ComputerGate

Vor gut zwei Monaten schrieb ich schon mal darüber, dass „Mike’s Nature Trick“, der im Climate-Gate-Skandal aufflog, gängiger wissenschaftlicher Praxis entspricht. Heute habe ich hier einen sehr schönen Artikel über Computermodellierung im Allgemeinen gefunden, der das Thema weitgehend so darstellt, wie ich es auch sehe: http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/ueber-die-gefahren-der-modellierung-globaler-erwaermung/

Beim Schreiben eines Computerprogramms werden jedes Mal Hunderte von Annahmen gemacht. Der Programmierer teilt dem User natürlich längst nicht (kursiv im Original) alle diese Annahmen mit; ähnlich wie ein Buchhalter, der einem Klienten, für den er eine Steuererklärung vorbereitet, auch nicht alle Annahmen mitteilen wird. Er präsentiert lediglich einige wichtige und sagt dann nur noch: „Bitte hier unterschreiben!“

Dann gibt es noch eine grundlegende Variable! Nachdem der Computer sein Modell berechnet hat, muss es jemanden geben, der dieses Ergebnis für Politiker und Öffentlichkeit (meist in Gestalt der Medien) interpretiert.

Und da gibt es eine Überraschung: Diese öffentliche Interpretation wird beeinflusst durch politische, religiöse, umwelttechnische, finanzielle und wissenschaftliche Meinungen! Berücksichtigen die Interpretierenden all diese unterschwelligen Verschiebungen? Die Antwort dürfte inzwischen klar sein: Absolut nicht!

Sollten alle diese Meinungen auch noch in die Gleichungen eingefügt werden, entfernt man sich so weit von den wissenschaftlichen Fakten, dass diese gar nicht mehr zu sehen sind.

Deshalb ist auch klar, warum der Herr Jones und seine Kollegen von einem Untersuchungsausschuss von allen Manipulationsvorwürfen freigesprochen werden mussten. Hätte der Ausschuss nämlich betrügerische Machenschaften festgestellt, müsste man wahrscheinlich über 90% aller Forschuungsvorhaben einstellen, die auf ähnliche Art und Weise arbeiten. Das würde eine Massenarbeitslosigkeit unter Wissenschaftlern aller Art bedeuten, von der auch unzählige Forscher betroffen wären, die einfach nur ihre Arbeit machen und mit Betrug gar nichts zu tun haben wollen. Auf der anderen Seite sind das natürlich trotzdem untragbare Verhältnisse, die eh irgendwann zusammenbrechen müssen. Wir Wissenschaftler sollten mehr Mut haben, um über dieses Tabuthema zu sprechen. Arbeitslos werden wir dadurch nicht werden, das glaube ich nicht. Denn:

Was also kann man tun? Soll man nun alle Computermodelle einstampfen?

Nein, das wäre das andere Extrem. Modelle haben ihre Berechtigung – sollten aber nicht der Schwanz sein, der mit dem Hund wedelt!

Man sollte Computermodelle realistischerweise als das sehen, was sie sind – Hilfsmittel, Denkanstöße und Hinweise, die als Ausgangspunkt für echte wissenschaftliche Forschungen dienen können.

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