einen Klimaexperten konfrontieren würde.

Aus meiner Sicht gibt es da mehrere Kategorien von Kritik. Ich bin nicht an allen interessiert. Religiöse Statements interessieren mich beispielsweise überhaupt nicht. Gott gab uns die Erde und so weiter, … bleibt mir weg damit.

Aber die anderen Kategorien, finde ich, muss man mal ordentlich diskutieren. Sowas wie:

  • Woher wollen die eigentlich wissen, dass es einen Klimawandel gibt?
  • Methodische Zweifel (wir erheben die falschen Daten, aus unseren Daten sind die Schlussfolgerungen gar nicht schließbar, für diesen Effekt gibt es auch andere Erklärungen, …)
  • Verständnisschwierigkeiten („CO2 hat bloß 0.04% Anteil, wie kann das solche Auswirkungen haben?“)
  • Zweifel an Schlussfolgerungen („der Klimawandel mag ja existieren, aber der ist nicht menschenverursacht“)
  • „CO2-Zertifikate sind Bullshit“

Ein Teil davon werden jetzt keine Klimaforscher-Fragen sein, sondern eher politische Fragen. Über die kann man ja trotzdem mal reden.

Was meint ihr? Gute Idee? Scheißidee? Wer Lust hat, kann mir ja mal ein paar Kritiken schicken. Aber nicht „guck dir dieses dreistündige Youtube-Video an“ sondern Bullet Points, gerne mit weiterführenden Links. Sonst kostet mich das Sortieren zu viel Zeit und das Projekt wird nichts, weil ich zu faul bin 🙂

Update: Was ich persönlich ja absolut spitze fände, ist wenn man in schöner Debattierclub-Tradition einen Klimaforscher findet, der dann aber aus sportlichen Gründen Argumente der Gegenseite nach besten Kräften vertritt. Wenn jemand jemanden kennt, der das machen würde, bitte ich um Kontaktherstellung!

Sorry, aber das ist echt rührend naiv. Fefe glaubt anscheinend an die Objektivität wissenschaftlicher Forschung, was ja mit zwei zugedrückten Augen noch durchgehen mag. Aber einen Klimawissenschaftler möchte er fragen, was von den Skeptikerargumenten, „die ihm in Gesprächen immer wieder begegnen“, zu halten ist? Um dann eine objektive Antwort von diesem zu erwarten?

Mein lieber Fefe, ein Klimaforscher hat seine eigene, private Meinung zum Thema Klimawandel, wie jeder andere an diesem Thema interessierte Mensch auch. Er hat einfach nur ein bisschen mehr Fachwissen als letzterer. Das hilft ihm aber nicht bei seiner Meinungsbildung, und deshalb kann seine persönliche Meinung genauso vielfältig ausfallen, wie bei jedem anderen denkenden Menschen auch. D.h. sie kann vom Nachplappern der vorgefertigten Mainstream-Version bis hin zum totalablehnenden Hardcore-Klimaskeptikertum reichen. 

Auf der anderen Seite hat ein Klimaforscher natürlich Interesse an einer Karriere, und er weiß genau, welche „Meinungen“ einer solchen förderlich sind und welche nicht. Jeder Klimawissenschaftler träumt z.B. davon, einen Fachartikel in „Nature“ oder ähnlichen Journalen mit hoher Reichweite (wissenschaftsdeutsch: „impact factor“) zu veröffentlichen, und das geht eben am besten, wenn man in der Einleitung erst mal ein bisschen über die „Gefahren des Klimawandels und wie wichtig es doch ist, mehr darüber zu wissen“ schwafelt. Ich hab das auch schon so gemacht (Schande über mich…). Ich weiß, ich weiß, das ist natürlich alles nur Verschwörungstheorie, und wahrscheinlich soll man dir damit genau so wegbleiben wie mit „religiösen Statements“ nach dem Motto „Gott gab uns die Erde und so weiter…“. Deswegen komme ich dir auch gar nicht damit, sondern schreibe das hier auch nur als „Selbstgespräch“ in meinen eigenen Blog.

Aber es kommt noch schlimmer: Da es nämlich recht anstrengend ist, sich neben der einer wissenschaftlichen Karriere förderlichen — und daher fremdbestimmten — „Meinung“, noch eine eigene, durch echtes Nachdenken gewonnene Meinung zu leisten, die man aber für sich behalten muss, weil sie möglicherweise nicht karriereförderlich ist, übernehmen die meisten Wissenschaftler einfach die fremdbestimmte „Meinung“ gleich als die eigene. Das ist bequemer, hat aber den Preis, dass man das Kunststück vollbringen muss, das eigene kritische Denken auszuschalten und tatsächlich zu glauben, dass die fremdbestimmte Meinung die eigene sei. Also, mir ist das schon vor Jahren unmöglich geworden, aber mich erstaunt immer wieder, wieviele das tatsächlich schaffen, auch heute noch. Das zeigt sich schon allein daran, dass viele meiner Kollegen bei diesem unsäglichen „March for Science“ mitgelaufen sind, über den ich bereits schrieb (mich macht das echt fertig…). Du, lieber Fefe, hast ja selbst auch die Verlogenheit dieser Veranstaltung erkannt, was löblich ist. Aber es scheint dir nicht bewusst zu sein, wieweit es wirklich mit dem kritischen Denken vieler Wissenschaftler her ist. Oder warum solltest du sonst glauben, ein Klimaforscher könnte dir bessere Antworten über skeptische Fragen zum Klimawandel geben, als ein selbständig denkender, gut informierter Laie? Überhaupt, was hat es in diesen Zeiten noch für einen Wert, sich „Wissenschaftler“ schimpfen zu dürfen, wenn heut zu Tage sogar diese Gender-Vollpfosten das dürfen?

Dabei ist das Ganze doch so einfach: Das gesamte Klimawandelthema ist politisch gewollt, und die Klimawissenschaft hat sich dem unterzuordnen, nicht umgekehrt. Würde sich morgen plötzlich der Wind drehen und die Elite würde sich (aus welchen Gründen auch immer) entschließen, dass es doch keinen Klimawandel gäbe, oder vielleicht sogar ein Klimaabkühlung, würden all diese hochstudierten Wissenschaftler plötzlich ganz schlaue und fundierte Artikel veröffentlichen, die beweisen, dass sich das Klima in den letzten Jahren doch abgekühlt hat, und in der Zukunft weiter abkühlen wird. Da es sich bei diesen Leuten um kluge Köpfe handelt, kriegen sie dieses Kunststück bestimmt hin. Sicher, das glaubst du natürlich nicht. Du suchst nach Antworten innerhalb der „Wissenschaftsmatrix“. Aber nur Mut, es gibt durchaus noch Wissenschaftler, die ihr eigenes Denken behalten haben, und die dir vielleicht privat und anonym ihre eigene Meinung dazu preisgeben. Vielleicht findest du ja so einen. Viel Erfolg!

Nur so aus Jux können wir die von dir gestellten Fragen ja trotzdem einmal kurz durchgehen:

Woher wollen die eigentlich wissen, dass es einen Klimawandel gibt?

Wer ist „die“? Aber egal. Dass es immer wieder heißt, es gäbe keine Diskussion mehr darüber, dass es eine Klimaerwärmung gäbe, ist eine politische Konsensentscheidung. Innerhalb der offiziellen Institutionen soll es keine Diskussion mehr darüber geben. Inoffiziell gibt es aber trotzdem immer wieder — unter anderem oft wissenschaftlich sehr fundierte — skeptische Stimmen.

Methodische Zweifel (wir erheben die falschen Daten, aus unseren Daten sind die Schlussfolgerungen gar nicht schließbar, für diesen Effekt gibt es auch andere Erklärungen, …)

Dazu gibt es massenweise Literatur und wissenschaftlche Artikel, durch die du dich durchkämfen müsstest. Das dauert jedenfalls länger als ein 3-stündiges Youtube-Video.

Verständnisschwierigkeiten („CO2 hat bloß 0.04% Anteil, wie kann das solche Auswirkungen haben?“)

Naja, auch kleine Mengen von etwas können große Auswirkungen haben. Würde man z.B. diese 0.04% CO2 komplett aus der Atmosphäre entfernen, würden alle Pflanzen sterben, weil diese auf CO2 angewiesen sind. An diesem Punkt könnten wir vielleicht sogar übereinstimmen, denn es ist tatsächlich ein schlechtes und unwissenschftliches Argument.

Zweifel an Schlussfolgerungen („der Klimawandel mag ja existieren, aber der ist nicht menschenverursacht“)

Siehe meine Antwort zum vorletzten Punkt.

„CO2-Zertifikate sind Bullshit“

Davon gehe ich auch aus. Es ist nur ein weiterer Trick, mit dem sich Börsenspekulanten auf Kosten der Völker bereichern können. Aber Spaß beiseite: Ich kenne keinen Klimawissenschaftler, der sich für CO2-Zertifikate interessiert, geschweige denn sich damit auskennt. Da wirst du schon einen Wirtschaftswissenschaftler fragen müssen. Und auch der wird dir zu >90% Wahrscheinlichkeit nur vorgefertigte Antworten von Drittmittelgebern präsentieren. 

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