Was ist los mit Trump?

Es ist etwas ruhiger geworden um Donald Trump in letzter Zeit. Die Medienhetze und die aggressiven Antifa-Proteste sind abgeflaut, und man hört gar nicht mehr so viel vom neuen US-Präsidenten. Dieser Umschwung wurde sicherlich durch den Raketenangriff auf den syrischen Militärflughafen im April eingeleitet. Mit einem gewissen Abstand kann man sich noch einmal die Frage stellen, was da mit Trump eigentlich passiert ist, dass er so plötzlich gegen seine bisherigen Leitlinien gehandelt hat. Eines ist jedenfalls klar: Der Raketenagriff war auf jeden Fall ein Akt der illegalen Agression, und die Rechtfertigung für diesen Angriff, nämlich die vermeintliche Giftgasattacke von Assad auf sein Volk, für den bis dato jegliche Beweise fehlen, war höchstwahrscheinlich wieder eine typische Kriegspropagandalüge, wie sie uns vor praktisch jedem US-Krieg serviert wurde.

Im Grunde hat Trump hier genauso gehandelt, wie wir es von Hillary Clinton erwartet hätten, hätte sie die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Ich bin aber nach wie vor der Ansicht, dass sich die Amerikaner richtig entschieden haben: Nämlich für das geringere Übel. Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass er gewonnen hat. Durch seinen Sieg wird uns einiges erspart geblieben sein. Andererseits war mir auch von Anfang an klar, dass Trump kein Friedensbringer sein wird. Dafür waren einige seiner Aussagen einfach zu unmissverständlich, z.B. als er Folter von Gefangenen verteidigte, dass er eine Atom-Bewaffnung Saudi-Arabiens unterstütze, dass er Edward Snowden für einen Verräter halte und solche Sachen. Als nach seinem Amtsantritt die Medienhetze gegen ihn immer schlimmer wurde, hatte ich bereits vermutet, dass er wahrscheinlich genau das machen wird, was alle Machthaber der letzten Jahrtausende immer gemacht haben, wenn sie in ihrem eigenen Land in Bedrängnis gekommen sind, nämlich: Einen Krieg anzetteln. Leider hatte ich damit wohl recht. Allerdings hätte ich eher gedacht, dass Trump sein Wahlkampfversprechen wahr machen und den IS platt machen würde, vielleicht sogar im Einvernehmen mit Putin und Assad. Statt dessen führte er aber das Clinton-Programm aus. Während der Lügenmainstream in Begeisterungsstürme ausbrach, befürchteten Menschen wie ich, die sich um den Frieden Sorgen machen, das schlimmste. Doch die Aufregung war noch nicht verflogen, da lenkte Trump plötzlich die Aufmerksamkeit ans andere Ende der Welt, nämlich nach Nordkorea. Was ist los mit dem Typen?

Die verschiedenen Vermutungen, die man zu der Frage finden kann, habe ich vier Gruppen zugeordnet. Für jede einzelne gibt es gute Gründe die dafür, und die dagegen sprechen:

  1. Trump, der Umfaller
    Das ist die Theorie, die ich zunächst für die wahrscheinlichste hielt. Trump ist tatsächlich als Nonkonformist in den Wahlkampf getreten, und hat es allen Widerständen des US-amerikanischen Establishments zum Trotz geschafft, sich gegen deren Kandidatin Clinton durchzusetzen. Aber dieses Establishment der Kriegstreiber mitsamt seinen Anhängeln in den Geheimdiensten, den Mainstreammedien, und in der Justiz, waren einfach zu mächtig und selbst Trump eine Nummer zu groß. Sein Versprechen, den „Washington-Sumpf“ auszutrocken, ist gescheitert. Schön illustriert ist dies in einer Karrikatur von Ben Garrison, die auch die Videomacherin Antipaganda in ihrem Kommentar zu dem Thema kürzlich zeigte. So musste Trump schließlich klein beigeben und den Globalisten weitgehende Zugeständnisse machen. Tatsächlich hat er ja vieles von dem, was er vor der Wahl sagte (z.B. dass sich die USA aus dem Syrienkonflikt heraushalten sollten), durch diese Aktion verraten.

  2. Trump, das trojanische Pferd
    Mache behaupten sogar, dass Trump schon von vorne herein nur eine Marionette des Establishments war; dass er nur als scheinbare Alternative präsentiert wurde. Schwer zu sagen. Was ich aber für einen Irrtum halte, ist der Vergleich mit Obama, den manche bringen: Auch Obama, sagen sie, wurde uns als Alternative verkauft, und später entpuppte er sich dann doch nur als Systemmarionette (der neue Song von Xavier Naidoo lässt grüßen…). Es wundert mich aber, dass diese Leute nicht das gravierede Problem bemerken, des in diesem Vergleich besteht: Während Obama uns damals von den Mainstreammedien quasi als neuer Messias präsentiert wurde, wurde Trump als der Teufel leibhaftig dargestellt. Das spricht doch eindeutig gegen diese Theorie!

  3. Trump, der naive Dilettant
    Freeman behauptete in seinem Blog, es seien Trumps Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner, die ihm zu dem Angriff auf Syrien verleitet hätten: Dass sie ihren Vater etwas von vergasten Babys vollgeheult habe und er sich deshalb — trotz jeglichen Mangels an belastbaren Beweisen — von dieser herzzerreißenden Geschichte dazu habe hinreißen lassen, mal eben so den Dritten Weltkrieg zu riskieren. Falls es tatsächlich so gewesen ist, dann ist Trump wirklich ein gemeingefährlicher Dilettant und gehört sofort entmündigt. Ich kann mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es sich so einfach verhält.

  4. Trump, das strategische Genie
    Das ist die Version, die ich tatsächlich inzwischen für die wahrscheinlichste halte, und die z.B. von Alexander Wagandt angesprochen wird: Trump liefert sich demnach hinter den Kulissen einen Machtkampf mit dem „tiefen Staat“, in dem auch viel mit Finten und Täuschungen gearbeitet wird. Der Giftgasanschlag, den man Assad in die Schuhe geschoben hat, könnte eine vom US-Geheimdienst gelegte Falle gewesen sein, mit der man eine Reaktion von Trump erzwingen wollte. Aber anstatt in diese Falle zu tappen, hatte er den Geheimdiensten den Ball weggenommen und führte eine einmalige Aktion durch, mit möglichst minimiertem Risiko, indem er sowohl die syrische Regierung, als auch die Russen im Vorfeld informierte. Es erreichten ja auch nur wenige Raketen überhaupt ihr Ziel, und diejenigen, die einschlugen, trafen nur relativ unbedeutende Ziele. Auch dieses merkwürdige Manöver, dass Trump urplötzlich die Aufmerksamkeit von Syrien abzog und nach Nordkorea lenkte, deutet darauf hin, dass er möglicherweise genau wusse, was er tat.

Sollte diese vierte Vermutung tatsächlich zutreffen, ist das auf der einen Seite ein Grund zur Hoffnung; es zeigt auf der anderen Seite aber auch, dass Trump bereit ist, mit hohem Einsatz zu pokern, und zwar extrem hohen Einsatz für uns alle. Immerhin geht es um nichts geringeres als um die Gefahr einer Eskalation zu einem großen Krieg.

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