Weltanschaulich Neutral

Die meisten Menschen fühlen sich unwohl, wenn sie mit Information konfrontiert werden, die sie für weltanschaulich halten. Sie fühlen sich nur sicher, wenn es „weltanschaulich neutral“ zugeht. Wenn man anderen zum Beispiel von den Vorteilen der Meditation erzählen will, werden sich die meisten Menschen automatisch geistig distanzieren, wenn ich dazusagen würde, dass ich positive Erfahrungen mir buddhistsischer Meditation gemacht habe. Damit ist nämlich gleich wieder ein religiöser Aspekt dabei, der von erfolgreich Gehirngewaschenen automatisch als „weltanschaulich“, und damit als mit höchster Vorsicht zu behandeln klassifiziert wird. Bei vielen wird dann automatisch ein unbewusstes Programm aktiviert, der sie glauben lässt, jetzt höchst kritisch bis ablehnend zuhören zu müssen. Diese Programme wurden und werden in anderen Kulturen als „Dämonen“ bezeichnet.

Wenn man dagegen dazusagt, es gebe heute auch wissenschaftliche Untersuchungen, veröffentlicht in „anerkannten“ wissenschaftlichen Zeitschriften, die belegen, dass Meditation gut sein kann, und wenn man vor allem dazusagt, dass man Meditation auch ohne Buddhismus (jede andere „Weltanschauung“ geht natürlich auch) betreiben könne, hören sie zu. Damit fühlen sie sich sicher und manche wären dann auch bereit, es einmal auszuprobieren, da sie ihre gewohnte Realität dazu nicht verlassen müssen.

Buddhismus ist aber schon ein recht harmloses Beispiel, da diese Religion inzwischen auch bei uns recht positiv aufgenommen wird, wie man z.B. an der Sympathie zum Dalai Lama erkenen kann. Merkwürdigerweise sogar fast positiver als die Religion, die uns eigentlich viel näher stehen sollte, wie das Christentum. Es gibt da noch viel üblere Sachen.

Der Punkt ist, dass natürlich die „weltanschauliche Neutralität“ ebenfalls nur eine Weltanschauung ist. Da sie allerdings diejenige ist, die sich als „die Realität“ durchgesetzt hat, ist sie die einzige, die sich als „weltanschaulich neutral“ bezeichnen darf. Alle anderen sind mehr oder weniger geduldet oder auch nicht, aber ihnen wird dieses Privileg nicht gestattet. Wer sich aus einem ungesunden Sicherheitsbedürfnis heraus ausschließlich innerhalb der Grenzen der „weltanschaulich neutralen“ Weltanschauung bewegt, kann das nicht erkennen. Das geht nur, wenn man den Schritt über diese Grenze hinauswagt.

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